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Vortragsreihe: „Die Germanen und Wir“

Der Lions Club Hildesheim-Marienburg hat in enger Zusammenarbeit mit dem Roemer- und Pelizaeus-Museum eine Vortragsreihe „Die Germanen und Wir“, eine Zeitreise über 10 000 Jahre geplant.

Die Vortragsreihe besteht aus zwölf Beiträgen in chronologischer Abfolge. Dies sind „Zeitschnitte“ und sollen repräsentativ für jeweils eine bedeutende Epoche stehen. Viele bleiben aber außen vor, doch werden so insgesamt Entwicklungen über eine Zeitspanne von ca. 10.000 Jahre ansatzweise deutlich: von der ersten Besiedlung Europas über die vorgeschichtlichen Entwicklungen seit dem 7./6. Jt. v. Chr. bis ins Mittelalter. Dabei geht es sowohl um die Lebensbedingungen der Menschen, die Vielfalt der Stämme, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Europa war ein „Schmelztiegel“, in dem kulturelle und technische Errungenschaften unter den Völkern und Gemeinschaften erfolgreich und weiträumig ausgetauscht wurden - der Handel blühte. Gleichzeitig aber haben das Streben nach Dominanz und Sicherung der Lebens- und Einflussräume - nach Territorien und deren Erweiterungen - oft auch zu einem Ringen auf Leben und Tod, zu Kampf und Vernichtung geführt.

Die vortragenden Personen sind ausnahmslos hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf ihren Gebieten. Neue Ausgrabungen, kultur- und naturwissenschaftliche Untersuchungen, wissenschaftshistorische Überlegungen zur Verwendung des Begriffs „Germanen“ sowie aktuelle Ausstellungen – zurzeit z.B. Germanen: Eine archäologische Bestandsaufnahme noch bis März 2021 in Berlin – verdeutlichen die Aktualität und das große Interesse an diesem Thema.

Der Besuch der Vortragsreihe ist kostenlos.

Um Präsenzanmeldung wird gebeten, da in Abhängigkeit von den jeweils gültigen Corona-Verordnungen womöglich die Teilnehmerzahl beschränkt werden muss. Präsenzanmeldungen sind nur per EMail bei Herrn Rainer Jebing unter r.jebing@rpmuseum.de möglich.

Die jeweiligen Online-Zugänge finden Sie unter den Vorträgen.
Einzige Voraussetzung: Sie müssen auf Ihrem PC-, Mac-, iPad-, iPhone- oder Android-Gerät die Software/App „Zoom“ installiert haben (www.zoom.us/download)

Mittwoch, 2. Februar 2022, 20.00 Uhr
Das Fürstengrab von Gommern

Es spricht:
Prof. Dr. Matthias Becker
Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Halle

Während einer routinemäßigen Begehung bei Gommern in der Nähe von Magdeburg stießen ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger aus Magdeburg 1990 auf eine auffällige Ansammlung von Steinen und Humus. Dank ihrer Aufmerksamkeit und Umsicht konnte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt den Fundort eines der reichsten und besterhaltenen Gräber Germaniens modern dokumentieren und ausgraben.

Ein Prunkschild, zwei Fibeln aus Gold, ein Prachtgürtel, je ein Hals- und Fingerring aus Gold, sowie Gefäßen aus Silber, Bronze, Glas und Holz spiegeln die hohe Stellung des Kriegers innerhalb der germanischen Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 3.Jh. n. Chr. wider. Das Grab von Gommern ist zwar die prächtigste, jedoch nicht die einzige Grablege dieser Art. Zwischen Skandinavien und Südosteuropa fanden sich weitere Gräber, die mit ihrer wertvollen Ausstattung einer aristokratischen Schicht des 3. Jahrhunderts n. Chr. angehören und im überregionalen Vergleich gesehen werden müssen.

Durch den Grabinhalt wird neben dem Einblick in das Leben des Fürsten von Gommern das Spannungsverhältnis zwischen dem Römischen Imperium und Ger-maniens sichtbar. Gleichzeitig lassen sich zahlreiche nachbarschaftlichen Bezie-hungen innerhalb des germanischen Gebiets erkennen, die von europaweiter Mo-bilität zwischen Skandinavien und Südosteuropa zeugen.

Prof. Dr. Matthias Becker studierte von 1983 bis 1988 Ur- und Frühgeschichte (einschließlich Anthropologie und Quartärgeologie/Bodenkunde) an der Humboldt-Universität zu Berlin, wurde Jahre 1994 an der Universität Halle promoviert, habilitierte sich dort 2013 und ist seit 2018 außerplanmäßiger Professor. Seit 1991 arbeitet er am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle und betreut die Bodendenkmalpflege im Süden des Landes. Im Zuge der Bearbeitung des Fürstengrabes von Gommern war er an BMFT- und VW-Projekten beteiligt und hat die erste Ausstellung zum Grab gestaltet. Neben der Organisation zahlreicher Ausgrabungen zu allen Zeitstellungen (u.a. ICE-Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle) hat er am Corpuswerk zum römischen Import im Barbaricum mitgewirkt und forschte zu Brandgräbern und zur Verbrennung auf dem Scheiterhaufen sowie zur Chronologie der späten Jungsteinzeit.
Er ist korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und Redaktor für das „Archäologische Korrespondenzblatt“.

Registrierungslink zum Zoom-Vortrag: bit.ly/3k4lPiG

Mittwoch, 16. Februar 2022, 20.00 Uhr
Niedersachsen im ersten Jahrtausend - Wer waren die Sachsen?

Es spricht:
Dr. Babette Ludowici
Braunschweigisches Landesmuseum

Wer sind die Niedersachsen? Sturmfest und erdverwachsen? Und Nachfahren der „alten Sachsen“? Archäologinnen und Historiker haben die Geschichte des 1. bis 10. Jahrhunderts im heutigen Niedersachsen, aber auch in Westfalen in den letzten 30 Jahren grundlegend revidiert. Die bekannte Erzählung von der Eroberung dieser Gebiete durch den germanischen Stamm der »alten Sachsen«, den unter anderem das populäre Niedersachsen-Lied propagiert, wurde kritisch hinterfragt. Das Ergebnis: Das ist eine schöne Geschichte – aber auch nicht mehr. Der Mythos entpuppte sich nicht nur als romantisch verklärt, sondern auch als politisch gewollt. Alle modernen Erkenntnisse der Forschung wurden in der Niedersächsischen Landesausstellung 2019 „SAXONES“ erstmalig einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Dr. Babette Ludowici, die Kuratorin der Ausstellung, fasst in ihrem Vortrag die aktuellen wissenschaftlichen An- und Einsichten zu diesem Thema noch einmal zusammen.

Frau Dr. Babette Ludowici beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Archäologie des 1. Jahrtausends in Mittel- und Nordeuropa. Sie hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht und Vorträge gehalten.

Frau Dr. Ludowici hat in Heidelberg und Marburg studiert und wurde 1998 mit einer Studie zur Entwicklung der Bestattungssitten im südöstlichen Niedersachsen im 1. Jahrtausend n. Chr. promoviert. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Bodendenkmalpflege war sie von 1998 bis 2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa in Leipzig. Von 2006 bis 2016 war sie Kuratorin im Fachbereich Archäologie am Niedersächsischen Landesmuseum Hannover. Seit 2017 leitet sie die Abteilung Archäologie am Braunschweigischen Landesmuseum.

Frau Dr. Ludowici ist Mitglied der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen und der Archäologischen Kommission für Niedersachsen. Sie ist Mitglied der Geschäftsführung des Fachverbandes „Internationales Sachsensymposions“ (IVoE, Brüssel) und Herausgeberin der internationalen Veröffentlichungsreihe „Neue Studien zur Sachsenforschung“.

Registrierungslink zum Zoom-Vortrag: bit.ly/3hwbUAC

Mittwoch, 2. März 2022, 20.00 Uhr
Otto I.; Germania Slavica

Es spricht:
Prof. Dr. Stephan Freund
Landesmuseum Magdeburg

Registrierungslink zum Zoom-Vortrag: bit.ly/2VyOFxr

Mittwoch, 30. März 2022, 20.00 Uhr
Die „Germanen“ - Entstehung und Scheitern des Nationalen Narrativs

Es spricht:
Prof. Dr. Uta Halle
Universität Bremen/Focke-Museum Bremen

Registrierungslink zum Zoom-Vortrag: bit.ly/3wtZz4k

Mittwoch, 13. April 2022, 20.00 Uhr
Kaiserpfalz Goslar – ein Denkmal zwischen Königen, Beamten und Bürgern

Es spricht:
Dr. Markus Blaich
NLD Hannover

Registrierungslink zum Zoom-Vortrag: bit.ly/3xw2Ktw

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Montag, 24.01.
18:30 Vortrag: Hölderlin und Leonardo. Analogien im Lichte der Felsgrottenmadonna, mit Prof. Dr. Josef Nolte, Universität Hildesheim

Dienstag, 25.01.
11:00 Öffentliche Führung "Moria"

Donnerstag, 27.01.
16:00 Öffentliche Reality-Führung "Seuchen"

Freitag, 28.01.
16:00 Öffentliche Führungen "Moria"
18:00 Öffentliche Taschenlampenführung "Seuchen"

Samstag, 29.01.
11:00 Führung "Seuchen" für Menschen mit Höreinschränkung


Für alle Führungen ist eine Anmeldung unter buchungen(at)rpmuseum.de oder unter 05121 9369-20 erforderlich.

Aktuelle Corona-Regelungen

Stand: ab 15. Januar 2022
Es gilt aktuell die 2G-Regelung:

Besucher des Museums müssen einen Impf- oder Genesungsnachweis vorlegen.

Wir sind an folgenden Tagen persönlich für Sie erreichbar:

Dienstags
in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr sowie mittwochs und donnerstags jeweils von 13:00 bis 16:00 Uhr.

Senden Sie Ihre Buchungsanfrage gern auch per E-Mail an buchungen(at)rpmuseum.de

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