Grafikslider
Navigationspfad
Hauptinhalt

Südseeschätze
– Objekte aus dem Hamburger Museum Godeffroy im RPM
14.06. - 24.11.2019

Haarschmuck (lakasaka), Mikronesien, Karolinen-Archipel, Mortlock-Inseln. Inv.-Nr. V 6 (Museum Godeffroy Inv.-Nr. 686). Sammler: Johann Stanislaus Kubary (1846–1896). ©RPM, Foto: Sh. Shalchi

Ab 14. Juni 2019 2019 jährt sich die Gründung unseres Museums durch den Museumsverein, der damals "Verein für Kunde der Natur und der Kunst im Fürstenthum Hildesheim und in der Stadt Goslar" genannt wurde, zum 175. Mal. Gründungsmitglieder waren Hermann Roemer, Hermann Adolf Lüntzel, Johannes Leunis, Gottlob Heinrich Bergmann und Clemens Praël. Das RPM präsentiert aus diesem Anlass ab dem 14. Juni 2019 eine kleine Ausstellung mit Objekten, die ursprünglich Teil des Museums Godeffroy in Hamburg waren und die Hermann Roemer (1816-1894) um 1880 für das damalige Städtische Museum Hildesheim erwarb.

Gründer des Museum Godeffroy war der Hamburger Kaufmann Johann Cesar VI. Godeffroy (1813-1885), der ab Ende der 1840er-Jahre vor allem Kopra (getrocknetes Kokosnussfleisch) und Kupfer aus Ozeanien importierte. Daneben ließ er seine Kapitäne und Handelsagenten sowie ab den 1860er-Jahren auch professionelle Sammler, zu denen auch die bekannte Naturforscherin Amalie Dietrich (1821-1891) gehörte, naturkundliche sowie ethnografische Stücke in der "Südsee" zusammentragen. Die Objekte waren zunächst in einem Speichergebäude des Handelshauses, dann ab 1876 auf zwei Etagen in einem gegenüberliegenden Gebäude ausgestellt. Naturalien und Ethnografika wurden außerdem an andere Institutionen verkauft, und es gab auch eine Art frühen "Museumsshop", in dem Besucher "Photographien von Eingeborenen und Landschaften von den Südsee-Inseln" sowie zoologische und ethnografische Objekte erwerben konnten.

1879 musste Godeffroy Insolvenz anmelden und nahezu sämtliche Objekte aus dem Museum wurden bis 1886 veräußert. Den Rest erwarb der letzte Kustos des Museums, C. A. Pöhl, um damit eine eigene Naturalien- und Ethnografikahandlung zu eröffnen. Bereits 1878 hatte Hermann Roemer für das Hildesheimer Museum ein Konvolut von 59 ethnografischen Objekten vom Museum Godeffroy gekauft und wohl gleichzeitig auch einige naturkundliche Stücke. Weitere Ethnografika aus den ehemaligen Godeffroy-Beständen erwarb er später von C. A. Pöhl.

Nicht nur die meisten Ethnografika, sondern auch manche zoologische Schätze - wie ein heute sehr selten gewordener Tüpfelbeutelmarder aus Australien - haben sich über die vergangenen fast 140 Jahre in den Magazinen des heutigen Roemer- und Pelizaeus-Museums erhalten und es ist Zeit einige von Ihnen zum ersten Mal der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Ausstellung erzählt die Geschichten von Sammlern und Objekten. Diese werden durch historische Dokumente zu den Käufen aus dem Hildesheimer Stadtarchiv ergänzt sowie durch Bildtafeln aus einem 1881 erschienenen Verzeichnis der ethnografischen Gegenstände des Museums Godeffroy. Die ethnologischen Objekte dieses Museums sind zurzeit Gegenstand eines aktuellen Forschungsvorhabens am RPM, das Teil eines Verbundprojektes zur Provenienzforschung zu außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen (PAESE) ist, sodass neuste Ergebnisse in die Ausstellung eingeflossen sind.

Werbung