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Montag, 13. November 2017, 18.30 Uhr
Ägyptomanie in Preußen. Die Tafelskulptur zur Hochzeit im Königshaus 1804

Dr. Friederike Werner, München

Ein Tafelaufsatz der Bronzefabrik Werner & Mieth in Berlin birgt ein Geheimnis. - Ein Heiliger Hain mit Apis-Stier, Apis-Priestern, Palmen, Greifen, Osiris-Canopus und Sphingen erzählt berückende mythologische Geschichten. Hinzu kommt die anziehende poetische Schönheit der künstlerischen Ausführung. Das bislang übersehene Meisterwerk der Ägyptomanie aus schwarzer und feuervergoldeter Bronze auf blauem Grund sowie aus weißem Flussglas ist im Schlossmuseum Darmstadt beheimatet. Das Ensemble stand auf der Berliner Hochzeitstafel des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs Friedrich Wilhelm III., und Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg. Der Vortrag von Dr. Frederike Werner, München, ist dem einzigartig fantasievollen und herrschaftlichen Tafelprogramm auf der Spur.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 6. November 2017, 18.30 Uhr
Mythos Olympia. Die häufigsten Missverständnisse über Olympia und seine Spiele

Manfred Blank, Hildesheim

 

Nach fast 500-jähriger Unterbrechung fanden 1896 in Athen offiziell die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Damit sollte der Geist des Olympischen Gedankens erneuert werden: die Jugend der Welt war zu einem sportlichen Wettstreit aufgerufen. Olympia war zu einem Mythos geworden.Manfred Blank, Hildesheim, wird über die häufigsten Missverständnisse über Olympia und seine Spiele sprechen.

 

 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 30. Oktober 2017, 18.30 Uhr
150 Jahre Hildesheimer Silberfund

Prof. Dr. W. Schuhr, Magdeburg, Hannover

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 23. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Die Tempel im Alten Reich

Prof. Dr. Richard Bußmann, Köln

Die Tempel Ägyptens gehören zu den großartigen Bauwerken der Pharaonen: steinerne Denkmäler, gemacht für die Ewigkeit. Doch jüngere Ausgrabungen zeichnen ein völlig anderes Bild der frühen Epochen Ägpytens. Die Tempel des Alten Reichs, ca. 2700-2300 v. Chr., waren kleine Lehmziegelheiligtümer fernab vom Königtum. Sie dienten lokalen Gemeinschaften als Zentrum ihrer religiösen Praxis. Der Vortrag entfaltet die Geschichte der frühen Göttertempel Ägyptens im Licht archäologischer und schriftlicher Hinterlassenschaften. Er zeigt, wie die altägyptischen Könige nach und nach in die lokalen Kulte eingedrungen sind und sie in die Königsideologie eingebunden haben.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 16. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Theologie und Frömmigkeit in Hermopolis Magna

Prof. Dr. Regine Schulz und Claudia Schindler, Hildesheim

Die antike Kulturlandschaft von Hermopolis Magna und der zugehörigen Nekropole von Tuna el-Gebel steht im Zentrum eines von der VW-Stiftung unterstützten wissenschaftlichen Kooperationsprojektes des Roemer-und Pelizaeus-Museums mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Kairo.

Der Fokus liegt auf der Theologie von Hermopolis, die sich vor allem mit Fragen nach der Entstehung der Welt beschäftigt hat. Die Nekropole Tuna el Gebel ist nicht nur für den eindrucksvollen Friedhof der Stadtbewohner (zu nennen ist hier das berühmte Grab des Petosiris) bekannt, sondern auch für die unterirdischen Anlagen mit seinen hunderttausenden von Tierbestattungen. Die Kapelle für den Schöpfergott Thot in Roemer- und Pelizaeus-Museum stammt aus dieser Nekropole.

Grundlage des 3-jährigen Forschungsprojektes sind die Sammlungsbestände des RPM, die Grabungsdokumentation von Hermann Roemer im Stadtarchiv Hildesheim, die Ausgrabungen der Joint Mission der Cairo University und der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie andere schriftliche und bildliche Quellen der altägyptischen Religion.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Pronaos des Thot-Tempels zur Zeit der Napoleonischen Expedition (1798–1801), Description IV, 51, ©RPM

Montag, 9. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Ägypten im Nationalmuseum der Schönen Künste in Havanna

Prof. Dr. Maria Castro Miranda, Havanna
(Zusammen mit dem Kestner Museum Hannover)

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 12. Juni 2017, 18.30 Uhr
"Ägypten – Zwischen den Revolutionen (1952 und 2011) und danach"

Mamdouh Habashi, Kairo

Mamdouh Habashi ist ein erfolgreicher Architekt, der in Kairo und Berlin studiert hat, heute in Ägypten lebt und z. B. im letzten Jahr für den Neubau des Goethe-Instituts in Kairo verantwortlich war. Noch bekannter ist er allerdings (auch IN Deutschland) als engagierter internationaler Politiker und zurzeit Mitglied des Polit-Büros der Sozialistischen Volksallianz in Ägypten sowie mehrerer nationaler und internationaler Organisationen.

Mamdouh Habashi interessiert sich aber nicht nur für die aktuelle ägyptische und internationale Politik, sondern er ist auch ein profunder Kenner der modernen ägyptischen und internationalen Geschichte, weshalb das Roemer- und Pelizaeus-Museum ihn eingeladen hat über die Entwicklung des modernen Ägypten, die derzeitige Situation und die Zukunftsperspektiven des Landes zu sprechen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Geschichte des modernen Ägypten sowie der internationalen Einflussnahme seit der Eroberung durch Napoleon (1798). Dabei geht es im ersten Teil um die Einbindung Ägyptens in das Osmanische Reich, die Herrschaft Mohamed Alis (ab 1805) und der Orabi Revolution (1881); die Britische Besetzung (ab 1882) und die Revolution nach dem Weltkrieg I. (1919) sowie das Ende der Mohamed Ali Dynastie mit der Revolution von 1952.

Der zweite Teil befasst sich mit der Zeit von Gamal Abel Nasser, den Krisen des Landes bis hin zum Suez-Krieg (1956) und der Heroisierung Nassers auf nationaler und internationaler Ebene sowie der Zeit Sadats und Mubaraks.

Der dritte Teil fokussiert auf die Revolution von 2011 und die Folgesituation unter der Herrschaft des Supreme Council of the Armed Forces, der Muslim-Brüder und unter Abdel Fattah as-Sisi. Der Vortrag schließt mit einer Gesamtanalyse mit Fokus auf die aktuelle Situation sowie Überlegungen zu Zukunftsperspektiven. 

Im Anschluss steht Herr Habashi gerne für Fragen oder Diskussionen zur Verfügung. 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 10.04.2017, 18.30 Uhr
„Wir haben nie kapituliert“

© Evelyn Camille

Evelyn Camille, Tk’emlúps Indian Band, Kamloops B.C., Kanada

Wenn von „Indianern“, American Indians“ oder „Native Americans“ die Rede ist, denken viele wohl zunächst an die Geschichte der USA, an große Häuptlinge wie Sitting Bull, Red Cloud, oder vielleicht Crazy Horse, vielleicht sogar an Leonard Peltier. Gängige gegenwärtige Karten, die die heutigen Reservate zeigen, enden im Norden mit der Grenze zu Kanada, darüber ist oft nur noch eine weiße Fläche zu sehen, als ob es in Kanada keine Reservate gäbe. Dass es in Kanada außer den Irokesen, Inuit, Haida und Kwakiutl auch noch eine Vielfalt anderer First Nations („Ureinwohner“) gibt, ist oft nur wenigen bekannt.

Die Vortragende des Abends, Evelyn Camille, ist Mitglied der Secwepemc Nation, oder auch „Shuswap“, die im zentralen Britisch Kolumbien leben, auf der Hochebene zwischen den Cascade-Mountains im Westen und den Rocky Mountains im Osten.

Evelyn Camille, geboren 1939, war lange Jahre Mitglied des Band Council (Gemeinderat), verantwortlich u.a. für Bildungsfragen, natürliche Ressourcen und Rechtsfragen.

Seit langen Jahren bemüht sie sich um die offenen Landrechtsfragen, um die Anerkennung der Aboriginal Rights and Titles und um den Schutz der natürlichen Ressourcen. Sie war und ist an vielfältigen Protestbewegungen beteiligt, wie z.B. dem Constitution Express, Concerned Aboriginal Women, Bringing back the Children, sowie gegenwärtigen Aktionen gegen den Raubbau an den natürlichen Ressourcen (z.B. Standing Rock Water Protection, Kinder Morgan Pipeline) oder gegen die Versuche, die indigenen Landansprüche zu eliminieren (Bill C-45). Heute ist sie auch Mitglied des Aboriginal Community Justice Council in Kamloops B.C., den sie mit aufgebaut hat und dessen Aufgabe darin besteht, First Nation Personen, die mit dem kanadischen Justizsystem konfrontiert sind, zu unterstützen.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 13.03.2017, 18.30 Uhr
«Handbuch» für die Reise ins Jenseits. Das außergewöhnliche Bildprogramm spätzeitlicher Holzsärge aus el-Hibeh

Dr. Beatrix Gessler-Löhr, Universität Heidelberg

Die kostbaren Särge, Mumien und Grabbeigaben aus allen wichtigen Epochen Ägyptens üben zurecht eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher des Pelizaeus-Museums aus. Bei den Särgen fasziniert einmal ihre enorme Vielfalt: die Bandbreite reicht von monumentalen Sarkophagen aus Rosengranit über farbig bemalte und z.T. vergoldete, kasten- oder mumiengestaltige Holz- und Kartonagesärge bis hin zu einer fragilen römerzeitlichen Mumienhülle mit Porträttafel. Zum anderen finden sich darunter höchst ungewöhnliche Exemplare in bezug auf Qualität, Ausstattung und Seltenheit. So werden die einzigartigen Mumifizierungsszenen auf zwei Hildesheimer Särgen zwar in beinahe jeder Publikation zu Totenkult und Jenseitsvorstellungen im alten Ägypten abgebildet, ohne jedoch Herkunft, archäologischen Kontext oder das komplexe Dekorationsprogramm dieses speziellen Sargtyps zu berücksichtigen. Der Vortrag bietet eine Einführung in diese Themen, während die Darstellungen in das auch aus anderen Text- und Bildquellen überlieferte Ritualgeschehen eingebettet, illustriert und erläutert werden.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 20.02.2017, 18.30 Uhr
"Hermann Roemer im Briefwechsel mit seinen Brüdern"

Dr. Helga Stein, Hildesheim

Die Geschwister Roemer in ihrer Korrespondenz
Alle kennen Hermann Roemer als Museumsgründer, als Parlamentarier, als Denkmalpfleger und nicht zuletzt als Geologen. Wie war er aber als Mensch? Wie sah er aus? Wie vertrug er sich mit seinen Geschwistern. Die umfangreiche Korrespondenz der Geschwister Roemer befindet sich im Stadtarchiv Hildesheim Best 345. Sie umfasst Hunderte von Briefen. Ein großer Teil behandelt Mitteilungen, wie sie unter Familienmitglieder ausgetauscht werden. Ein fast ebenso großer behandelt seine wissenschaftliche und politischeTätigkeit,180 Briefpartner. Zum Jubiläum des Museums, 1995, wurden diese Briefe transliteriert und für den Band "Gesammelte Welten" ausgewertet. Der Vortrag wird sich mit den persönlichen Problemen der Familie Roemer auseinandersetzen: mit ihrem Vermögen, ihrer Wohnung, ihrer Gesundheit u.a.m.
Dr. Helga Stein gibt aus den Briefen eine heiter-ernste Schau auf das Leben der sieben Geschwister.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 13.02.2017, 18.30 Uhr
"Das Vorholz - ein Kleinod vor den Toren Hildesheims. Beobachtungen in einem wenig bekannten Waldgebiet"

Hannelore Genuit-Leipold, OVH Hildesheim

Das Vorholz ist ein kleiner Höhenzug, der sich vom Galgenberg bei Hildesheim bis zum Ohrberg bei Luttrum erstreckt. In ihrem Vortrag wird Hannelore Genuit-Leipold vor allem den wenig bekannten östlichen Teil des Höhenzuges mit seinen botanischen Seltenheiten und einigen geologischen und historischen Besonderheiten vorstellen. 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 30.01.2017, 18.30 Uhr
"Der Skalp des Wassermonsters - Geschichte und Symbolik indianischer Federhauben"

Jens Matuschek, Universität Göttingen

Der Kopfschmuck aus Adlerfedern ist der vielleicht wichtigste Bestandteil des bei uns vorherrschenden Indianerbildes. Dabei ist die Federhaube weit mehr als eine bloße Kopfbedeckung.
In seinem Vortrag hinterfragt der Göttinger Ethnologe Jens Matuschek dieses Klischeebild und geht der spannenden Entwicklung der Federhaube in verschiedenen indigenen Kulturen Nordamerikas nach.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 16.01.2017, 18.30 Uhr
"Das Archäologische Museum von Ismailia - Alte Schätze neu entdeckt"

Dr. Helmut Brandl, Humboldt Universität zu Berlin

Das archäologische Museum von Ismailia wurde bereits 1934 eröffnet. In enger Abstimmung mit dem ägyptischen Ministerium für Altertümer arbeitet das Berliner Uni-Projekt "Museen im Nildelta" derzeit an einem Katalog, der erstmals seine Hauptwerke einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt.
Die Exponate stammen aus der Region des Suez-Kanals und wurden überwiegend beim Bau dieser Wasserstraße und einer weiteren, des Ismailia-Kanals, gefunden. Neben Skulpturen aus den auch aus der Bibel bekannten Tempelstätten Pithom und Bubastis handelt es sich um archäologische Funde aus Siedlungen und Gräbern aus drei Jahrtausenden und aus ganz Ägypten. Ergänzt wurde die Sammlung durch Ankäufe von Aegyptiaca, die von Jean Clédat, einem für die Suez-Kanal Gesellschaft tätigen Koptologen und Archäologen, für das Ismailia-Museum vorgenommen wurden.
Der Vortrag des Projektleiters Dr. Helmut Brandl gibt Einblicke in die fotografisch gut dokumentierte Arbeit der Mitarbeiter_innen und erläutert eine Reihe bedeutsamer Exponate.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 21. November 2016, 18.30 Uhr
"Naturkundliche Reise nach Argentinien"

Prof. Dr. Georg Rüpel und Dagmar Hilfert-Rüpell, Braunschweig

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 19. November 2016, 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

Assunta Verrone: Identität und Präsenz: Der Leib in der Malerei

Eintritt: frei

Montag, 14. November 2016, 18.30 Uhr
"Geschlechterrollenwechsel bei nordamerikanischen Indianern"

Dr. Sabine Lang, Hamburg

In unserer Kultur gibt es nur zwei Geschlechter, anderswo auf der Welt bisweilen drei oder vier, so etwa traditionell in vielen indigenen Gesellschaften Nordamerikas. Außer Frauen und Männern waren dort früher zusätzliche Geschlechter für Mannfrauen und Fraumänner fest verankert, für Menschen, die Weibliches und Männliches in sich vereinten. Innerhalb von Weltbildern, in denen Wandel und Uneindeutigkeit Teil der natürlichen Ordnung sind, galten sie keineswegs als „abnorm“, sondern oft aufgrund ihrer Doppelgeschlechtlichkeit als etwas Besonderes. Man glaubte, sie seien von übernatürlichen Mächten gesegnet und verfügten über spezielle Gaben.

Die Ethnologin Dr. Sabine Lang hat Feldforschung zu diesem Thema durchgeführt und berichtet von Geschlechtersystemen, die sich grundlegend von unserem unterscheiden, von den traditionellen Rollen der Mannfrauen und Fraumänner, aber auch von ihrem fast völligen Verschwinden im Laufe des 20. Jahrhunderts, als euroamerikanische Normen und christliche Moralvorstellungen zunehmend die Weltbilder indigener Kulturen Nordamerikas überlagerten.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 12. November 2016, 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

Prof. Dr. Regine Schulz,
Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums:
 
Graffiti der Freiheit - Bilder des Arabischen Frühlings

Kunst hat nicht nur mit Schönheit zu tun, sondern kann auch als Mittel der Befreiung eine wichtige Rolle spielen. So waren Bilder und Graffiti während und unmittelbar nach dem "Arabischen Frühling" 2011 in Ägypten ein wichtiges Ausdrucksmittel junger Künstler mit denen sie die Ablehnung des alten Regimes, aber auch die Hoffnung nach einer neuen Ordnung zum Ausdruck brachten. Deutlich kam hierin der Wunsch nach einer Regierung zum Ausdruck, die den Menschen des Landes ein stärkeres Mitspracherecht einräumen sollte. Die Herrschaft der Muslimbruderschaft und die folgende Gegenreaktion zerstörten viele dieser Träume. Und so ist es ganz besonders schade, dass die einzige Publikation, die eine Dokumentation der Bilder und Graffiti liefert, heute in Ägypten verboten ist. Denn die meisten dieser Bilder gibt es heute nicht mehr; sie wurden von den Wänden gelöscht und überstrichen. Der Vortrag zeigt viele dieser Bilder und beschäftigt sich mit der damaligen und der heutigen Situation in Ägypten.

Eintritt: frei

Montag, 7. November 2016, 18.30 Uhr
"Seifenblasen und Glaubenssätze. Zwei Erwerbungen Hermann Roemers für sein Museum"

Dr. Johannes Köhler, Hildesheim

Hermann Roemer war immer daran gelegen, die Sammlungen seines Museums zu erweitern. Darunter sind zwei besondere Erwerbungen: Die Katechismustafel, die Nikolaus von Kues anlässlich seines Aufenthalts in Hildesheim 1451 in der Lambertikirche aufhängen ließ, lagerte lange verborgen in einem Abstellraum und wurde um 1871 von Roemer in das Museum gebracht. Kurz vor seinem Tod erwarb er Reste aus dem niedergebrannten Schloss Ruthe bei Sarstedt, darunter die seifenblasenden Putti auf einem Fliesentableau, hergestellt in Wrisbergholzen.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 31. Oktober 2016, 18.30 Uhr
"Hitlers Rache - Das Stauffenberg-Attentat und seine Folgen für die Familien der Verschwörer"

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase © SCM-Verlag, Sophia Wald

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase, Mannheim

Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 wurden die Angehörigen der Verschwörer unter Gewaltanwendung in Sippenhaft genommen. Zu ihnen gehört Friedrich-Wilhelm von Hase, der Enkel Dietrich Bonhoeffers und Sohn des Berliner Stadtkommandanten Paul von Hase, der im August 1944 hingerichtet wurde. Er hat die Dokumente der Familien von Hase, Stauffenberg, Goerdeler und anderer veröffentlicht und trägt daraus Abschnitte vor.

Berührende Schilderungen verdeutlichen die menschliche Dimension des Attentats für die Angehörigen. Erläutert werden darüber hinaus geschichtliche Hintergründe, darunter die wenig bekannte christliche Motivation der Verschwörer.

Friedrich-Wilhelm von Hase, geboren 1937, Sohn von Generalleutnant Paul von Hase, wurde mit sieben Jahren als Sippenhäftling nach Bad Sachsa verschleppt. Er ist Professor für Archäologie und als Berater für internationale Ausstellungsprojekte der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim tätig.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 29. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Vortrag und Buchvorstellung im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

© Monika Antes

Vortrag und Buchvorstellung im Rahmen des 5. Festivals der Philosophie.

Monika Antes liest aus ihrem Buch:"Die Vermessung der Liebe"Die erfolgreiche Deutsch-italienische Buchautorin untersucht italienische Biografien und zeigt uns die Unendlichkeit bestimmter Fragen. Heutiges Objekt: Paolo Montegazza, ein erfolgreichen italienischer Arzt und Autor des letzten Jahrhunderts. Er hat das Buch "Die Physiologie der Liebe" verfasst und behauptet,die Liebe zu durchschauen. Die heutige Wissenschaft übrigens auch.Und wenn mit F. Schiller Schönheit Freiheit sei, ist sie auch Liebe, die höchste Form der Freiheit, die jedes rationale Gesetzt überschreitet.
Kann man die Liebe vermessen? Und wenn ja, womit? Das wird Monika Antes an diesem Abend versuchen uns zu erklären.

Im Roemersaal des Roemer- und Pelizaeus-Museums (Eintritt frei)

http://www.philosophiefestival.com/programm-2/

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

© Prof. Dr. Uwe Wolff

Vortrag 
Prof. Dr. Uwe Wolff (Stiftung Universität Hildesheim): Frauen: Eine Kulturgeschichte der Schönheit

Niemand bezweifelt es: das Streben nach Schönheit interessiert mehr die Frauen, aber sie tun es nicht für sich, alle profitieren davon

Eintritt: frei

Montag, 24. Oktober 2016, 18.30 Uhr
"Zwischen Steinzeit und Tiefseebergbau. Erfahrungen aus 40 Jahren in Papua-Neuguinea"

Rudolf und Cynthia Lies, Husum

Das Ehepaar Lies hat insgesamt zehn Jahre (1979 - 84 und 2009 - 14) in Papua-Neuguinea, Rudolf Lies war in den vergangenen 40 Jahren pro Jahr ein bis zwei Mal für die Breklumer Mission vor Ort tätig.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Donnerstag, 6. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Die politische Entwicklung Ägyptens von Nasser bis heute

Mamdouh Habashi, Kairo

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 24. September 2016, 18.30 Uhr
Vortrag und Buchvorstellung im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

Friedrich Wilhelm Korff (LUH) liest aus seinem neu erschienen Buch: "Das musikalische Aufbauprinzip der ägyptischen Pyramiden", Olms Verlag Hildesheim 2015

Eintritt: frei

Freitag, 9. September 2016, 18.00 Uhr
Die Stadt Hildesheim und die Begründer des Museumsvereins von 1844

Dr. Stefan Bölke, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 17.08.2016, 19.00 Uhr
Ein Schlüssel zur Vergangenheit: Kirchenbücher als sozial- und alltagsgeschichtliche Quelle

Dr. Thomas Scharf-Wrede, Bistumsarchiv Hildesheim

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Freitag, 12.08.2016, 18.00 Uhr
Schätze Chinas: Begehrt, gehandelt und nachgeahmt

Dr. Andrea Nicklisch, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 27.07.2016, 19.00 Uhr
Vom Tod zum Leben. Hildesheimer Heilige und ihre Reliquien

Prof. Dr. Michael Brandt, ehem. Dommuseum Hildesheim

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Dass die Namen unserer Kirchen nicht nur auf die heiligen Patrone verweisen, sondern dass damit auch ein Hinweis auf deren materielle Präsenz an diesen Orten gegeben ist, macht man sich heute kaum noch bewusst. Dabei berichtet schon die Gründungsüberlieferung des Mariendomes von einem dort verwahrten Reliquiengefäß, das unter anderem Haare der Gottesmutter enthalten soll. Der Vortrag geht der Frage nach, wie es im Christentum zu der uns heute fremd gewordenen Verehrung menschlicher Überreste kommen konnte und veranschaulicht diese Form der Heiligenverehrung exemplarisch an Hildesheimer Beispielen.

Prof. Dr. Michael Brandt: Studium der Germanistik, kath. Theologie., Philosophie, Erziehungswissenschaften und Kunstgeschichte in Münster, Trier und Braunschweig, 
Staatsexamen, Promotion in Kunstgeschichte, Honorar-Professor. der Universität Hildesheim, ehem. Direktor des Dommuseum Hildesheim, Stiftungsrat der Abegg-Stiftung CH Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zum kulturhistorischen Kontext der mittelalterlichen Kunstschätze Hildesheims, u.a.:

  • Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen, Ausst.-Kat., 2 Bde., Hildesheim / Mainz 1993
  • Der vergrabene Engel. Die Chorschranken der Hildesheimer Michaeliskirche, Ausst.-Kat., Hildesheim 1995 - Abglanz des Himmels
  • Romanik in Hildesheim, Ausst.-Kat., Regensburg 2001
  • Zur Stuckdekoration der Hildesheimer Michaeliskirche - vor 1186. In: Hoch- und spätmittelalterlicher Stuck, Regensburg 2002, S. 99 - 105
  • Bernward und Byzanz. In: Buchkunst im Mittelalter und Kunst der Gegenwart, Nordhausen 2008, S. 43 - 54
  • Bernwards Säule, Regensburg 2009

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Mittwoch, 22.06.2016, 19.00 Uhr
Opferpraxis in Mesoamerika. Zwischen Selbst- und Menschenopfer

Dr. Andrea Nicklisch, RPM

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Das Opfern von Menschen war einst ein weltweites Phänomen. Sehr sichtbar rückte es jedoch mit der Eroberung der Amerikas in den Blickpunkt Europas und ist bis heute fast untrennbar mit vorspanischen Kulturen wie denjenigen der Azteken und Maya verknüpft. Spanische Chronisten berichteten von über 80.000 geopferten Menschen bei der Neueinweihung des Haupttempels in Mexiko-Tenochtitlan. In der Wissenschaft gab es hingegen zeitweilig Strömungen, die versuchten, die Opferung von Menschen in Mittelamerika vollkommen zu negieren.

Menschenopfer sind seit der olmekischen Zeit (ab 1500 v. Chr.) in Mesoamerika überliefert, zumeist in bildlichen Darstellungen auf Stein, Wandmalereien oder in den vorspanischen Bilderhandschriften. Aber auch Tiere, Blumen oder das eigene Blut brachte man den Göttern als Opfergabe dar.

Wo lagen die Wurzeln dieser für die Spanier so verabscheuungswürdigen Praxis? Waren die Azteken „blutrünstiger“ als andere mesoamerikanische Ethnien?

Andrea Nicklisch:
Im Anschluss an das Studium der Fächer Altamerikanische Sprachen und Kulturen, Ethnologie sowie Vor- und Frühgeschichte an der Universität Hamburg folgte ein Volontariat am Ethnologischen Museum Berlin im Fachreferat Amerikanische Archäologie Mesoamerika. Zwischen 2005 und 2009 Tätigkeit als Projektkoordinatorin und Ko-Kuratorin für nationale und international Ausstellungen des Ethnologischen Museums Berlin. Von 2009 bis 2013 Promotion im DFG-geförderten Emmy-Noether-Projekt „Text, Bild, Performanz“ am Historischen Seminar der Universität Hamburg, Arbeitsbereich Außereuropäische Geschichte, zu multiplen Lesarten von Bildern auf kirchlichen Silberarbeiten aus dem bolivianischen Altiplano.

Seit Juli 2015 Kuratorin der ethnografischen Sammlung des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Montag, 13.06.2016, 18.30 Uhr
Ein Buch für die Ewigkeit. Das Totenbuch der Alten Ägypter

Dr. Annik Wüthrich, Münster

Im Theben der 13. Dynastie (um ca. 1780-1650 v.Chr.) erscheint auf dem Sarg der Königin Mentuhotep unter den alten Sargtexten ein neuer Typ funerärer Kompositionen. Sie werden von Ägyptologen als „Totenbuch“ bezeichnet. Das Totenbuch stellt die letzte Bearbeitung religiöser Texte, deren Herkunft auf die Epoche des Pyramidenbaus zurückgeht, dar. Dieses Textkorpus unterläuft mehreren Entwicklungsphasen, bis zum letzten datierten Totenbuch, das 63 n. Chr. hergestellt wurde.

Diese religiösen Texte sind vor allem auf Papyri, die eigentlichen Totenbücher, geschrieben, aber man findet sie auch auf verschiedenen anderen Textträgern, wie Grabwänden, Mumienbinden, Sarkophagen, etc.

Das Totenbuch ist eine Sammlung von ca. 200 Sprüchen und Vignetten, die der Verstorbene benötigt, um sein Überleben in der Unterwelt zu gewährleisten. Es handelt sich um eine Art Enzyklopädie, die die wichtigsten Kenntnisse zur Unterwelt beinhaltet: die Namen der verschiedenen Wesen, die die Unterwelt bevölkern; Sprüche, mittels derer dem Verstorbenen im Jenseits Nahrung und ideale Lebensumstände sicher sind; ein Atlas der verschiedenen Regionen der Unterwelt; magische Sprüche, die die physische und moralische Integrität des Verstorbenen wiederherstellen; Hinweise über die solarische Wiedergeburt, etc. Diese Texte wurden mit polychromen und später strichgezeichneten Vignetten illustriert.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Freitag, 10.06.2016, 18.00 Uhr
Hermann Roemer als Geologe

Dr. Jürgen Vespermann, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 06.06.2016, 18.30 Uhr
Mumien – Archive des Lebens und ihre Erforschung

Dr. Wilfried Rosendahl, Mannheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 01.06.2016, 19.30 Uhr
Osiris und Re - Leben, Tod und Erneuerung im pharaonischen Ägypten

Prof. Dr. Regine Schulz, RPM

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen zur Sonderausstellung "Mumien der Welt" im RPM.

Dies- und Jenseits, Himmel, Erde und Unterwelt galten im pharaonischen Ägypten als Einheit und die Weiterexistenz im Totenreich, im Unterschied zu vielen anderen antiken Kulturen, als erstrebenswert. Wer sich während des diesseitigen Lebens an die vorgegebenen ethischen Normen hielt, konnte das Totengericht überstehen und als „gerechtfertigter Verstorbener“  weiterexistieren. Wer diesen Status aber nicht erhielt, wurden aus dem Erneuerungszyklus der Schöpfung ausgeschlossen und war erst dann endgültig tot. Der Vortrag beschäftigt sich aber nicht nur mit abstrakten Vorstellungen, sondern auch mit bildlichen und schriftlichen Zeugnissen von Todesfurcht und -überwindung, Trauer und Zweifel sowie der Hoffnung auf ein gutes oder sogar besseres Leben nach dem Tode.

Regine Schulz ist Direktorin der Roemer- und Pelizaeus-Museums und des Stadtmuseums Hildesheim sowie Professorin für Ägyptologie und Koptologie an der Universität München. Sie ist außerdem Mitglied in der Geschäftsführung des Internationalen Museumsrates und korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Ihre Forschungsschwerpunkte sind altägyptische, nubische und vorderasiatische Kulturgeschichte, Kunst und Religion. Darüber hinaus ist sie Ko-Projektleiterin der Ausgrabungen in der Ramsesstadt (Ägypten) sowie des Hermopolis Magna/Tuna el-Gebel-Projektes des RPM mit den Universitäten in München und Kairo. Regine Schulz studierte und unterrichtete an den Universitäten in Berlin, München, Kairo und Baltimore. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Fachpublikationen und Ausstellungskataloge.

"KulturSpitzen" ist eine Kooperation von Bistumsarchiv Hildesheim, Dombibliothek und Dommuseum Hildesheim, HAWK, Hornemann Institut, Stadtarchiv Hildesheim, RPM und Stadtmuseum.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Montag, 30.05.2016, 18.30 Uhr
Was Mumien uns erzählen - Ötzi, Tutanchamun und die moderne Mumienforschung

Prof. Dr. Albert Zink (Institute for Mummies and the Iceman, EURAC European Academy of Bolzano/Bozen)

Als 1991 in den Ötztaler Alpen der natürlich konservierte Leichnam eines Mannes aus der Jungsteinzeit gefunden wurde, gelangte die Wissenschaft in den Besitz einer einzigartigen Quelle unschätzbar wertvoller Informationen über das Leben im Neolithikum. Die später als Ötzi bekannt gewordene Mumie veränderte und erweiterte den Wissenschaftsstand über diese frühe Epoche der Menschheitsgeschichte in Europa in ungeahnter Weise. Die Eismumie ist ein hervorragendes Beispiel für den hohen Wert der Mumien als historische Quellen, den die Wissenschaft lange verkannt hatte. Heute wird die Eismumie in einem Forschungsinstitut in Bozen wissenschaftlich untersucht. Der Direktor des Institute for Mummies and the Iceman, der international renommierte Mumienexperte Albert Zink, wird in seinem Vortrag über den derzeitigen Kenntnisstand zu der Ötztaler Mumie berichten, aber auch den Bogen zu ägyptischen Mumien und zu erhaltenen Körpern aus anderen Kulturen schlagen und so zeigen, wie die Körper Verstorbener noch heute von ihrem einstigen Leben berichten. Albert Zink, der von Haus aus Anthropologe ist, war auch einer der ganz wenigen, die die Mumie des Pharaos Tutanchamun untersuchen konnten. Er ist zweifellos einer der bedeutendsten Mumienforscher weltweit und wird so einen Überblick über den aktuellsten Stand der Mumienforschung geben.

Im Rahmen der Vortragsreihe der Fördervereine des RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 23.05.2016, 18.30 Uhr
Chinesische Mumien – Konservierende Bestattungstraditionen im Reich der Mitte

Oliver Gauert, M.A., Hannover

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 11.05.2016, 19.00 Uhr
Die Angst vor dem Scheintod - Über eine weit verbreitete Hysterie im 18. und 19. Jahrhundert

Dr. Michael Schütz, Stadtarchiv Hildesheim

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Die Angst, lebendig begraben zu werden, tritt schon in mittelalterlichen Schriftquellen hervor und ist in ganz Europa verbreitet gewesen. Sie resultierte vor allem aus ungenügend vorhandenen medizinischen Kenntnissen über den exakten Eintritt des Todes. Im 18. und besonders im 19. Jahrhundert entwickelte sich diese Angst in Deutschland zu einer wahren Hysterie, die sich in einer Vielzahl von Publikationen niederschlug und auch „Sicherheitssärge“ und „Rettungswecker“ hervorbrachte. Sie gipfelte schließlich in der Forderung, Bestattungen erst dann vorzunehmen, wenn eindeutige Zeichen des Todes – also die Verwesung – erkennbar waren. Um diese Forderung ohne eine hygienische Beeinträchtigung der Lebenden zu gewährleisten und gegebenenfalls erwachende „Tote“ medizinisch betreuen zu können, wurde schließlich die Institution des Leichenhauses begründet. Ein solches Leichenhaus wurde 1842 auch in Hildesheim errichtet, von dem sich Baupläne, Ausstattungsverzeichnisse und Anweisungen an das Personal erhalten haben. Kulturgeschichtlich gesehen führte die Angst vor dem Scheintod zu weitreichenden Veränderungen im Bestattungswesen und wirkt bis in die heutige Zeit nach.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Freitag, 06.05.2016, 18.00 Uhr
Begraben, Gefunden, Zerstückelt, Gesammelt. Fragmente altägyptischer Bestattungen in der Sammlung des Pelizaeus-Museums

Dr. Christian Bayer, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 13.04.2016, 19.00 Uhr
Mumfizierung - ein weltweites Phänomen

Oliver Gauert, M.A., Hannover

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Montag, 14.03.2016, 18.30 Uhr
Auf den Spuren meines Urgroßonkels Ernst Ohlmer - Vom Schiffsjungen zum Träger des chinesischen Drachenordens

Dr. Frauke Dettmer, Rendsburg

Gegen den Willen seines Vaters setzte Ernst Ohlmer seinen Traumberuf durch: Mit 14 Jahren heuerte er auf seinem ersten Frachtsegler an. Als er 1866 als Schiffbrüchiger in China landete, sollte sein Leben eine ganz andere Wendung nehmen. 

Die Urgroßnichte Dr. Frauke Dettmer folgt Ernst Ohlmer und seiner Frau Luise durch China. Wie sah der Lebensstil eines europäischen Paares vor 1914 aus? Ernst Ohlmer war eine prägnante Persönlichkeit. Wie wurde er von ausländischen und chinesischen Zeitgenossen wahrgenommen?

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 07.03.2016, 18.30 Uhr
Die Verlängerung der Ewigkeit – Restaurierung von Mumien und Grabausstattung

Dipl.-Rest. Jens Klocke, Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 29.02.2016, 18.30 Uhr
Frau 6Affe und Herr 8Hirsch. Genealogien in mixtekischen Bilderhandschriften

Andrea Nicklisch, M.A., Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 22.02.2016, 18.30 Uhr
Der vergessene Friedhof – Erste anthropologische Ergebnisse

Dr. Birgit Großkopf, Göttingen

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 15.02.2016, 18.30 Uhr
"Und jedermann verließ seine Stadt, um sich in ihr anzusiedeln..." Neues aus der Ramses-Stadt

Dr. Henning Franzmeier, University College London, Abteilung Doha und Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 01.02.2016, 18.30 Uhr
Rotmilan und Windkraft. Artenschutz und Energiewende

Alistair Hill, Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 25.01.2016, 18.30 Uhr
Der Domhügel im 8. und 9. Jahrhundert

Prof. Dr. Karl Bernhard Kruse, Braunschweig/Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 18.01.2016, 18.30 Uhr
Palmyra geht uns alle an

Univ.-Prof. Dr. Andreas Schmidt-Colinet, Wien

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 11.01.2016, 18.30 Uhr
Von Hildesheim nach China und zurück: Das Leben des Ernst Ohlmer

Prof. Dr. Regine Schulz, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim 

Das Roemer- und Pelizaeus-Museum verdankt Ernst Ohlmer eine der besten China-Porzellan-Sammlungen Europas.

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem spannenden Leben dieses in 1847 in Betheln bei Hildesheim geborenen Mannes, der zunächst als Seemann vor der Küste Chinas Schiffbruch erlitt, dann als einer der ersten Fotografen in China arbeitete und später eine Karriere im chinesischen Seezolldienst bis zum Direktor in Tsingtau (heute Qingdao) durchlief. 1911 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück. Teile der für das Roemer- und Pelizaeus-Museum von ihm erworbenen Objekte, gingen leider während des Ersten Weltkriegs verlorenen, so dass er schließlich seine eigene, private Sammlung dem Museum übereignete.

Der Vortrag steht in Zusammenhang mit der neuen Sonder- und Dauerausstellung „Schätze für den Kaiser“ im Roemer- und Pelizaeus-Museum.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 23.11.2015, 18.30 Uhr
Guanyin: Facetten einer buddhistischen Heilsgestalt in der chinesischen Kunst

Dr. Annette Bügener, Universität Heidelberg

Avalokiteshvara („Der die Rufe der Welt beachtet“, chin. Guanyin, jap. Kannon) ist der bekannteste und bedeutendste Bodhisattva („Erleuchtungswesen“) Ostasiens und die Verkörperung des grenzenlosen Mitgefühls im Buddhismus. Um seine Taten der Barmherzigkeit zu vollbringen, kann er unterschiedlichste Erscheinungsformen annehmen, von denen 33 festgeschrieben wurden. Der Vortrag gibt anhand ausgewählter Meisterwerke aus internationalen Sammlungen einen Überblick über die ikonografische Vielfalt dieses „Nothelfers“ in der chinesischen Kunst vom 5. Jahrhundert n. Chr. bis zum Ende der Kaiserzeit (1911). In Nordindien im 5. Jahrhundert v. Chr. begründet, erreichte der Buddhismus China über die Seidenstraßen Zentralasiens um die Zeitenwende; sein durchschlagender Erfolg beruhte in vielerlei Hinsicht auf seiner erstaunlichen Wandlungsfähigkeit, auch als Sinisierung bezeichnet. In diesem Zusammenhang beleuchtet der Vortrag die Entwicklung von der geschlechtsneutralen bzw. männlichen Erlöserfigur zur weiblichen, Kinder schenkenden Gottheit, wobei neuere Forschungen und aktuelle Ereignisse auf dem Kunstmarkt berücksichtigt werden.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

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