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Auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit und Inklusion im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim!

Seit 2014 präsentiert das Roemer- und Pelizaeus-Museum die Dauerausstellung "Museum der Sinne. Kultur- und Erdgeschichte barrierefrei erleben!". Es ist bundesweit die erste kulturgeschichtlich und naturkundlich ausgerichtete Dauerausstellung, die bereits im konzeptionellen Ansatz barrierefrei und inklusiv ausgerichtet wurde.

Mit dem Ausstellungsprojekt wird den veränderten Ansprüchen in der deutschen Museumslandschaft Rechnung getragen. Die Notwendigkeit der Umsetzung von Barrierefreiheit und Inklusion im Kulturbereich ist nicht nur seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahre 2009 in Deutschland gesellschaftlich stärker in den Fokus gerückt, sondern auch vom Deutschen Museumsbundes in seine Agenda aufgenommen worden, um gleichberechtigte kulturelle Teilhabe für alle, insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen, zu ermöglichen.

Mit finanzieller Hilfe des Niedersächsischen Landesamts für Soziales, Jugend und Familie sowie der Hilfe und Unterstützung von zahlreichen lokalen Stiftungen und Verbänden, die nicht nur mit Rat, sondern auch Tat während des Entstehungsprozesses zur Seite standen, konnte die Ausstellung realisiert werden.

Das "Museum der Sinne" ist multisensitiv und interaktiv erfahrbar. Hör-, Tast-, Riech- und Schmeckstationen ermöglichen ungewohnte Eindrücke in große Kulturen der Welt und festigen damit das Erlebte und Erlernte. So können z. B. Fossilien betastet, ägyptische Hieroglyphen und chinesische Schriftzeichen auf originären Papieren geschrieben oder Riechproben von Blütendüften genommen werden.

Informationen zum umfangreichen Vermittlungsprogramm bietet die weitgehend barrierefreie Internetseite des RPM und ein Flyer zur Ausstellung, der mit Einleger in Brailleschrift versehen ist.

Auf Initiative der Kuratorinnen und der Universität Hildesheim wurde das "Museum der Sinne" mit finanzieller Unterstützung des Niedersächsischen Wissenschafts-ministerium 2016 gemeinsam mit der Stiftungsuniversität Hildesheim/ Fachbereich Psychologie wissenschaftlich evaluiert. Die Ergebnisse der Evaluierung lassen sich überwiegend positiv zusammenfassen. Sowohl Menschen mit körperlichen als auch kognitiven Einschränkungen äußerten durchweg ihre Zufriedenheit, dass sie die Möglichkeit bekommen hatten, das "Museum der Sinne" zu besuchen. Es stellte für sie eine teilweise einzigartige Erfahrung dar. Die Begeisterung war fast allen anzusehen, die sonst wenige solcher Ausflüge in ihrer Freizeit unternehmen können. Letztlich waren sich alle einig: die tastbaren Kopien und die vielen Wege, die unterschiedlichen Sammlungen bzw. Kulturen zu erfahren, machen den Museumsbesuch zu einem einzigartigen Erlebnis.

Alle Ergebnisse der Studie sind in Form einer Publikation online in der Uni-Bibliothek Hildesheim abrufbar
Die Publikation ist außerdem als Buch im "Luxor"-Shop des Museums erhältlich. Sie soll u. a. dazu dienen, anderen Museen und Interessierten auf ihrem Weg zu mehr Barrierefreiheit und Inklusion Hilfestellung zu bieten:

Kristian Folta-Schoofs, Marion Hesse-Zwillus, Nina Kieslinger, Julia Kruse und Regine Schulz, "Museen inklusiv gestalten. Wissenschaftliche Evaluation von Maßnahmen für eine barrierefreie Museumsgestaltung", Georg Olms Verlag 2017.

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