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Hermann Roemers Garten

Aquarell von Georg Schulte (RM, Inv.-Nr. H 6628) © RPM
Ausschnitt eines Planes der Stadt Hildesheim von ca. 1885 (RM, Inv-Nr. H 1671). Die Nische ist auf dem Plan mit der Nr. 3 gekennzeichnet. Die anderen Markierungspunkte auf dem Plan der Abb.1 zeigen zum einen mit einer punktierten Linie angegeben den Standort des Zeichners Georg Schulte und mit den Punkten (1) Roemers Haus, (2) die Schützenallee, (3) Nische mit vollständig freigelegten Posidonienschiefer-Schichten, (4) angelegter Teich, © RPM

Hermann Roemer beschrieb in seinem kurz nach seiner Pensionierung erschienenen Buch "Die geologischen Verhältnisse der Stadt Hildesheim. Hrsg. von der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt, Berlin 1883 zum ersten Mal selbst seinen Garten, den er als öffentlich zugänglichen Landschaftspark für die Hildesheimer Bevölkerung anlegte.
In der Reihe Entdecken-Staunen- Begeistern ist deshalb im 175. Jahr des Bestehens unseres Museums ein Text des Museumsbegründers Hermann Roemer von besonderer Bedeutung:

"In südlicher Richtung von diesem Aufschlusse [Anm. Verf. gemeint ist das regional anstehende Gestein, dass im Bereich des Liebesgrundes sichtbar wird], aber auf der rechten Seite des Lademühlenstranges habe ich im Jahr 1856 an dem steilen Hange, welcher hier das Innerstethal begrenzt, und zwar auf der Strecke von Eisenbahndamme bis zur Schützenallee einen Garten angelegt. Sowohl bei der Herrichtung des Plateaus, auf welchem jetzt mein Wohnhaus steht, als auch bei der Anlage einer Nische neben dem Teiche wurden die Schichten diese Hanges vollständig blosgelegt. Es zeigten sich dunkle Thone mit deutlicher Schichtung, die aber an der Luft bald wie Mergel zerfielen. In diesen Schichten lagen in regelmässigen 0,6 - 0,8 Meter voneinander entfernten Reihen grosse platte Sphärosiderite, deren äußere leicht abspringende Schale von ockerartiger Beschaffenheit einen sehr eisenhaltigen festen Kern umgab. In den höheren Schichten neben dem Wohnhause wurden mächtige Stücke schön ausgebildeten Nagelkalks (Tutenmergels), aber keine Versteinerungen angetroffen. Bei der Anlage der erwähnten Nische wurden dagegen Gresslya Seebachii, Limaea acuticosta, Pecten aequivalvis, Ammonites spinatus und Belemnites paxillosus in zahlreichen Exemplaren gefunden. [...] Wir wenden uns nun zu den Schichten des oberen Lias, QUENSTEDT'S e und z, und zwar zunächst zu den Schichten mit Posidonia Bronii den sogenannten Posidonienschiefern, [...]. Der eben geschilderte, durch die Auswaschung des Innerstethals entstandene Hang, welcher dieses Thal auf dessen nordöstlicher Seite begrenzt, zeigt da, wo er den südlichsten Punkt unserer Karte erreicht, den bekanntesten Aufschluss der Posidonienschiefer im nordwestlichen Deutschland. Es ist das ein klassischer Punkt, "die "Zwerglöcher" genannt, und als "antra pumilorum" schon von VALERIUS CORDUS, AGRICOLA und LACHMUND erwähnt."

Typisch ist für Hermann Roemer, dass er selbst seinen Garten und Grundstück aus geologischer Sicht beschreibt, obwohl er die Anlage, Pflege und Aufbau seines Landschaftsgarten mit ähnlich wissenschaftlicher Akribie betrieben haben muss, dies jedoch nie schriftlich niederlegte. Die von ihm erwähnte Freilegung der Nische ist auf dem einzigen Bild, einem Aquarell von Georg Schulte, das um 1900 gemalt worden sein muss, gut erkennbar als ockerfarbener halbmondförmiger Abhang mitten im Landschaftspark.

Die geologisch/paläontologischen Funde sind heute noch alle im Bestand des Roemer-Museums nachzuweisen.

Antje Spiekermann, M. A., Registrar (Objektverwaltung/Leihverkehr)

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