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Fakes & Facts - Irrwege der Archäologie

„Einhorn“, © Ars Mundi
© David Macaulay, Motel der Mysterien [1979

24.11.2018 - 26.05.2019

Irren ist menschlich - davon bleiben auch angesehene Wissenschaftler nicht verschont. Die Sonderausstellung "Fakes & Facts - Irrwege der Archäologie" im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim korrigiert vom 24. November 2018 bis 26. Mai 2019 populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen. Über 200 Exponate decken spektakuläre Fehlurteile und Betrugsfälle in ganz Europa auf. Interaktive Medienstationen sollen den kriminalistischen Spürsinn von kleinen wie großen Besuchern wecken.

Stammen fossile Knochen aus dem Harz tatsächlich von einem Einhorn? Hat Heinrich Schliemann in Troia die Spuren der Helden ausgegraben, die der berühmte griechische Dichter Homer beschrieb? Und handelt es sich bei einem archäologischen Fund in Xanten wirklich um die Krone eines fränkischen Fürsten?

Die BesucherInnen der Ausstellung "Fakes & Facts - Irrwege der Archäologie" erfahren nicht nur, warum ein Irrtum oder eine Fälschung anfangs durchaus überzeugen konnte. Sie lernen die archäologischen Arbeitsmethoden im Hintergrund kennen und stellen fest: Selbst die moderne Forschung ist vor Irrtümern nicht sicher.

Dabei wirken einige Irrtümer und Fälschungen im Rückblick manchmal amüsant; die berühmte Tiara (Kopfbedeckung) des Saitaphernes, ein angebliches Meisterwerk antiker Goldschmiedekunst, lieferte den Zeitungen Stoff für zahllose Karikaturen, hatten die Fachleute im weltbekannten Pariser Museum Louvre beim Kauf 1896 doch fest an die Echtheit geglaubt, bis der Fälscher sein Können live unter Beweis stellte. Und eine angeblich ägyptische Mumie vom Dachboden eines Einfamilienhauses in Diepholzen entpuppte sich als kunstvoll bandagiertes Plastikskelett.

Anlass zu einigem Spott und Hohn lieferte auch die Sensationsmeldung des Stern zu Hitlers Tagebüchern, eine besonders dreiste Fälschung aus dem Bereich der Neuzeit-Archäologie. Erstmals sind in Hildesheim "Originaltagebücher" des Fälschers Kujau zu sehen.

Dass solche Irrtümer und Fälschungen heute und auch in Zukunft noch möglich sind, zeigt die humoristische Inszenierung des US-amerikanischen Autors und Grafikers David Macaulay zum Thema. In Anlehnung an seine Grafic Novel "Motel der Mysterien" entwirft er in Hildesheim eine Ausgrabungsfläche der Zukunft: Wie könnten Archäologen in zweitausend Jahren über unsere Zeit urteilen? Welche Spuren hinterlässt das 21. Jahrhundert, und wie werden Archäologen diese Spuren 4.000 n. Chr. lesen?

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