Grafikslider
Navigationspfad
  • Home
Hauptinhalt

175 Jahre Museumsverein: Wie alles begann...

© KHA, Foto: S. Bölke

Sonderausstellung im Stadtmuseum Hildesheim im Knochenhauer-Amtshaus vom 21.12.2019 - 03.05.2020

Mit dieser Ausstellung zum Ende des ausklingenden Jubiläumsjahres des "Museumsvereins von 1844" wirft das Stadtmuseum Hildesheim im Knochenhauer-Amtshaus anhand ausgewählter Beispiele einen Blick in die Anfänge der kunst- wie stadtgeschichtlichen Sammlungen des Roemer-Museums.

Die noch nahezu in ihrem mittelalterlichen Gefüge scheinbar schlummernde Stadt erlebte nach 1844 eine derart rasante Entwicklung, so dass das Museum auch zum Rettungsanker gefährdeter Hildesheimer Kunstschätze werden sollte. Diesen Aspekt verdeutlichen unter anderem Heiligendarstellungen aus der Zeit um 1500. Aber auch viele Fachwerkhäuser fielen dem Gründerzeitboom zum Ende des 19. Jahrhunderts der Spitzhacke zum Opfer. Ihre wichtigsten Schnitzereien, wie Knaggen oder Füllbretter (im Dachgeschoss zu sehen) konnten durch aufmerksame Kunstkenner in die Obhut des Museumsvereins übergeben werden.

Aber auch der Hildesheimer Marktplatz erlebte zwischen 1853 und 1892 eine Veränderung, um den sich wiederum der Museumsverein, allen voran Hermann Roemer kümmerte. Zwischen 1883 und 1892 erfolgte der radikale Um- und Ausbau des Hildesheimer Rathauses im Sinne des damals vorherrschenden Historismus. Auch hier waren die führenden Köpfe des Museumsvereins beratend tätig. Bereits zuvor konnte mit der Umnutzung und Renovierung des Knochenhauer-Amtshauses 1853 dieses Gebäude vor dem Verfall bewahrt werden. Historische Objekte, Graphiken, Gemälde sowie Hausmodelle, die den Marktplatz und seine Bauwerke zeigen, geben Einblicke in dieses für die Stadt zentrale Thema.

Historischer Fotografien widmen sich schließlich dem alten repräsentativen Museumsgebäude Am Steine, das am 22. März 1945 Opfer des Bombenangriffes wurde. Hier werden vor allem die historischen Räumlichkeiten vorgestellt, die den kunst- wie stadtgeschichtlichen Themen gewidmet waren. Luftaufnahmen, die das Museumsquartier vor und nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentieren, verdeutlichen die städtebauliche Einbindung des weit über die Landesgrenzen bekannten Museums.

Wohin sich die großen Träume der Gründungsväter hin entwickelt haben, verdeutlicht eindrucksvoll das große Modell aus den berühmten kleinen Plastiksteinchen: Ein Museum, das den zeitgenössischen Strömen weiterhin folgt, mit einer die weltumspannenden Sammlungsstrategie und weiterhin tief verwurzelt in der über 1200-jährigen Geschichte Hildesheims!

Ein Highlight der Sonderausstellung: Das Lüntzelsche Kunstkabinett
Nach wie vor zählt das sogenannte "Lüntzelsche Kunstkabinett" zu den Kleinodien der umfangreichen Gemälde- und Graphiksammlungen. Ihm gegenübergestellt ist das schon seinerzeit vielgerühmte Ölgemälde "Hildesheim vom Moritzberg", 1847 als Auftragswerk des Museumsvereins von Wilhelm Ahlborn gemalt, welches nahezu fotorealistisch das in die hügelige Landschaft des Vorharzes gebettete Hildesheim der Museumsgründer zeigt.

Die im Knochenhauer-Amtshaus gezeigte Sammlung ist ein kleiner Teil eines systematisch angelegten Gemäldekabinetts, das leider nicht mehr vollständig erhalten ist. Insgesamt 14 Bilder aus der ehemals wesentlich umfangreicheren Kunstsammlung von Wilhelm Lüntzel befinden sich im Besitz des Roemer- und Pelizaeus-Museums, von denen 10 hier zu sehen sind. Das Anlegen solcher Kunstkabinette war im 17. und frühen 18. Jahrhundert überwiegend noch den Fürsten und Adeligen vorbehalten, erfährt aber gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Verlagerung von der Aristokratie hin zum Bürgertum. Aufklärung und Romantik machen die Sammlungstätigkeit für eine geistig interessierte Elite aus dem gehobenen Bürgertum zunehmend auch zu einem Mittel der Emanzipation. Kunstbesitz wird nicht mehr als ein Privileg des Adels angesehen, und die Begegnung von Kunstliebhabern vor den Bildern ist ein erster Schritt zur Überwindung der Standesschranken.

In Hildesheim gehörte der Jurist Wilhelm Lüntzel (1751-1815) zu einem Kreis von Kunstkennern, die ihre Gemäldesammlungen systematisch pflegten und nach modernen Prinzipien anlegten. Alle grundlegenden künstlerischen Techniken, Perspektiven und Motive sollten vertreten sein: Porträts, Blumen und Landschaftsmalerei, Stillleben, Schlachtengemälde sowie Milieu- und Architekturstudien.

Die hier gezeigte, sehr durch persönliche Vorlieben geprägte Kunstsammlung ist somit repräsentativ für das bürgerliche Selbstverständnis des ausgehenden 18. bzw. beginnenden 19. Jahrhunderts. Eine Besonderheit stellt zum Beispiel das vergleichsweise winzige Schlachtengemälde dar. Gewöhnlich wurden Schlachten als Monumentalwerke ausgeführt. Entweder fehlte Lüntzel hierfür der Platz oder es zeigt sich in seiner Formatwahl eine friedliebende Gesinnung.

Unternavigation
Nebeninhalt

Wir sind an folgenden Tagen persönlich für Sie erreichbar:

Dienstags
in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr sowie Mittwochs und Donnerstags jeweils von 13:00 bis 16:00 Uhr.

Sie können uns auch gerne Ihre Buchungsanfrage an buchungen(at)rpmuseum.de senden.

05./11./12./18./19./25. und 26.08.2020
jeweils um 10.30 Uhr

Sonntag, 16.08.2020, 15.30 Uhr

jeden Sonntag, 14.30 Uhr
nur nach schriftlicher Voranmeldung unter buchungen@rpmuseum.de

Besuchen Sie uns auf:

 

 

 
Werbung