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„WIR HOLEN UNSERE BÜRGERMEISTER HEIM!“
NEUERWERBUNGEN AUS DEM BESTAND DER FAMILIE BRANDIS

©RPM, Foto: Sh.Shalchi (v. l. n. r.: Klaus Brandis, Joachim Brandis, Anna Brandis)

Im Sommer 2016 konnte dank großzügiger Unterstützung von Hildesheimer Sponsoren ein Stück der Geschichte unserer Stadt zurückgewonnen werden.

Den Impuls gab das zur Versteigerung stehende umfangreiche Archiv der Familie Brandis im Hamburger "Auktionshaus City Nord im Hause Dr. Greve GmbH". Um an der Auktion überhaupt teilnehmen zu können, war es erforderlich sehr kurzfristig Spendengelder zu requirieren. Erfreulicherweise fanden sich spontan acht Institutionen und private Spender zur Unterstützung dieses Projektes. Und so ist es uns gelungen, drei für Hildesheims Stadtgeschichte wichtige Porträts zu sichern.

Inzwischen restauriert, werden die drei Bildnisse zukünftig den Wandbereich über dem Zugang zum Struckmann-Saal im historischen Rathaus zieren. Die Familie Brandis war seit dem 15. Jahrhundert untrennbar mit den politischen Geschicken der Stadt Hildesheim verbunden. Aus den weit verzweigten Familienstämmen gingen unter anderem bedeutende Bürgermeister und Ratsherren hervor. Die neu erworbenen Portraits zeigen zum einen

• Joachim Brandis, geboren am 3. August 1516 in Hannover, gestorben am 1. Mai 1597 in Hildesheim. Er ist der Verfasser des ersten Hildesheimer Diariums (Tagebuches), aus dem die Hildesheimer Stadtgeschichtsforschung bis heute wichtige Erkenntnisse aus der frühen Neuzeit schöpft. Er war von 1576 bis 1587 Bürgermeister der Altstadt zu Hildesheim und ist Stammvater des "Jüngeren Hauptstammes".

• Eheleute Klaus und Anna Brandis. Anna wurde am 24. August 1571 in Hildesheim geboren und starb am 11. April 1615 ebenfalls in Hildesheim. Um 1570 heiratete sie Klaus Brandis. Dieser war 1623 Ratsherr, dann Riedemeister (Vorsteher der Stadtverteidigung und anderer (militärischer) Unternehmungen) und schließlich Bürgermeister. Er verstarb im Jahr 1653.

Diese drei Gemälde zählen zu den ältesten Beispielen von Hildesheimer Portraits bedeutender Bürger dieser Stadt. Neben den damals üblichen Versatzstücken der Portraitkunst, wie stilisierter Bekleidung oder Handhaltungen, zeigen sie überraschend realistische Gesichtszüge und individuelle Ausdrucksformen der abgebildeten Personen. Die Kunstwerke sind eine wesentliche Ergänzung der bestehenden Gemäldesammlung des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim für die Zeit der Renaissance.

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