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Neu im Museum: eine Goldmünze aus Ägypten

Goldmünze mit Darstellung Ptolemaios I., wohl aus Alexandria, geprägt unter Ptolemaios II. um 273 v. Chr. Neuerwerbung Pelizaeus-Museum mit Mitteln der Schafhausen-Stiftung, Bild: ©RPM, Fotos: Sh. Shalchi
Relief mit Darstellung Ptolemaios I. als Pharao vor dem Gott Thot, aus Tuna el-Gebel, Hildesheim PM 1883, Bild: ©RPM, Fotos: Sh. Shalchi
Stucktäfelchen mit Darstellung Ptolemaios I., aus Mit Rahine / Memphis, Hildesheim PM 1120, Bild: ©RPM, Fotos: Sh. Shalchi

Manchmal braucht es neben dem nötigen Geld auch eine gehörige Portion Glück, um bei einer Auktion ein wertvolles Objekt gegen andere Bieter ersteigern zu können. Anfang des Jahres ist dem Museum dies mit dem Erwerb gleich eines ganzen Konvoluts von Objekten gelungen, zu denen auch eine goldene Münze aus Ägypten gehört (Abb. 1). Schon aufgrund des Materials ist sie das teuerste Objekt unter den Neuzugängen, doch auch ihr fast perfekter Erhaltungszustand steigert ihren Wert erheblich. Die Münze zeigt auf der einen Seite einen Männerkopf, auf der anderen Seite einen Adler mit Blitzbündel in den Krallen.

Bei dem Männerkopf handelt es sich um Ptolemaios I., einen der Generäle Alexanders des Großen, der nach dessen Tod im Jahr 323 v. Chr. Ägypten zunächst als Satrap und später dann als eigenständiger Herrscher regierte - quasi ein "Pharao mit Migrationshintergrund". Wenngleich er kaum die Landessprache beherrschte und zumindest anfangs wohl auch nur wenig über die komplexe ägyptische Königsideologie wusste, verstand er es, sich sowohl den Ägyptern als auch den in Ägypten lebenden Ausländern gleichermaßen als legitimer Herrscher zu präsentieren.

Auf den Reliefs einer unterirdischen Kultanlage aus Tuna el-Gebel für einen verstorbenen Pavian, heiliges Tier des Weisheits- und Schreibergottes Thot, ist Ptolemaios I. zu sehen, wie er den ägyptischen Göttern opfert (Abb. 2). Die Kapelle mit den farbigen Reliefs gehört zu den Highlights des Hildesheimer Museums und zeigt Ptolemaios als einheimischen Pharao in ägyptischem Stil.

Auf der neu erworbenen Goldmünze hingegen erscheint er in hellenistischem Stil mit Stirnband ohne jegliche ägyptische Ikonographie, genau wie auf einem Stucktäfelchen aus dem antiken Memphis in der Nähe des modernen Kairo, das zu einem der berühmtesten Portraits Ptolemaios I. gehört (Abb. 3). Auch die Rückseite der neu erworbenen Goldmünze mit dem Adler ist nicht ägyptisch, sondern verweist auf den griechischen Göttervater Zeus. Während der gesamten Ptolemäerzeit wurden immer wieder Münzen mit dem Bild des Dynastiegründers Ptolemaios I. herausgegeben; das ovale Schild vor dem Adler auf der Rückseite verrät, dass die neu erworbene Goldmünze tatsächlich nicht unter Ptolemaios I., sondern unter dessen Sohn und Nachfolger Ptolemaios II. (282-246 v. Chr.) geprägt wurde, da das Schild nur auf seinen Münzen erscheint.

Der Nominalwert der Goldmünze beträgt fünf Drachmen, weshalb sie in der Numismatik (Münzkunde) als "Pentadrachme" (griechisch pente = fünf) bezeichnet wird. Im gesamten Herrschaftsgebiet der Ptolemäer waren ausschließlich ptolemäische Münzen als offizielles Zahlungsmittel erlaubt, Fremdwährungen mussten in Alexandria in einheimische Währung umgetauscht werden. Mit der neuen Goldmünze besitzt das Hildesheimer Museum weltweit eine der bedeutendsten Sammlungen mit Bildnissen Ptolemaios I., dem Gründer der letzten Herrscherdynastie von Pharaonen.

Dr. Christian Bayer, Kurator (Ägyptologie und Mediterrane Antike) des Pelizaeus-Museums

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