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"Virtual" Slow Art Day!

Blick in die Sonderausstellung "Begegnungen mit Gerd Hiort Petersen und Hans Munck Andersen", ©RPM, Foto: S. Werner

Samstag, 04. April 2020, 11.00/14.00/17.00 Uhr
hier auf unserer Homepage und auf unserer Facebook-Seite

Dieser besondere Tag findet einmal im Jahr in Museen rund um den Globus statt und das RPM ist mit dabei. Dabei liegt der Fokus auf einem entschleunigten Museumsbesuch. Die teilnehmenden Besucher konzentrieren sich innerhalb einer Stunde auf maximal 5 Objekte, über die sie vorab Informationen erhalten. Im Anschluss findet ein Gespräch mit der Kuratorin oder dem Kurator der Ausstellung über die einzelnen Stücke statt. Wir laden Sie ein, Kunst in unserem Haus zu genießen: Entdecken Sie ausgewählte Objekte der Ausstellung "Begegnung mit Gerd Hiort Petersen und Hans Munck Andersen" auf neue Art und Weise.

Dieses Jahr erhält dieser ungewöhnliche Blick auf die Kunstwerke durch die Schließung des Museums aufgrund der Corona-Pandemie eine neue Herausforderung: Wie machen wir diesen Rundgang ohne Besucher? Statt Sie live vorort zu treffen, stellen wir am Slow Art Day (4.April 2020) drei kurze Filme zur Verfügung, die drei Kunstwerke als Schwerpunkt haben.

Nehmen Sie teil an diesem ungewöhnlichen Event!

Hier finden Sie bereits Bilder mit Informationen zu allen drei Objekten:

Objekt 1:

©RPM

"Seeigel Fossil 1"

©RPM, Foto: Sh. Shalchi

Künstlerin: Gerd Hiort Petersen, 2015
Dänemark, Bornholm
Steinzeug
Im Besitz der Künstlerin

Gerd Hiort Petersen wurde 1937 in Nexø, Bornholm geboren. Ursprünglich wollte sie Bildhauerin werden, aber ihre Eltern beschlossen, sie sei zu jung, um die Insel zu verlassen. Daher ließen sie ihre Tochter eine Ausbildung in einer der bekannten Keramikfabriken Bornholms absolvieren. Nach ihrer Lehrzeit reiste sie nach Österreich und studierte u. a. an der Akademie für Angewandte Kunst Wien. Im Jahr 1958 kehrte sie nach Dänemark zurück und beendete 1965 ein Studium an der Kunsthandwerkerschule Kopenhagen.

Die Skulptur des Seeigels taucht immer wieder im Werk von Gerd Hiort Petersen auf. Und wie bei anderen Kunstwerken wie z. B. der "Felsenborke" scheint sich auch hier die Bildhauerin in ihr durchzusetzen. Statt eines kleinen filigranen Objekts, der natürlichen Form eines Seeigels, werden diese bei Gerd Hiort Petersen ins Monumentale übersteigert. Nichtsdestotrotz interpretiert und variiert sie Charakteristika. Bei dieser Skulptur sind es die Seepocken, zu den Krebstieren gehörende Rankenfüßer, die sie aufnimmt und ins Vielfache vergrößert.

Objekt 2:

©RPM

"Seeigel Fossil 2"

©RPM, Foto: Sh. Shalchi

Künstlerin: Gerd Hiort Petersen, 2011
Dänemark, Bornholm
Steinzeug
Im Besitz der Künstlerin

Die Insel Bornholm hat eine lange Tradition der Keramikherstellung. Das liegt an den reichen Rohstoffvorkommen, wie Kaolin, das für die Porzellanherstellung gebraucht wurde, aber auch am Vorkommen des sogenannten Rabækketon. Dieser wird eigentlich für Abwasserrohre genutzt, aber auch viele Bildhauer arbeiteten damit.
Die günstigen Bedingungen führten dazu, dass sich in den 1960er- und 1970er-Jahren viele Keramiker auf Bornholm niederließen und die Königliche Dänische Kunstakademie ihre Abteilung für Glas und Keramik dorthin verlegte.

Der zweite Seeigel ist in seiner Form reduzierter als der erste. Er ist nicht mit Seepocken übersät, sondern zeigt an den Seiten Linien und Gruppen regelmäßiger Einkerbungen. Damit nimmt Gerd Hiort Petersen ein anderes Charakteristikum eines Seeigel-Innenskeletts auf. Diese zeigen üblicherweise erhabene Längsrillen entlang des Korpus und eine Vielzahl kleiner Noppen, die sich beide hier wiederfinden.

Objekt 3:

©RPM

"Felsenschale"

©RPM, Foto: Sh. Shalchi

Künstlerin: Gerd Hiort Petersen, 1993
Dänemark, Bornholm
Steinzeug
Sammlung Claßen

Typisch für viele Werke von Gerd Hiort Petersen sind die geometrischen Muster und Ritzverzierungen. Letztere entstehen durch ein Sägeblatt, das die Künstlerin durch den feuchten Ton zieht, bereits genau wissend, in welche Richtung die Ritzungen laufen sollen. Zudem trägt sie farbige Engoben auf, formt die Oberfläche durch Ausklopfen des Materials und glasiert sie schließlich.
In den Mustern der Keramiken lassen sich häufig Abstraktionen der Landschaft Bornholms wiedererkennen. Die Felder, das Meer und die Felsen finden Eingang in die Kunst Gerd Hiort Petersens.

Die Felsenschalen zeigen eine Nähe zu Petersens Wand-Reliefs, die man bei oberflächlicher Betrachtung für Schalen halten kann. Sie scheinen aber auch mit den Seeigeln verwandt zu sein, denn wenn sich die weit hochgebogenen Ecken der Felsenschale schließen würden, entstünde ein Seeigel. Andersherum würde der sich öffnende Seeigel zur Felsenschale.

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