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Es war deutlich zu spüren: Hier entsteht Neues – etwas, das es so bisher noch nicht gab. Natürlich lag das auch am frischen Frühlingsgrün auf dem Gelände des Sorsumer Klostergutes und am Ort des Festaktes selbst: die Bauerndiele in der nagelneuen Wohn- und Tagesförderstättenanlage „mehrleben“. Die beiden Häuser, in denen Menschen mit erworbenen Hirnschäden wohnen und arbeiten können, wurden erst drei Wochen zuvor eröffnet.

„mehrleben“ steht aber auch modellhaft für eines der Hauptziele der Diakonie Himmelsthür: Inklusion. In der Bauerndiele und auf ihrem nahen Campus will der Verband Menschen mit und ohne Assistenzbedarf zusammenbringen – bei Veranstaltungen, zu denen alle Bürgerinnen und Bürger der Umgebung eingeladen sind. Kulturelles steht dabei ganz oben.
 

Ein „Sechser“ für mehr Teilhabe 

Doch Inklusion muss auch in die andere Richtung funktionieren: Die Diakonie Himmelsthür will den Menschen, die sie betreut, eine intensivere Teilhabe an Ausstellungen, Kursen, Musik- und Theaterevents im Stadtgebiet ermöglichen. Ein hoher Anspruch. Denn damit das klappt, müssen Veranstaltungskonzepte, bauliche Eigenheiten und die Infrastruktur an Menschen mit Assistenzbedarf angepasst, eben barrierefrei werden. Und das kostet neben Gehirnschmalz auch Geld. Also hatte die Projektleitung der Diakonie-Region Hildesheim – Dietlinde Richter und Miriam Raabe – bei „Aktion Mensch“ beantragt, Hildesheim zur „Kulturstadt für alle“ zu machen. Mit Erfolg: „300.000 Euro aus diesem Fördertopf stehen nun bereit, um wichtige Angebote in den kommenden drei Jahren barrierefrei und inklusiv zu machen“, freute sich der Diakonie-Vorstandsvorsitzende Ulrich Stoebe in seiner Begrüßungsrede zur Vertragsunterzeichnung am 31. Mai. Gemeinsam mit dem RPM, dem Malteser Hilfsdienst, der Volkshochschule, dem Verein KulturLeben und der Musikschule Hildesheim „wollen wir unseren Sozialraum so verändern, dass wirklich alle Menschen daran teilhaben können“, sagte Stoebe, „auch mit Blick auf Hildesheims Bewerbung zu Europas Kulturhauptstadt 2025.“ Was man konkret tun wird, haben die fünf Vertragspartner unter Federführung der Diakonie Himmelsthür bereits ausgearbeitet. Mit ihrer Unterschrift gaben deren Repräsentanten nun den Startschuss für die Umsetzung: 

• Prof. Dr. Regine Schulz, leitende Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums (RPM)
• Thomas Kittel, 1. Vorsitzender des Vereins KulturLeben Hildesheim
• Detlef Hartman, Leiter der Musikschule Hildesheim
• Dr. Margitta Rudolph, Direktorin der Volkshochschule Hildesheim
• Thomas Krause, Dienststellenleiter Malteser Hilfsdienst 

Verantwortlich für alle Maßnahmen zeichnet die Diakonie Himmelsthür; geleitet und koordiniert werden sie dort von der erfahrenen Projektmanagerin Miriam Raabe. Im Rahmen des Festakts in der Sorsumer Bauerndiele stellten die Vertragspartner kurz vor, was genau sie anpacken wollen.

RPM

Das gesamte RPM solle zum Museum der Sinne werden, so Direktorin Regine Schulz, „ein barrierefreier Ausstellungsort für Menschen mit und ohne Behinderung.“ Es werden Sprachmodule in die Fahrstühle eingebaut, Tastplan und Leitsystem installiert. In Planung ist außerdem neben Audioschleifen auch ein Audioguide in einfacher Sprache. Der Hausflyer wird ebenfalls in einfache Sprache umformuliert. Das Projekt „Kulturkoffer“ wird auf Ausbildungsstätten erweitert, sodass schon angehende Heilerziehungspfleger ein Verständnis für kulturelle Bildung entwickeln. Ein Volontär wird die Arbeiten sowohl im Museum als auch bei der Diakonie Himmelsthür projektbezogen unterstützen. Den Abschluss des Projekts wird ein Fachtag im RPM bilden.

KulturLeben Hildesheim

Der Verein vergibt Freikarten für Musik-, Theater-, Sport- und Bildungsveranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen – und bald nun auch an Menschen mit Assistenzbedarf. Um deren Betreuung bei den Events zu gewährleisten, initiiert KulturLeben zudem eine Kulturpatenschaft: „Ehrenamtliche Hildesheimer können sich als Begleiter anmelden und erhalten als Dankeschön ebenfalls eine Freikarte“, erläuterte Thomas Kittel.

Musikschule Hildesheim

Die Musikschule möchte sich einem breiteren Publikum öffnen. Im Gange sind bereits Maßnahmen für größtmögliche Barrierefreiheit, etwa der Umbau des Fahrstuhls und die Schulung von Lehrkräften. Damit Men-schen mit Assistenzbedarf die Musikschule und Instrumente kennenlernen können, wird es noch 2017 einen inklusiven Tag der offenen Tür geben. Wer Blut geleckt hat, kann sich im Anschluss zu einem inklusiven Musikkurs anmelden. „Ideal fänden wir eine Kurs-Zusammensetzung aus Senioren, Kindern, Menschen mit Behinderung und auch Flüchtlingen“, so Schulleiter Detlef Hartman.

Volkshochschule Hildesheim

Die VHS wird ihr Kursprogramm zu Kunst und Kultur in einfacher Sprache kommunizieren – sowohl auf der Website als auch in neuen Flyern. Außerdem wird es in Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt Hildesheim eine Fortbildung geben. Sie soll die VHS-Dozierenden und Mitarbeitenden anderer Einrichtungen befähigen, sich auf Menschen mit Assistenzbedarf einzustellen. Denn: „Wir wollen alle Kurse für alle anbieten“, berichtete VHS-Direktorin Margitta Rudolph, „und zugleich unseren Dozenten- und Kurspool erweitern.“

Malteser Hilfsdienst

Menschen mit Assistenzbedarf können an Kulturveranstaltungen logischerweise nur teilhaben, wenn sie barrierefrei dorthin kommen. Den Transfer übernehmen die Malteser mit ihrem eigens dafür eingerichteten Fahrdienst „KulTour“. „Er kann spontan bei der Projektleiterin Miriam Raabe gebucht werden“, erläuterte Thomas Krause, „auch an Feiertagen und in den Abendstunden.“ Damit schließt der Hilfsdienst entscheidende Lücken im ÖPNV. Mit in einfacher Sprache formulierten Flyern werden die Malteser ihre „KulTour“ promoten.

Alle Kooperationspartner sind sich mit dem Diakonie-Vorstandsvorsitzende Ulrich Stoebe einig: „Gemeinsam werden wir in unserer Stadt viel bewegen.“

Autor: Markus Hofmann
Freier Journalist
www.mtext.de

  

Pressekontakt und Projekt-Infos: 

Miriam Raabe (Projektleitung)
Tel. (05121) 604 1553
miriam.raabe(at)dh-hi.de
www.diakoniehimmelsthuer.de

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