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Bronze-Porträtkopf eines Herrschers. Königreich Benin, Nigeria. Wahrscheinlich Kriegsbeute aus einer britischen „Strafexpedition“ 1897. © RPM, Foto: Sh. Shalchi
Brustschmuck aus Krallen des Riesengürteltiers. Bororó, Brasilien. Erworben im Tausch gegen europäische Gebrauchsgegenstände. Sammlung Karl von den Steinen 1887/1888. © RPM, Foto: Sh. Shalchi
Dose in Form einer Durian-Frucht. Java. Sammler und Erwerbungsumstände bislang unbekannt. Ende 19./Anfang 20. Jahrhundert. © RPM, Foto: Sh. Shalchi

Den Sammlern auf der Spur: Ethnologische Provenienzforschung am Roemer- und Pelizaeus-Museum
23.05.2019 - 10.11.2019

Den Sammlern auf der Spur: Ethnologische Provenienzforschung am Roemer- und Pelizaeus-Museum

Provenienzforschung bedeutet die Untersuchung der Herkunft und Erwerbungsumstände von Gegenständen in Museumssammlungen. 2017/2018 wurde am Roemer- und Pelizaeus-Museum ein erstes Projekt zur ethnologischen Provenienzforschung durchgeführt. Ergebnisse dieses Projektes waren bis 31. März 2019 in der Ausstellung „Mit 80 Objekten um die Welt“ zu sehen und werden nun ab 23. Mai 2019 in einer Ausstellung „Den Sammlern auf der Spur“ weiterhin präsentiert. Ergänzt werden sie jetzt durch eine Serie eindrucksvoller Porträts von Ostafrikaner/innen des Künstlers Walter von Ruckteschell. Die 1921 veröffentlichte Mappe mit diesen lithografierten Bildnissen diente der Propaganda für eine Wiedererlangung der deutschen Kolonien.

Gegenstand des von der Ethnologin Dr. Sabine Lang durchgeführten Projektes waren Objekte, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Tausch, als Geschenk oder durch Kauf aus dem Königlichen Museum für Völkerkunde Berlin (heute: Ethnologisches Museum) an das damalige Städtische bzw. Roemer-Museum gelangt sind. Das Gros der Gegenstände stammt aus kolonialen Zusammenhängen. So sammelten etwa Angehörige der sogenannten „Schutztruppen“, aber auch Zivilbeamte Ethnographica in den deutschen Kolonien in Afrika und Ozeanien. Aber auch Objekte, die in Kolonien anderer Länder gesammelt worden waren (z. B. in Indien), gelangten über das Königliche Museum für Völkerkunde nach Hildesheim. 

Eine zentrale Figur bei diesen Transaktionen war der Berliner Geograph und Ethnologe Edgar Walden, der nach dem plötzlichen Tod des vormaligen Direktors des Roemer-Museums, Achilles Andreae, 1905/1906 interimistisch das Museum leitete. Auch nach seiner Rückkehr nach Berlin blieb Walden dem RPM verbunden, baute die Hildesheimer Sammlung umsichtig aus und verhalf ihr aus den Beständen des Königlichen Museums für Völkerkunde zu bedeutenden Erwerbungen aus verschiedenen Weltgegenden. 

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