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FASZINATION ÄGYPTEN
Frühe Grafiken & Aquarelle

26. September 2020 bis 05. April 2021

Die Kunstausstellung "Faszination Ägypten" zeigt frühe Grafiken und Aquarelle des Orients aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen Aquarell-Zeichnungen des bekannten schottischen Landschaftsmalers David Roberts (1796-1864), die er in Zusammenarbeit mit dem Künstler und Lithografen Louis Haghe (1806-1885) als Vorlagen für spätere Lithografien hergestellt hat. Sie gehören zu den bedeutendsten Werken ihrer Art im 19. Jahrhundert.

David Roberts hatte 1838/39 eine Reise nach Ägypten unternommen, auf der er Zeichnungen und Skizzen für eine spätere Veröffentlichung anfertigte. Nach seiner Rückkehr stellte er nach diesen Vorbildern Aquarell-Zeichnungen in Zusammenarbeit mit dem Künstler und Grafiker Louis Haghe her, die als Druckvorlagen dienten. Das 1856 herausgegebene Gesamtwerk bestand schließlich aus sechs Foliobänden mit 247 Lithografien. Louis Haghe war einer der Pioniere bei der Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung von farbigen Lithografien, welches er auch für die Roberts-Bilder einsetzte. Seine Arbeiten waren so geschätzt, dass er zum "Königlichen Lithografen" Wilhelms IV. und Königin Victorias I. ernannt wurde.
Nach dem Tod von David Roberts wurden seine unzähligen Zeichnungen, Skizzen und Aquarelle versteigert und befinden sich heute in zahlreichen großen Museen und privaten Sammlungen auf der ganzen Welt. 28 Aquarell-Zeichnungen wurden 1959 vom Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim erworben und später noch mehrere der von Louis Haghe hergestellten Lithografien.

Neben den Werken von David Roberts und Louis Haghe präsentiert die Ausstellung auch Grafiken anderer Künstler, welche die Faszination Ägyptens im 19. Jahrhundert nicht nur widerspiegeln, sondern auch stark gefördert und verbreitet haben. Hierzu zählen die Kupferstiche von Giuseppe Pera (aktiv: 1790-1840) und Christiano Rossi (1742-1814), die sie nach den Zeichnungen von Vivant Denon (1747-1825) hergestellt hatten. Dieser gehörte 1798/99 als Kunstexperte zum Expertenteam Napoleons in Ägypten.
Eine Gruppe aus sechs Radierungen stammt von dem französischen Forscher, Zeichner und Grafiker Léon de Joannis (1803-1868). Für seine Forschungen war er nach Ägypten gereist und als eines der Ergebnisse dieser Reise entstand sein Werk "Campaigne pittoresque du Luxor" (Die malerische Luxor-Kampagne), das 1835 erschien. Es zeigt unter anderem den Abtransport eines der Obelisken vor dem Luxortempel, der heute auf der Place de la Concorde in Paris steht.

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