Grafikslider
Navigationspfad
Hauptinhalt

Auf dem Weg zu mehr Barrierefreieheit im RPM

Steven Solbrig, ©RPM, Foto: Sh. Shalchi
Aktion Mensch Los-Box, ©RPM, Foto: Sh. Shalchi

Durch die 2008 in Kraft getretene UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen soll diesen ermöglicht werden gleichberechtigt mit anderen am kulturellen Leben teilzuhaben. Dazu gehört auch die Gewährleistung der Möglichkeit das eigene kreative, künstlerische und intellektuelle Potenzial zu entwickeln. 

Die Realität sieht bis heute jedoch anders aus: In der Regel verhindern zahlreiche Barrieren das Recht auf Teilnahme am kulturellen Angebot und es fehlt an ausreichenden Maßnahmen zu deren Abbau. So können Behinderte oft gar nicht oder nur als Gruppe sowie in Begleitung assistierender Mitarbeiter*innen die öffentlichen Kultureinrichtungen besuchen. Gefördert durch die "Aktion Mensch", soll sich diese prekäre Lage in Hildesheim nachhaltig verbessern. 

Geplant ist bis 2020 der Abbau von Barrieren in den Kultur-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, damit "Hildesheim - eine (Kultur)Stadt für alle" werden kann. Dieses Ziel hat sich die Diakonie Himmelsthür mit ihren zahlreichen Kooperationspartnern, wie der Verein KulturLeben, der Volkshochschule, der Musikschule Hildesheim, dem Malteser Hilfsdienst und dem Roemer-und Pelizaeus-Museum (RPM) gesetzt. 

So ist z. B. das RPM unter der Leitung von Prof. Dr. Regine Schulz bestrebt, dass das renommierte Museum zunehmend zu einem "barrierefreien Ausstellungsort für Menschen mit und ohne Behinderung" wird. Deshalb wurde hierfür ein 12 Punkte Maßnahmenkatalog von der Projektkoordinatorin Julia Kruse (RPM) und der Projektleitung Miriam Raabe (Diakonie Himmelsthür) ausgearbeitet. Ein erstes Ziel des Maßnahmenkataloges hat man schon umgesetzt: Es wurde eine Volontärsstelle geschaffen und besetzt, welche sowohl die Arbeiten im Museum als auch die projektrelevanten Maßnahmen der Diakonie Himmelsthür unterstützt. 

Bei dem neuen Mitarbeiter handelt es sich um Steven Solbrig, der bislang künstlerisch interdisziplinär schon zu diversen politischen Themen gearbeitet hat und seit knapp einem Jahr ehrenamtlich mit dem Projekt "#SichSelbstBestimmen - ein Fotoprojekt von/mit Menschen mit Behinderung" durch die BRD tourt. 

In Bezug auf das Projekt sagte Steven Solbrig: "Ich freue mich sehr über das Engagement des Museums und auf meine zukünftigen Aufgaben. Ferner ist es mir ein persönliches Anliegen, dass noch weitere Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen und unterschiedlichen Alltagserfahrungen in die Arbeit von "Hildesheim - eine (Kultur-)Stadt für alle" involviert werden. "Nicht über, sondern mit uns! " hieß einst der Leitspruch vergangener Behindertenbewegungen. Diesen gilt es m. E. wiederzubeleben. Gleichzeitig muss ein enges vertrauensvolles Netzwerk von kulturellen Institutionen geschaffen werden, dass die Begriffe Barrierefreiheit und Inklusion mit konkreten Inhalten füllt. Ich sehe in dieser Kooperation das Potenzial ein Vorzeigeprojekt für ganz Niedersachsen zu entwickeln, von dem sich anderswo lernen lässt. Und Barrierefreiheit ist nicht nur im Hinblick auf die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 von Bedeutung, sondern kommt, konkret umgesetzt, allen in Hildesheim zu Gute."

Werbung