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Pfeiler und Panzerschuppen: Bericht von den Arbeiten in der Ramses-Stadt im Herbst 2019

Dank der großzügigen Unterstützung der Humboldt-Universität zu Berlin und des Freundeskreises Ägyptisches Museum Wilhelm Pelizaeus Hildesheim e.V. konnten vom 25. August bis zum 25. September 2019 die Arbeiten vor Ort in Qantir fortgeführt werden. Im Zentrum standen die Aufarbeitung von Altfunden sowie die Fortführung des Umzuges von Objekten aus einem bisherigen Grabungsmagazin auf dem Tell el-Dab'a in ein neues Zentralmagazin in San el-Hagar (Tanis). Darüber hinaus wurde das fünfköpfige Team von zwei Angehörigen der HAWK in Hildesheim verstärkt, die sich der Restaurierung ausgewählter Funde widmete.

Insgesamt wurden mehr als 300 Funde durch Robert Stetefeld fotografisch dokumentiert. Dabei handelte es sich überwiegend um Objekte, die in den Grabungskampagnen der Jahre 2016 und 2017 am neuen Grabungsplatz Q VIII entdeckt worden waren, darunter Bruchstücke qualitätvoller Kalksteinreliefs oder auch Produktionsabfälle aus der Schmuckherstellung.

Neben der weiteren Bearbeitung und der Zustandsüberprüfung der in den Jahren 2016 und 2017 entdeckten Malereifragmente, wurde eine Reihe von Keramikgefäßen durch Meike Büttner restauriert und anschließend fotografiert (Abb. 2).

Abb. 2: Meike Büttner bei der Arbeit an einem großen Vorratsgefäß. © Ramses-Stadt, Robert Stetefeld.

Der ehemalige, langjährige Grabungsleiter Edgar Pusch Altfunden beschäftigte sich den Gegenständen aus Bronze und hier insbesondere der Fundgruppe der Panzerschuppen. Dabei handelt es sich um kleine schuppenförmige Objekte aus Bronze, die einst, vermutlich aufgenäht auf Leder, Teil der Schutzkleidung ägyptischer Soldaten waren.

Abb. 3: Panzerschuppe aus Bronze. FZN 87/0223 © Ramses-Stadt, Robert Stetefeld.

Eine der Hauptaktivitäten des Teams stellte außerdem der Umzug von Altfunden dar, die bislang in einem Magazin, auf dem der Grabung benachbarten Tell el-Dab'a untergebracht waren. Diese werden seit 2014 sukzessive in das neugebautes Zentralmagazin in San el-Hagar (Tanis) überführt, wo sie wesentlich besseren und sicheren Bedingungen gelagert werden können. Waren die kleinformatigen Funde bereits in den Vorjahren transportiert worden, stellte der jetzt durchgeführte Transport von etwa 200 steinernen Architekturfragmenten eine erhebliche logistischen und physische Herausforderung dar, an der etwa 50 Personen beteiligt waren (Abb. 4).

Abb. 4: Gruppenfoto vor dem alten Magazin auf dem Tell el-Dab’a. © Ramses-Stadt, Robert Stetefeld.

Dem Transport ging eine restauratorische Untersuchung durch Meike Büttner und Jens Neitzel von der HAWK in Hildesheim voraus, die sicherstellen konnte, dass die Objekte nicht auf dem Transport beschädigt wurden. Es stellte sich dabei heraus, dass eine Gruppe von insgesamt dreizehn achteckigen Pfeilern aus Kalkstein ohne eine vorangehende Restaurierung nicht transportfähig war (Abb. 5). Auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse wurde ein Plan erstellt, anhand dessen eine Restaurierung im kommenden Jahr erfolgen kann. Anschließend werden auch diese Pfeiler in das neue Magazin transportiert.

Abb. 5: Jens Neitzel und Ali Bedawi bei der Begutachtung eines der Pfeiler. © Ramses-Stadt, Robert Stetefeld.
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