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Von Elefanten und Kühen

Bild: Watussi Hörner, ©RPM, Foto: Sh. Shalchi

Die ethnologische Sammlung des Roemer- und Pelizaeus-Museums ist für Ergänzungen der Bestände zumeist auf Übernahmen von Stiftern angewiesen. Jedes Jahr meldet sich eine Vielzahl von Personen, die von eigenen Reisen, aus Nachlässen oder auch aus Ankäufen im Kunsthandel verschiedenste Objekte aus fast aller Teilen der Welt erworben haben.
Vor einiger Zeit erreichte mich ein Anruf, bei dem eine Dame Teile aus dem Nachlass ihres Sohnes anbot. Dieser sei als Entwicklungshelfer in Ostafrika gewesen und hätte von dort einige Dinge mitgebracht. Ich bekundete mein Interesse, mit dem Hinweis, dass ich mir die Stücke natürlich live ansehen müsste, um festzustellen, ob sie in unser Museum und unser Sammlungskonzept passen. Dem wollte die Besitzerin gerne nachkommen, teilte aber mit, dass es neben Masken weitere Stücke gebe, derer sie sich entledigen wollte, darunter: zwei Elefanten-Stoßzähne.
Da der Handel mit Elfenbein seit 1990 in der EU verboten ist, schreckte ich erstmal etwas zurück, da es sehr schwierig und kostspielig ist, nachträglich Genehmigungen für den Erwerb geschützter Arten zu erhalten. Ich versprach aber mich umzuhören, ob und wie eine solche Übernahme an das Museum möglich wäre. Mein erster Anruf ging an das Bundesamt für Naturschutz in Bonn. Hier verwies man mich an den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Hannover.
Die Sachbearbeiterin dort erklärte mir, dass es für das Museum relativ unkompliziert sei, die Stoßzähne zu übernehmen. Die jetzige Eigentümerin müsse eine Eigentumsabtrittserklärung an das Land Niedersachsen unterschreiben. Dann würde das Elfenbein in Museumsbesitz übergehen können. Ausführend für diese Erklärung sei die Untere Naturschutzbehörde in Hildesheim, die bei der Übergabe zur Unterschrift des Formulars anwesend seien müsse.
Gesagt, getan. Ein Termin wurde mit der Spenderin und der Behörde vereinbart, und pünktlich erschienen alle im Foyer des RPM. Die Spenderin mit einem abgedeckten Wäschekorb, aus dem unten zwei Spitzen herausragten. Als ich sie sah, beschlich mich eine Ahnung, aber zunächst gingen wir alle in mein Büro. Um die Zeit der Dame von der Behörde nicht länger als nötig zu beanspruchen, bat ich gleich zu Anfang darum die Abtrittserklärung zu unterschreiben. Daraufhin förderte die Spenderin ihre Schätze aus dem Korb zutage, und meine Vermutung bestätigte sich: Vor uns lagen mitnichten Elefantenstoßzähne, sondern zwei prächtige, je über einen Meter lange Rinderhörner. Eine kurze Recherche im Internet brachte die Bestätigung, dass sie vom Watussi-Rind stammen. Nach einigem Gelächter über den Irrtum verließ uns die Sachbearbeiterin der Naturschutzbehörde – ohne unterschriebene Abtrittserklärung, da die Rinder Haustiere und nicht artengeschützt sind.
Die Masken der Stifterin waren ein willkommener Zuwachs für die Afrika-Sammlung des RPM. Die gewaltigen Hörner aber wanderten in die Museumspädagogik und warten nun darauf, Kinder zum Staunen zu bringen.
Dr. Andrea Nicklisch, Kuratorin der ethnologischen Sammlung des Roemer–Museums.

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