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Das Tal der Könige

©RPM, Foto: S.Shalchi

"Faszination Ägypten - Frühe Grafiken & Aquarelle von David Roberts und Louis Haghe". 

Nachdem Roberts den Tempel Sethos' I. hinter sich gelassen hatte, kam er bald in das Tal der Könige. Der Maler hatte bereits am 22. Oktober eine Exkursion hierher gemacht, aber kein Bild angefertigt, sondern lediglich Notizen über die eindrucksvollen Gräber gemacht, insbesondere über das von Sethos I., das erst 21 Jahre vorher von Goivanni Belzoni entdeckt worden war. Das wellenförmige Tal der Könige erstreckt sich, umgeben von schroffen Felsen, am Fuße des Berges el-Qurn, dessen dreieckige Form an eine Pyramide erinnert. Hier befinden sich die Grabstätten von Königen der 18.,19. und 20. Dynastie. Der arabische Name dieses Ortes, Biban-el-Muluk, was "die Tore des Königs" heißt, weist auf die Eingänge zu diesen in Kalkstein gehauenen Grabstätten hin.

03. Dezember 1838, orig. Aquarellzeichnung, unsigniert aber David Roberts (1796-1864) zugeschrieben als Vorlage für eine Lithografie von Louis Haghe gearbeitet, Inv. Nr. PM4579 

Waxaklajuun Ub'aah K'awiil "18 Kaninchen"

©RPM, Foto: S.Werner, Text: A.Nicklisch

Waxaklajuun Ub'aah K'awiil ließ sich als Herrscher von Copán mit seiner Frau auf einer Stele darstellen, in deren Inschrift die Stadt neben Palenque, Tikal und Calakmul als eine der vier großen Städte der Maya bezeichnet wird. Die Bautätigkeit stieg während seiner Herrschaft sprunghaft an. Einerseits wurden die zahlreichen, heute noch sichtbaren Stelen auf dem Großen Platz errichtet, wozu man auch einige Bauten abriss und ihren Untergrund einebnete; andererseits überbaute man viele der damals stehenden Gebäude des Zeremonialbezirks neu oder renovierte sie, ebenso wie den Ballspielplatz.

Den ersten Ballspielplatz Copáns legte man im 5. Jahrhundert n. Chr. unter dem ersten Herrscher der Stadt an. Er wurde mehrere Male überbaut; der heutige Platz stammt aus dem frühen 8. Jahrhundert, der Regierungszeit von Waxaklajuun Ub'aah K'awiil. Er ließ sich auf dem mittleren Markierstein als Ballspieler im Wettstreit gegen die Götter abbilden. 

Waxaklajuun Ub'aah K'awiil "18 Kaninchen" (*695 n. Chr.-736/738 n. Chr., ab 710 Herrscher von Copán, heute Honduras)

Das Käschschwert

©RPM, Foto: J.Hoyer

Heute zum nahenden Jahreswechsel möchten wir euch das sogenannte Käschschwert oder auch "Das Schwert zur Abwehr böser Geister" präsentieren. Es besteht aus aufgereihten Münzen von geringem Wert. Davon leitet sich auch die Bezeichnung ab, die sich in Sanskrit oder Tamil auf eine Münze mit geringem Wert oder ein kleines Geldstück bezieht. Wichtig hierbei war die Menge der verwendeten Münzen. 108 galt als Glückzahl. Ebenso waren die Münzschwerter in der daoistischen Harmonielehre Fengshui von Bedeutung. Sie wurden zur Zeit der Geburt eines Kindes oder von Hochzeitspaaren horizontal über dem Bett aufgehangen. So sollten sie böse Geister und Dämonen fernhalten. 

Qing-Dynastie, vor 1885, Metall, Holz, Schnur, Münzen, RPM, Inv.-Nr. V 4.707

Bücherschrank

©RPM, Foto: S. Werner

Den Schrank brachte Ernst Ohlmer (*21. März 1847 in Betheln; † 1. Januar 1927 in Hildesheim) aus China mit. Er ist im Stil eines chinesischen Ahnenschreins gestaltet. Schränke dieser Art wurden offenbar als Souvenirs an Europäer verkauft. Ein fast identischer Schrank ist im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover zu sehen.

Hathor Kapitell

©RPM, Foto: S. Werner

Das Kapitell zeigt auf allen vier Seiten das Gesicht der Göttin Hathor mit Kuhohren und einer schweren Perücken, die seitlich gebunden und mit zwei Rosetten verziert ist. Das Gesicht der Göttin ist breit und rundwangig, ihr Mund ist zu einem Lächeln verzogen. Über dem Kapitell saß ursprünglich ein naosförmiges Element auf, das gesondert gearbeitet war. Das für die Verbindung notwendige Zapfelnloch ist noch vorhanden. Der eigentliche Säulenschaft ist verloren gegangen. 

Säulen und Pfeiler mit einem so speziellen Hathor-Kapitell waren schon seit dem Neuen Reich ein typischen Architekturelement in Heiligtümern dieser Göttin. Die Kuhohren spielen darauf an, dass Hathor sich in der Gestalt einer Kuh manifestieren konnte. Sowohl als Himmels-wie als Totengöttin wurde sie gern ganz tiergestaltig dargestellt.

Kalkstein, Fundort unbekannt, Ptolemäerzeit, 2./1. Jh. v. Chr., PM 1885

Ruhender Löwe

©RPM, Foto: S. Werner

Das Motiv des ruhenden Löwen geht auf Vorbilder aus der Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. zurück. Derartige Statuen wurden im Tempelbereich aufgestellt und symbolisierten die durch den Tempelkult befriedete Macht des Gottes beziehungsweise des Königs.

Kalkstein, Fundort unbekannt, Späte Ptolemäerzeit bis Römerzeit, 1. Jh. v. Chr. bis 2. Jh. n. Chr., RPM, Inv. Nr.: L/Sch2 

Stabaufsatz mit Bronzefigur der Göttin Isis-Selket

©RPM, Foto: S. Werner

Selket oder Selkis ist eine der vier Schutzgöttinnen (Isis, Nephthis, Neith und Selket) des Verstorbenen, der Mumie, des Sarges und Kanopen (Eingeweidekrüge). Sie wird gerade in der Spätzeit auch als Heilgötting verehrt.Sie hat die Skorpionsgestalt der Göttin Selket und eine Krone mit Kuhgehörn und Sonnenscheibe, welche in dieser Zeit auf die Göttin Isis verweist.Selket oder Serket ist seit der 1. Dynastie als Schutzgöttin belegt.

RPM, Inv. Nr.: L/Sch 633
Spätzeit (26.-30. Dynastie, ca. 660-330 v. Chr.)
Fundort unbekannt

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