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Montag, 9. März 2020, 18.30 Uhr
Taiwanesisches Schattentheater – ein Projekt der Kooperation des Centers for World Music und des RPM

Es spricht: Pei-Shan Wu M.A., RPM Hildesheim

Wie kann die bekannte Hildesheimer Sage vom „Huckup“ mit Mitteln des taiwanesischen Pak-Kóan-Schattentheaters inszeniert werden? Wie wird sie in chinesischer Sprache und mit traditionellen Pak-Kóan-Klängen wie „Kuan-Zi, Kuan-Zi, Kuan-Zi“ neu interpretiert? Und wie wird die Legende des chinesischen Neujahrsfestes aus Hildesheimer Perspektive dargestellt?

Zwischen dem 19. und 28. August 2019 war die Grundschule der Gemeinde An-Jin in Taiwan mit 12 Schüler*innen sowie Lehrer*innen und Eltern in Hildesheim zu Gast. Die Profilschule für taiwanesisches Schattentheater und Pak-Kóan-Musik nahm an einem kulturellen Austauschprojekt mit dem Center for World Music, dem Roemer- und Pelizaeus-Museum und der Grundschule Moritzberg teil. Die Kinder beider Schulen experimentierten gemeinsam mit Licht, Schatten und Musik, lernten sich und Hildesheim spielerisch kennen.

Beide Gruppen präsentierten gegenseitig ein vorbereitetes Schattentheaterstück, um dann gemeinsam an einem dreitägigen experimentellen Workshop teilzunehmen. In diesem inszenierten sie die Fabel von „Schildkröte und Hase" und brachten sie zur Aufführung.
Wie ist es ihnen gelungen, diese Aufgaben von der Entwicklung des Drehbuches über die Gestaltung der Figuren und dem Komponieren der Musik bis hin zur Präsentation umzusetzen - trotz Sprachbarrieren und unterschiedlicher kultureller Hintergründe?

Musikethnologin Pei-Shan Wu berichtet von dem lebendigen Kulturaustausch und den Forschungen im Rahmen ihrer Dissertation zu kultureller Identität und Vermittlungsformen von Musik.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 02. März 2020, 18.30 Uhr
Benin und Haiti – Berichte über Forschungsreisen des RPM im Vorfeld der Voodoo-Ausstellung

Es sprechen: Oliver Gauert M.A., Kristin Kschuk M.A., RPM Hildesheim

Im Vorfeld der großen Voodoo-Ausstellung hat das Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim (RPM) eigene Forschungsreisen in die Hauptherkunftsländer der Voodoo-Religionen, Benin und Haiti, durchgeführt. Bei diesen Reisen ging es einerseits darum, tiefgehende Eindrücke zu gewinnen, um die Atmosphäre dieser Länder in der Ausstellung möglichst authentisch wiedergeben zu können. Andererseits wurden ganz konkrete Forschungsinteressen verfolgt. Dabei stand im westafrikanischen Benin die Frage nach den Ursprüngen der Voodoo-Religionen im Vordergrund. In Haiti hingegen sollte der Einfluss der Voodoo-Religion auf das gesellschaftliche Leben in dem Karibik-Staat untersucht werden, der noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens von 2010 und weiterer Naturkatastrophen leidet. Die haitianische Variante der Voodoo-Religion hat zudem ein ganz besonderes Phänomen hervorgebracht: Zombies - lebende Tote nach den Vorstellungen der haitianischen Bevölkerung. Über die Existenz der Zombies herrscht weitgehend Konsens in der Forschung, weniger über ihr Wesen. Im Vorfeld der Ausstellung wollte das RPM daher einen eigenen Beitrag zum Verständnis dieses Phänomens leisten. Die in Interviews gesammelten Eindrücke und Berichte vor allem aus Haiti bezeugen, dass Voodoo dort eine ganz andere Entwicklung als in Afrika genommen hat, die teilweise erschreckend und zutiefst verstörend ist. Sie steht in einem scharfen Kontrast zu der Schönheit und Sanftheit der Landschaften dieses faszinierenden Landes, ist jedoch auch Ausdruck der wechselhaften Geschichte und der harten Realität der Bevölkerung in dem von Armut, Krankheiten und Katastrophen geprägten Staat. Der Kurator der aktuellen Sonderausstellung 'Voodoo', Oliver Gauert, wird in seinem Vortrag von den Forschungsreisen berichten und die Teilnehmer mitnehmen auf eine Reise durch die Länder Afrikas und der Karibik und durch die spirituellen Welten der Voodoo-Religionen. Dabei werden selbstverständlich auch die ganz konkreten Ergebnisse dieser Reisen präsentiert; denn tatsächlich gelang es, das Verständnis des Voodoo um einige beachtliche Details zu erweitern.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 17. Februar 2020, 18.30 Uhr
Modische Schwergewichte aus Namibia: Traditionelle Kleidung und Schmuck der Herero-Frauen

Es spricht: Dr. Sabine Lang, RPM Hildesheim

Anlässlich des 175-jährigen Jubiläums des Museumsvereins und laufender Forschung an der Namibia-Sammlung des Roemer- und Pelizaeus-Museums ist dort vom 11. Februar bis 2. August 2020 eine kleine Ausstellung mit Modeschätzen des späten 19. Jahrhunderts aus Namibia zu sehen, dem damaligen „Deutsch-Südwestafrika“. Sie wurden von den Frauen der Herero getragen und bestanden aus Leder, das mit schweren Eisenperlen besetzt war. Ein komplettes Kostüm konnte über 12 Kilo wiegen und ließ die Brust frei.
Den prüden deutschen Missionaren von der Rheinischen Mission waren die barbusigen Herero-Frauen in ihren Gemeinden ein Dorn im Auge. Sie führten daher eine neue Mode ein: „züchtige“ bodenlange Baumwollkleider. Weiterentwickelt zu prächtigen, farbenfrohen Gewändern bilden diese heute bei den Herero die neue „traditionelle“ Tracht der Frauen.
Die Ethnologin Dr. Sabine Lang berichtet von ihrer Forschung über Herkunft und Erwerbungsumstände der Sammlung. Abgerundet wird der Vortrag durch eine Führung durch die Ausstellung.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 10. Februar 2020, 18.30 Uhr
Die Welt der einheimischen Insekten

Es spricht: Burkhard Rasche, OVH Hildesheim

Insekten stellen mit über 30.000 Spezies in Deutschland die artenreichste Tierklasse. Darunter sind Tiere mit positivem Image wie der „Glücksbringer“ Marienkäfer, aber auch eher lästige Blutsauger wie die Stechmücke. Insekten sind in Größe, Aussehen und Lebensweise sehr vielgestaltig, zeigen in ihrer Entwicklung eine faszinierende Metamorphose, kommen in unterschiedlichen Lebensräumen vor und haben z.B. als Bestäuber große ökologische Bedeutung.
Der Vortrag stellt ausgewählte Vertreter aus verschiedenen Insektenordnungen vor Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Gruppe der Lepidoptera (Schmetterlinge).
Dabei werden neben noch recht häufigen Arten auch solche gezeigt, die mittlerweile aus der Hildesheimer Fauna verschwunden bzw. selten geworden sind. Außerdem sollen Hinweise gegeben werden, wie jeder Einzelne im eigenen Garten oder auf dem Balkon vor allem Haut- und Zweiflüglern durch eine insektenfreundliche Pflanzenauswahl und das Herrichten geeigneter „Nist- und Überwinterungshilfen“ helfen kann, um so mit einem kleinen eigenen Beitrag auf das katastrophale Insektensterben zu reagieren.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 03. Februar 2020, 18.30 Uhr
Das Roemer-Museum – Sammlungen im Dornröschen Schlaf

Es spricht: Antje Spiekermann, RPM Hildesheim

Der Vortrag "Das Roemer-Museum - Sammlungen im Dornröschenschlaf" wird wieder einmal bekannte, unbekannte und wenig beachtete Objekte der naturkundlichen Sammlung in den Blickpunkt rücken. Die Objekte stehen nun im Focus des Umzugs in ein neues gemeinsames Zentraldepot. Die dazugehörigen kleinen Sammlungsgeschichten zeigen, was trotz oder gerade im Zuge eines Umzugs noch an Entdeckungen möglich ist.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 27. Januar 2020, 18.30 Uhr
Jüdische Mitglieder im Hildesheimer Museumsverein

Es spricht: Dr. Hartmut Häger, Museumsverein Hildesheim

Anlässlich seines 175-jährigen Bestehens gedenkt der Museumsverein auch der 22 Mitglieder jüdischer Herkunft, die ihn und das Museum zwischen 1890 und 1937 förderten. Neun von ihnen verließen den Verein nach 1933. Dr. Hartmut Häger stellt in seinem Vortrag „Die jüdischen Mitglieder im Hildesheimer Museumsverein von 1844“ ihre Biografien vor und beleuchtet dabei besonders das Geschehen in der NS-Zeit.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 20. Januar 2020, 18.30 Uhr
Günther Roeder (1881–1966) – Die archäologischen Ausgrabungen des Museums in Hermopolis Magna, der Stadt des Gottes Thot

© RPM Archiv, Foto: Günther Roeder auf der Leiter, filmend.

Es sprechen: Dr. Christian Bayer, Dr. Sven Kielau, RPM Hildesheim

Der Ägyptologe Günther Roeder war von 1915–1940 Direktor des Pelizaeus-Museums. In dieser Zeit unternahm er eine damals vielbeachtete Ausgrabung in Hermopolis Magna, einem der alten religiösen Zentren Ägyptens. Seit dem Alten Reich wurden hier die göttliche Achtheit und Thot, der Gott der Weisheit und Schriftkunst, verehrt. Die Griechen erkannten in Thot »ihren« Götterboten Hermes, so dass aus Chemenu, der alten »Stadt der Acht«, die Stadt bzw. Polis des Hermes wurde.

Der Vortrag erzählt von der zehn Jahre dauernden Hildesheimer Ausgrabung im fernen »Wunderlande Ägypten«. Alte Fotos und Filmausschnitte geben zeitgenössische Einblicke und neueste Forschungen zeigen, wie interessant Hermopolis Magna noch heute ist. Um 1200 v. Chr. wurden hier tausende Reliefblöcke aus Echnatons Hauptstadt Amarna recycelt und um 200 v. Chr. wurde für die neuen Bewohner ein bunter griechischer Tempel errichtet, der noch heute in jedem Handbuch zur griechischen Tempelbaukunst beschrieben wird. Das Antikengelände liegt nur 40 km entfernt von El-Minya, Hildesheims Partnerstadt am Nil.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 13. Januar 2020, 18.30 Uhr
Im Land der lebenden Toten – Zombies und Zombifikation in Haiti

Es spricht: Oliver Gauert M.A., RPM Hildesheim

Das Bild von Haiti und der dort verbreiteten Voodoo-Religion ist stark von Hollywood geprägt. Dabei hat die amerikanische Filmindustrie ein Zerrbild der Realität in dem bettelarmen Karibikstaat erschaffen, das wenig mit der Realität zu tun hat. Eine wesentliche Rolle spielen die von Mythen umwobenen Zombies, die unzählige Schriftsteller vor allem des Horror-Genres inspiriert haben. Die Zombies gibt es tatsächlich, doch sie haben wenig mit den blutrünstigen Kreaturen aus der Trivialliteratur gemein. In den Glaubensvorstellungen der Haitianer sind Zombies Menschen, die von spezialisierten Priestern wegen schwerer Vergehen bestraft und vergiftet worden sind, die danach gestorben sind und von den Toten wiedererweckt wurden, um als lebende Leichen für die Priester Sklavenarbeit zu verrichten.

Die Zombies hatten schon lange, bevor Hollywood sich für Haiti interessierte, die Aufmerksamkeit der Wissenschaft erregt, doch erst Ende des 20. Jahrhunderts fand der kanadische Anthropologe und Ethnobotaniker Wade Davis eine naturwissenschaftliche Erklärung für das Phänomen. Danach verwenden die Voodoo-Priester ein Gift, um Menschen in einen Zustand des Scheintods zu versetzen, den die Opfer selbst als realen Tod interpretieren. Doch blieben Davis’ Erklärungsansätze nicht unwidersprochen und in der Forschung herrscht bis heute kein Konsens über das Wesen und die Entstehung der Zombies, deren bloße Existenz in Haiti für Angst und Entsetzen sorgt. Der Kurator der aktuellen Sonderausstellung ‚Voodoo’, Oliver Gauert, wird in seinem Vortrag über den aktuellen Forschungsstand berichten und dabei auch neue Ergebnisse der Pariser Versailles-Universität und des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim präsentieren.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 25. November 2019, 18.30 Uhr
Neuigkeiten aus dem Leiden-Turiner Grabungsprojekt in Saqqara

Es spricht: Dr. Lara Weiss, Rijksmuseum van Oudheden NL

Neuigkeiten aus Saqqara: 44 Jahre Ausgrabungen in Ägypten. Das Nationale Altertümermuseum in Leiden gräbt seit 1975 in Sakkara, erst mit der Egypt Eyploration Society, später mit dem Rijksmuseum van Oudheden und nun seit 2015 zusammen mit dem Museo Egizio in Turin. In ihrem Vortrag erzählt Grabungsleiterin Lara Weiss wie Saqqara nach Leiden kam und Leiden nach Saqqara kam und berichtet über viele spannende alte und neue Entdeckungen der traditonsreichen Grabungsmission. Dabei darf natürlich auch ein kleiner Einblick in ihr heutiges Hauptforschungsprojekt nicht fehlen: 'The Walking Dead at Saqqara' wird dankenswerterweise von der Niederländischen Forschungsgesellschaft (NWO) unterstützt.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 18. November 2019, 18.30 Uhr
Die Geschichte des historischen Markplatzes in Hildesheim

Es spricht: Dr. Stefan Bölke, RPM und Stadtmuseum Hildesheim

Hildesheims historischer Marktplatz ist nicht nur zur Weihnachtszeit einer der schönsten Plätze Norddeutschlands, sondern zog schon immer die Menschen und den Handel von nah und fern an. Vom Mittelalter bis heute ist die Bedeutung des Platzes für die Hildesheimer Stadtidentität ungebrochen. Kunsthistoriker Dr. Stefan Bölke spannt in seinem Vortrag einen Bilderbogen auf, der sich nicht nur der geschichtlichen Bedeutung des Platzes widmet, sondern vor allem seiner prominenten Architektur. Welchen Stellenwert der Platz in den Herzen der Hildesheimer hat, wird vor allem nach der Kriegszerstörung im Jahr 1945 deutlich: Wenn auch der Wille nach einer modernen Großstadt mit einem zeitgemäßen Marktplatz zunächst den Wiederaufbau steuert, wird doch schnell deutlich, dass den Hildesheimern ihre "Gute Stube" fehlt. Und so widmet sich der zweite Teil des Vortrages der wechselvollen Wiederaufbaugeschichte des Marktplatzes bis hin zum heutigen Erscheinungsbild.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 11. November 2019, 18.30 Uhr
Faszination Vogelflug – Eine spannende Bionik- Bildpräsentation

Es spricht: Sven Achtermann, OVH Hildesheim

Sven Achtermann lüftet eines der großen Geheimnisse der Natur. Anhand einzigartiger Bilder aus aller Welt wird anschaulich der Vogel- und Fledermausflug mit dem von Luftfahrzeugen verglichen.Gemeinsame Veranstaltung des OVH und und der Fördervereine des RPM.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Quelle des Fotoausschnitts: Schlaginhaufen, Otto (1959): Muliama. Zwei Jahre unter Südsee-Insulanern. Zürich: Orell Füssli, S. 5

Montag, 04. November 2019, 18.30 Uhr
Edgar Walden – ein Berliner Ethnologe in Hildesheim

Es spricht: Dr. Sabine Lang, RPM Hildesheim

 

Edgar Walden (1876-1914) war 1905/1906 Interimsdirektor des Roemer-Museums, bevor Rudolf Hauthal im Anschluss an eine ausgedehnte Sammel- und Forschungsreise in Südamerika seine Stelle antreten konnte. Kein Geringerer als der berühmte Asienforscher Ferdinand von Richthofen, dessen Student Walden war, hatte ihn dem damaligen Oberbürgermeister Struckmann wärmstens für diese Interimsposition empfohlen. Das Roemer-Museum verdankt ihm zahlreiche umsichtig ausgewählte Ethnographica. Diese besorgte er zu günstigen Konditionen aus den überbordenden Beständen des damaligen Königlichen Museums für Völkerkunde in Berlin, dessen Magazine nicht zuletzt aufgrund der üppigen Zugänge aus den deutschen Kolonien aus allen Nähten platzten. 1907-1909/1910 nahm er an der Deutschen Marine-Expedition nach Neuguinea teil. Davor und danach war er nach seinem Hildesheimer Intermezzo wieder "Wissenschaftlicher Mitarbeiter" am Berliner Museum, betreute aber weiterhin die ethnografische Sammlung in Hildesheim, bis er sich 1914 freiwillig an die Front meldete und bereits im Dezember desselben Jahres im Elsass fiel. Die Ethnologin Dr. Sabine Lang hat sich auf Spurensuche über Waldens Leben begeben und stellt nun die Biografie ihres engagierten Kollegen vor, über den zuvor nur wenig bekannt war.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 28. Oktober 2019, 18.30 Uhr
Das Tagebuch (1822-1833) von Hermann Adolf Lüntzel

Es spricht: Dr. Helga Stein, Hildesheim

Ein junger Mann, frisch vom Studium, beginnt sein Arbeitsleben in der Justitzkanzlei in Hildesheim. Sein Tagebuch führt uns 1822-1833 in seine Heimatstadt, die im Umbruch ist, in ein Land, das um eine neue Verfassung ringt. Leidenschaftlich beschäftigt ihn die Politik. Eine große Familie bestimmt sein Privatleben. Wünsche und Zweifel bewegen Hermann Adolph Lüntzel (1799-1850). Das Tagebuch endet mit seinem Eintritt in die große Politik in Hannover und mit dem Tod seiner Mutter Immer wieder fragt er sich, was, hast Du geleistet? Wir kennen ihn als Ideengeber und Gründer des Museumsvereins, 1845.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 21. Oktober 2019, 18.30 Uhr
The Voodoo Religion in Haiti – Die Voodoo- Religion in Haiti

Es spricht: Erol Josué, (Direktor des Ethnologischen Museums in Port-au-Prince)

Haiti ist das Land, das viele Menschen traditionell mit Voodoo verbinden. Viele denken bei dem Begriff zuerst an Nadelpuppen und Zombies. Doch abseits aller Klischees ist Voodoo eine äußerst friedfertige Religion mit einem abstrakten und umfassenden theologischen Fundament. Ihre Ursprünge liegen in Westafrika, von wo aus sie sich vor allem nach Amerika und in die Karibik ausgebreitet hat. Haitianisches Voodoo hat eine sehr düstere Seite, die von den üblichen Klischees gar nicht weit entfernt ist. Doch es ist auch eine Religion des Trosts und der Fürsorge, die die Kultur des Landes stark beeinflusst und unzählige Künstler inspiriert hat. Erol Josué repräsentiert diese freundliche Seite des Voodoo. Sein Vortrag wird einen umfassenden Überblick in die Voodoo-Religion auf Haiti geben und zeigen, wie lebendig dieser Glaube in der Karibik ist. Erol Josué ist der Direktor des Ethnologischen Museums in Port-au-Prince und Beauftragter der Regierung. Er hat das Museum nach dem schweren Erdbeben 2010 aus den Trümmern neu errichtet und leitet auch das traditionsreiche Bureau National d'Ethnologie. Er ist Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Schriften zu Kultur und Traditionen Haitis und selbst einer der renommiertesten Forscher auf diesem Gebiet. Sein Institut arbeitet im Rahmen zahlreicher Projekte mit wissenschaftlichen Einrichtungen in anderen Karibikstaaten, in Frankreich und den Niederlanden zusammen. Als Voodoo-Priester mit eigenem Tempel in Port-au-Prince hat er aber auch eine andere, intimere Sichtweise auf die Religion. Neben seinen Aufgaben als Ethnologe und Wissenschaftler ist Erol Josué auch Künstler und Tänzer. Er pendelt regelmäßig zwischen Port-au-Prince, Paris und New York und ebenso zwischen den auf den ersten Blick sehr gegensätzlichen Welten des haitianischen Voodoo und der westlichen Wissenschaft.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 14. Oktober 2019, 18.30 Uhr
Conrad Wilhelm Hase - der Architekt als Kirchenrestaurator

Es spricht: PD Dr. Christian Scholl, Universität Hildesheim

Kaum ein Architekt hat im Hannoverschen Raum eine solche Wirkung entfaltet wie Conrad Wilhelm Hase (1818-1902). Der überzeugte Neogotiker entwarf eine Vielzahl von Bauten, die sich durch handwerkliche Gediegenheit und innovative Detaillösungen auszeichnen. Auch in Hildesheim war er wiederholt tätig - unter anderem am baulichen Vorläufer des heutigen Roemer-und-Pelizaeus-Museums. Zudem betreute er zahlreiche Kirchenrestaurierungen. Im 20. Jahrhundert sind viele seiner Bauten zerstört und seine Restaurierungsmaßnahmen rückgängig gemacht worden. Umso wichtiger ist es, an das künstlerische Werk des vielseitigen Architekten zu erinnern. Der Vortrag widmet sich auf exemplarische Weise Hases Wirken als Kirchenrestaurator im Spannungsfeld zwischen Substanzerhalt, Rekonstruktion und Anpassung an neue Funktionen.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 11. März 2019, 18.30 Uhr
Dr. Beringer und die "Würzburger Lügensteine" - der spektakuläre Wissenschaftsbetrug im frühen 18. Jahrhundert mit über 2000 gefälschten Fossilien

Es spricht: Dr. Petra Hubmann, Würzburg

1725 wurden in einem Berg bei Würzburg über 2000 außergewöhnlich geformte Steine mit einer verwirrenden Vielfalt an kleinen Tieren, Insekten, Pflanzen, Himmelskörpern und hebräischen Buchstaben ausgegraben. Im April 1726 veröffentlichte Johannes Bartholomäus Adam Beringer (1670 - 1738), Leibarzt des Fürstbischofs, Professor & Dekan der medizinischen Fakultät an der Würzburger Universität seine "Lithographia Wirceburgensis". In dieser "Beschreibung der Würzburger Steine" ließ er 204 dieser Steine mit einzigartigen Figuren detailgenau abbilden und stellte anhand der zeitgenössischen Theorien über die Entstehung von Fossilien und Versteinerungen den Ursprung seines außergewöhnlichen Fundes an Figurensteinen zur Diskussion. Darüber entspann sich zwischen Beringer und seinen Wissenschaftskollegen ein geistreich geführter Diskurs über Natur und Kunst. Zu spät erkannte Beringer, dass er Opfer eines Betruges geworden war. Obwohl es viele Legenden und Erzählvarianten gibt, ist diese berühmteste Fossilienfälschung der Wissenschaftsgeschichte bis heute nicht geklärt, aber die Steine sind mittlerweile unter dem Namen "Lügensteine" weltweit bekannt. Folgende Fragen sind noch zu klären: Wer waren die offensichtlich gebildeten, einflussreichen Fälscher? Warum wurde gerade Beringer, ein katholischer Naturwissenschaftler und Frühaufklärer, Opfer dieses vorgetäuschten Wunders?

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 25. Februar 2019, 18.30 Uhr
Irrtümer & Fälschungen der Archäologie. Von der Idee zur Ausstellung

Es spricht: Dr. Josef Mühlenbrock, Haltern am See

Warum hielten Wissenschaftler fossile Knochen aus dem Harz für die Reste eines Einhorns? Welche weiteren berühmten Funde konnten als Irrtum oder Fälschung entlarvt werden? Und wie macht man daraus eine Ausstellung? Diese Fragen beantwortet Dr. Josef Mühlenbrock als Museumsleiter in seinem öffentlichen Vortrag am Montag, dem 25. Februar, um 18:30 im Roemer- und Pelizaeus-Museum.Die Sonderausstellung "Irrtümer & Fälschungen der Archäologie", die noch bis zum 26. Mai in Hildesheim zu sehen ist, korrigiert populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen. Über 200 Exponate decken spektakuläre Fehlurteile und Betrugsfälle in ganz Europa auf. In seinem Vortrag beschreibt Mühlenbrock den langen Weg von der Idee zur fertigen Ausstellung. Die Zuhörer erfahren nicht nur, vor welchen Herausforderungen das Museums-Team stand, sondern auch, auf welche Geschichten die Macher der Ausstellung stießen. 

Dr. Josef Mühlenbrock leitete bis vor kurzem das LWL-Museum für Archäologie in Herne und ist jetzt neuer Leiter des LWL-Römermuseums in Haltern.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 18. Februar 2019, 18.30 Uhr
Frauenpower: Ein Ausgrabungsprojekt in einer matrifokalen Gesellschaft in Indonesien

Es spricht: Dr. Mai Lin Tjoa-Bonatz, Frankfurt

In der mutterrechtlich organisierten Gesellschaft der Minangkabau im Hochland von Sumatra gehört Haus und Hof der Frau. Sie haben weite Einflussmöglichkeiten und das Wohnen wird durch den weiblichen Lebenszyklus bestimmt.

Diese Alltagserfahrungen waren Teil eines archäologischen Projekts, das sich mit der Geschichte und frühen Siedlungsentwicklung dieser Region beschäftigte. Ausgrabungen haben das Zentrum des Königreiches von Adityawarman entdeckt, dem letzten hindu-buddhistischen König auf dieser Insel im 14. Jahrhundert. Inschriftensteine und andere materielle Hinterlassenschaften zeugen von einem prosperierenden Reich, das sogar maritime Handelskontakte unterhielt und Gold verarbeitete.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 11. Februar 2019, 18.30 Uhr
Reformen nach der Reformation: Die Verschönerung des Landes

Bildpräsentation mit Vortrag von Prof. Dr. Hansjörg Küster, Hannover 

"Am Ende des Mittelalters kam es immer öfter zu Holz- und Kornmangel, zu Krisensituationen. Man wünschte sich eine Neuordnung des Lebens. Mit der Reformation war dieser Wunsch noch lange nicht vollständig erfüllt. Martin Luther mag dies gewusst haben; er wurde zu einem "Vater der Hausväterliteratur", zu einem der ersten Verfasser von Ratgeberliteratur, in der es beispielsweise um die Verbesserung der Landnutzung und die Einsparung von Brennholz ging. Das Thema der Landreformen beschäftigte die Menschen in den folgenden Jahrhunderten. Schließlich erhielt das Land eine neue Ordnung, die Landschaft ein neues Aussehen, etwa durch Verbesserung der Waldwirtschaft, durch Verkoppelung und Markenteilung, durch die Schaffung von Alleen. Stets wurde dabei sowohl der Nutzen als auch die Schönheit bedacht. Die Landschaft in unserer Umgebung wurde dadurch erheblich geprägt. Und ohne die Neuordnung des Landes hätte die Industrialisierung nicht stattfinden können." 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 04. Februar 2019, 18.30 Uhr
Sammler - Händler - Fälscher: Zur (manchmal dubiosen) Herkunft ägyptischer Stücke in Hannover

Es spricht: Dr. Christian E. Loeben, Hannover

Obwohl bei Aegyptiaca der Gründungssammlung mit keinen Fälschungen zu rechnen ist - August Kestner (*1777) ist bereits 1853 in Rom und somit lange vor Ägypten-Tourismus und -Begeisterung verstorben - besitzt das Museum August Kestner in Hannover eine recht anschauliche Sammlung von ihnen. Das liegt daran, dass mit den von 1935 bis 1952 erfolgten Ankäufen von über 2000 Objekten der Sammlung des Ägyptologie-Professors Friedrich Wilhelm von Bissing (1873-1956) auch Stücke erworben worden sind, die dieser für den akademischen Unterricht verwandt hat. Den Blick und das Gespür für moderne "Werke ägyptischer Kunst" wollte er bei seinen Studierenden anhand von in Ägypten gekauften Fälschungen schärfen. Aus dieser "Lehrsammlung des Nicht-Authentischen" gelangte eine Reihe von solchen Stücken zusammen mit den Originalen seiner Sammlung nach Hannover. Aber auch schon vorher kamen aus ganz unterschiedlichen Quellen dubiose Aegyptiaca ins Kestner-Museum, zum Teil für erhebliche Kosten ... Dabei standen in einigen Fällen sogar berühmte Ägyptologen dem Museum beratend zur Seite. Vor dem Ankauf von raffiniert gefälschten Stücken sind aber auch ausgewiesene Experten ägyptischer Kunst nicht gewappnet, so dass es selbst 1970 noch zum Ankauf eines bedeutenden Stückes der Amarna-Kunst kam, dass sich in jüngerer Zeit als Fälschung erwiesen hat. Von der Herkunft und dem Aufspüren solcher "schwarzen Schafe" in der Ägyptischen Sammlung in Hannover handelt der reich bebilderte Vortrag des dortigen Sammlungsleiters und Ägyptologen Dr. Christian E. Loeben.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 21. Januar 2019, 18.30 Uhr
Irrtümer und Fehlinterpretationen bei der Entzifferung echter und gefälschter Hieroglyphen

Es spricht: Prof. Dr. Regine Schulz, Hildesheim

Der letzte Beleg für die Nutzung der altägyptischen Hieroglyphenschrift stammt aus dem Jahr 394 n. Chr. und wurde durch einen Priester namens Smet-achom am Hadrianstor des Isis-Tempels auf auf der Insel Philae angebracht. Schon seit dem 1. Jh. n. Chr. war die Kenntnis dieses Schriftsystems zunehmend verloren gegangen und selbst die Ägypter konnten die Zeichen nicht mehr verstehen. Eine Reihe von Gelehrten sowohl in der arabischen als auch der europäischen Welt bemühten sich seit dem späten Mittelalter und der Neuzeit darum, die Bedeutung dieser Schrift zu entziffern. Dabei gab es aber nicht nur Erfolge, sondern auch eine Reihe von Irrtümern, zu denen auch der Übersetzungsversuch des Universalgelehrten Athanasius Kircher (1602-1680) gehörte. 

Erst dem Franzosen Jean-Francois Champollion (1790-1832) gelang es den Schlüssel zur Entzifferung zu entdecken. Auch wenn wir die Schrift und den Inhalt der meisten altägyptischen Texte heute recht gut verstehen, so gibt es noch eine Reihe von Herausforderungen und auch moderne Ägyptologen sind nicht immer vor Irrtümern gefeit. Dazu kamen und kommen immer besser ausgeführte Fälschungen, die auch heutige Fachleute durchaus in Bedrängnis bringen können.

Der Vortrag erzählt die spannende Geschichte der Irrwege und Fortschritte bei der Wiederentdeckung der altägyptischen Schrift und Sprache.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 14. Januar 2019, 18.30 Uhr
Goldene Zeiten für Fälscher. Die Tiara des Saitaphernes & andere Fälschungen und Verdachtsfälle in der Klassischen Archäologie

Es spricht: Dr. Sven Kielau, Hildesheim

Fälschungen sollten wütend und zornig machen. Kann man sich aber beim Betrachten der goldenen Tiara (Krone) des Fälschers Israel Ruchumovsky, die derzeit in Hildesheim präsentiert wird, ein verstohlen bewunderndes Lächeln verkneifen? Und ob wohl im Louvre, 100 Jahre nach dem Verlust von viel Geld und dem Aushalten von Hohn und Spott, inzwischen darüber gelächelt werden kann?

Der deutsche Archäologe Wolfgang Helbig wurde zu Unrecht verdächtigt, auf einem etruskischen Goldfund etwas eingeritzt zu haben, was inzwischen als echter ältester Nachweis der lateinischen Sprache gilt. Könnte er über Ruchumovskys Tiara lächeln? Die berühmte englische Archäologin Gisela Richter hielt lebensgroße Tonfiguren für echt, die dem New Yorker Metropolitan Museum of Art angedreht und vom italienischen Riccardi-Clan gefälscht worden waren. Könnte Gisela Richter über die Tiara schmunzeln? 

Fest steht, Fälschungen beschäftigen Fachwelt und Öffentlichkeit, sie halten in Atem - und ihre oft brisanten Geschichten können faszinieren. Davon wird im Vortrag erzählt.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 26. November 2018, 18.30 Uhr
Im Sonnentempel von Heliopolis – Ägyptisch-deutsche Ausgrabungen in einem Kulturzentrum des pharaonischen Ägyptens

PD Dr. Dietrich Raue, Leipzig

Seit nunmehr zehn Kampagnen versuchen ägyptische und deutsche Archäologen, unterstützt von einem internationalen Expertenteam, inmitten der mehr als 20 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Kairo die letzte Chance zu ergreifen, den verloren geglaubten Tempel des Schöpfergottes zu erforschen. Dabei gelangen in dieser Größenordnung überraschende Funde und Beobachtungen zu bekannten Herrscherpersönlichkeiten wie Sesostris I (um 1950 v. Chr.) und Ramses II. (um 1250 v. Chr.). Aber auch zu bislang weniger prominenten Pharaonen wie Psammetich I (664-610 v. Chr.) und Nektanebo I (380-363 v. Chr.) gelangen Entdeckungen, die den seit dem Mittelalter verloren geglaubten größten Tempelbezirk Ägyptens wiedererstehen lassen. 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Freitag, 16. November 2018, 18.00 Uhr
Die Wiederentdeckung des Grabes des Neferrenpet, eines königlichen Beamten Amenophis III.

Prof. Dr. Boyo Ockinga

Das Grab in der thebanischen Nekropole Dra Abu el Nagar mit der Nummer TT  147 hat in der Antike mehrmals sehr gelitten. Die Sargkammer wurde in Brand gesetzt und der entstandene Russ hat die Wände und ihre Malereien verdeckt. In der 3. Zwischenzeit (1075 bis 652 v. Chr.) wurde es usurpiert und der Name des ursprünglichen Besitzers ausgelöscht. Außerdem ist es mehrmals durch die Sturzfluten schwerer Regenfälle mit Wasser vollgelaufen. Der Vortrag berichtet von Ausgrabung und Restaurierung dieses schwer beschädigten Grabes. Die Malereien konnten freigelegt und die Identität des Grabherrn festgestellt werden. Es gehörte einem Königlichen Schreiber und Rinderzähler namens Neferrenpet, der in der Regierungszeit König Amenophis III. in Theben lebte.

Prof. Dr. Boyo Ockinga studierte an der University of Auckland (New Zealand) Alte Geschichte und an der Universität Tübingen Ägyptologie. Seit 2006 unterrichtet er als Associate Professor an der Macquarie University in Syndey (Australien) Ägyptologie. Ab 1984 war er in verschiedenste Grabungsprojekte in Theben-Wast (Ägypten) eingebunden, vor allem bei der Erforschung, Dokumentation und Publikation der Gräber des 3. Propheten des Amun Amenemope (TT 148, Zeit Ramses’ III. – Ramses’ V.), des Neferrenpet (TT 147, Zeit Amenophis’ III.) und des königlichen Opfertischschreibers Amenmose (TT 149, Zeit Ramses’IV.). Ab 1996 arbeitet er außerdem in Sakkara, zunächst am Grab des Leiters der königlichen Goldschmiede Amenemone und von 2006-2010 erforschte er in der der Nekropole um die Pyramide König Tetis aus dem Alten Reich, die spätere Sekundärnutzen im Neuen Reich. Weitere Forschungsgebiete von Boyo Ockinga sind die altägyptische Sprache und Religion.


Vortrag in deutscher Sprache, Eintritt frei!

Montag, 12. November 2018, 18.30 Uhr
DER SCHATZ! 150 Jahre Hildesheimer Silberfund

Dr. Stefan Bölke, Dr. des. Markus Siedow

Anlässlich der neuen Sonderausstellung im Hildesheimer Stadtmuseum referieren die beiden Kuratoren über die neuesten Erkenntnisse rund um das berühmte antike Tafelgeschirr. Auch noch 150 Jahre nach der Aufdeckung des Hildesheimer Silberfunds ist dieser weiterhin eine Sensation: Fanden sich in der Zwischenzeit zwar umfangreichere Horte römischen Silbergeschirrs, so bleibt der Hildesheimer Fund immer noch der umfangreichste Fundkomplex, der je außerhalb der Grenzen des Römischen Reichs aufgedeckt worden ist. Die sich daran anknüpfenden Fragen, wer genau die Gefäße und Gerätschaften zu welchem Zeitpunkt vergraben hat, werden sich zwar nie mit Bestimmtheit beantworten lassen. Dagegen liegen jedoch neue Erkenntnisse zur Einordnung der Funde und ihres zeitlichen Kontextes vor, die Deutungshorizonte eröffnen: Neueste Untersuchungen an den Gefäßen haben ihre Einordnung in die Zeit des Kaiser Augustus abgesichert und spektakuläre archäologische Forschungen in unserer Region zeigen immer deutlicher, dass die Römer zu dieser Zeit wiederholt hier präsent waren. Die Identifikation eines Vorbesitzers von zwei Gefäßen ermöglicht dabei, ein genaueres Bild der Nutzung der Fundstücke im Alltag der römischen Führungsschicht zu zeichnen. Dies bildete die Grundlage zur neuen Präsentation der Nachbildungen des Silberfunds im Hildesheimer Stadtmuseums. Im zweiten Teil wird die spannende Rezeptionsgeschichte zum Fund erläutert. Für die Hildesheimer war der Fund von Anbeginn ein besonderes Ereignis. Im Hildesheimer Rathaus präsentierte der Historienmaler Hermann Prell in einem monumentalen Fresko seine Deutung der Niederlegung, das Warenhaus Meier Auswahl erweiterte sein Sortiment um Silberfundrepliken und die Bürger stellten sich diese stolz in den Wohnzimmerschrank. Bis heute hat der Schatz seine Faszination nicht verloren und zieht Interessierte nach wie vor in seinen Bann.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 5. November 2018, 18.30 Uhr
Einblicke ins und Entdeckungen im Museumsdepot

Antje Spiekermann, M.A. (RPM Hildesheim)

Im Vortrag wird es um die Entwicklung und Geschichte der Sammlungsbestände und -depots, einschließlich der Probleme, die durch mehrfache Aus- und Umlagerungen vor und nach 1945 bis heute entstanden sind. Anhand von Beispielen wird der Frage nachgegangen was einmal war, was heute noch ist und was rekonstruiert werden kann. Der Vortrag ermöglicht ein Blick hinter die Kulissen, in die man als Museumsbesucher normalerweise nicht gelangt. Er stellt erstaunliche Geschichten vor, von Entdeckungen, Wiederentdeckungen aber leider auch von unwiederbringlichen Verlusten.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 29. Oktober 2018, 18.30 Uhr
Das Land der Königin von Saba – Äthiopien und Südarabien von der Antike bis ins frühe Christentum

Dr. Sven Kielau zusammen mit Prof. Dr. Regine Schulz

Das östliche Südarabien und das nördliche Äthiopien waren in der Antike ein eng miteinander verbundener Kulturraum. Götter wie der sabäische Reichs- und Mondgott Almaqah wurden auf beiden Seiten des Roten Meeres verehrt und seine Tempel finden sich nicht nur im jemenitischen Marib, sondern, wie jüngste Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts belegen, auch im äthiopischen Hochland bei Yeha. Die südarabischen Königreiche waren seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. vor allem durch den Handel mit Weihrauch und anderen exotischen Gütern wohlhabend und mächtig geworden und unterhielten Beziehungen nach Indien, Ostafrika und in den Mittelmeerraum. Gewaltige Tempel- (z. B. in Marib und Barakisch) und Stadtanlagen mit bis zu siebenstöckigen Häusern (z. B. in Schibam) sowie eindrucksvolle Statuen und Stelen zeugen von der hochstehenden Kultur dieser Reiche. In der Spätantike ging die südarabische Dominanz in diesem Kulturraum zunehmend verloren und wurde durch das Reich von Aksum verdrängt. Die später (zum ersten Mal im 1. Jh. n. Chr. genannt) zur Blüte gelangte Hauptstadt Aksum im Norden Äthiopiens ist schon lange wegen ihrer spätantiken obeliskenartigen Grabstelen berühmt. Im 4. Jh. n. Chr. nahm dort König Ezana das Christentum an. Der Glaube an die Existenz der originalen Bundeslade in einem Schrein der heiligen Stadt und die damit verbundene Legende der Königin von Saba eint den christlichen Bevölkerungsanteil Äthiopiens noch heute, wird aber auch von den Jemeniten als Gründungsmythos ihres eigenen Landes verstanden. Die enge Beziehung beider Länder zeigt sich auch in der äthiopischen Schrift, da sie sich aus der südarabischen entwickelt hat und im Gegensatz zu letzterer noch heute verwendet wird.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 22. Oktober 2018, 18.30 Uhr
Nubische Schätze in Berlin

Dr. Jana Helmbold-Doyé, Berlin

Zu der Sammlung des Ägyptischen Museums Berlin gehören von jeher Objekte, die aus dem nubischen Kulturraum stammen. Die ersten Funde aus den Jahren 1844/45 sind auf den italienischen Abenteurer Guiseppe Ferlini und den Leiter der Königlich Preußischen Expedition Karl Richard Lepsius zurückzuführen. Zu diesen gehört auch der bis heute einzigartige Schatz der meroitischen Königin Amanishakheto. Zudem wurden zahlreiche Artefakte in den Jahren 1912 und 1914 erfasst, bei denen es sich vor allem um Funde aus den Grabungen von Francis Llewellyn Griffith in Faras und Sanam handelt. In dem Vortrag sollen die größeren Konvolute vorgestellt und beispielhaft deren Bedeutung sowie neue Forschungsergebnisse dargelegt werden.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Donnerstag, 18. Oktober 2018, 18.30 Uhr
Afghanistan 2018 – 30 Jahre Erfahrung aus dem Land am Hindukusch

Dr. Reinhard Erös, Mintraching

16 Jahre westliches Engagement am Hindukusch – warum fliehen so viele Afghanen jetzt aus ihrer Heimat? Zu diesem Thema  trägt Dr. Reinhard Erös, Oberstarzt der Bundeswehr a.D. und Gründer der „Kinderhilfe Afghanistan“ vor.

Seit über 30 Jahren ist der bayerische Arzt in Afghanistan unterwegs. Während der sowjetischen Besatzung 1979-1989 versorgte er, von der Bundeswehr unbezahlt beurlaubt, unter Lebensgefahr die Zivilbevölkerung. 

Seit dem Sturz der Taliban 2001 errichtete und betreibt Erös zusammen mit seiner siebenköpfigen Familie - ausschließlich mit privaten Spenden - in ehemaligen Taliban-Hochburgen über 30 Schulen für über 60.000 Kinder, zwei Waisenhäuser, eine Universität und fünf Krankenstationen. Er kennt und liebt das Land und seine Menschen, spricht ihre Sprache und verkehrt mit ihnen in Augenhöhe. 

Für seine Arbeit wurde Dr. Erös u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, dem Europäischen Sozialpreis, dem Theodor-Heuss-Preis  und dem Familienpreis der katholischen Kirche ausgezeichnet.

Eintritt: frei!

www.Kinderhilfe-Afghanistan.de

Montag, 05. März 2018, 18.30 Uhr
Kulturkontakt am Altar – kirchliche Silberarbeiten vom bolivianischen Altiplano

Dr. Andrea Nicklisch, Hildesheim

In Bolivien, besonders in Altiplano, hat es während der Kolonialzeit im 17. und 18. Jahrhundert eine große Anzahl von kirchlichen Silberarbeiten gegeben. Diese sind nicht nur für die Wissenschaft wegen der Variation von Abbildungen, sondern auch wegen ihrer religiösen Symbolik für das allgemeine Verständnis, das Kennenlernen und Verstehen für die nicht konfliktfreie Begegnung von Kultur und Religion aufschlußreich. So sind die Silberarbeiten eine gute Quelle für die Bildinterpretation. Sie geben Aufschluß auf die Zuschreibungen an das Material und belegen einen Transfer von religiösen Vorstellungen.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 26. Februar 2018, 18.30 Uhr
Die Elektrifizierung Hildesheims am Beispiel der Straßenbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Dr. Stefan Bölke, Hildesheim

Als am 7. August 1905 die elektrische Straßenbahn in Hildesheim ihren regulären Betrieb aufnahm, fand die Domstadt endgültig den Anschluss an das moderne Zeitalter. Der Weg dorthin war schwierig und mit vielen Auseinandersetzungen verbunden. Lange wehrten sich die Stadtväter gegen die Elektrifizierung der Stadt, da man auch eklatante Eingriffe in das historisch gewachsene Stadtgefüge befürchtete. Bürgerwille sowie Durchsetzungsvermögen ließen den Fortschritt nicht mehr aufhalten. In seinem Vortrag beleuchtet Dr. Stefan Bölke den spannenden Weg Hildesheims von der Tradition in die Moderne. Anhand der historischen Linienverläufe der elektrischen Straßenbahn nimmt der Kunsthistoriker sein Publikum mit auf eine Fahrt in das legendäre Stadtbild der Vorkriegszeit.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 19. Februar 2018, 18.30 Uhr
Von Beit el-Wali nach Abu Simbel: Die unternubischen Tempel Ramses’ II.

Prof Dr. Martina Ullmann, München

Die beiden Felstempel von Abu Simbel, die Ramses II. im 13. Jh. v. Chr. im nördlichen Nubien anlegen ließ, zählen durch ihre schiere Größe, die beeindruckenden Kolossalstatuen an den Fassaden, die exzellent erhaltene Wanddekoration und nicht zuletzt durch die moderne technische Meisterleistung ihrer Versetzung an einen erhöhten Standort, um sie vor den Fluten des Nasser-Stausees zu retten, zu den berühmtesten Denkmälern des Alten Ägypten. Viel weniger bekannt sind dagegen die anderen Felstempel, die ebenfalls unter Ramses II. in Unternubien entstanden, von Beit el-Wali im Norden, über Gerf Hussein und Wadi es-Sebua bis nach Derr. In dem Vortrag werden all diese Tempelbauten kurz vorgestellt und es wird aufgezeigt, dass sie nicht isoliert voneinander konzipiert wurden, sondern als Teile eines großen religiösen Netzwerks. Mittels dieser Tempelneubauten wurde die religiöse Topographie zwischen dem 1. und 2. Nilkatarakt neu gestaltet und eine großflächige sakrale Landschaft geschaffen mit Beit el-Wali und Abu Simbel als nördlichem bzw. südlichem Endpunkt.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 12. Februar 2018, 18.30 Uhr
Der Buddha auf dem Dach der Welt – ein Einblick in die Kloster-Kultur Tibets

Geshe Palden Öser, Hannover
Nicola Hernádi, Berlin

Geshe Palden Öser, gelehrter Mönch aus Tibet, wird Grundzüge der buddhistischen Lehre in Theorie und Praxis erläutern, über den gelebten Kloster-Alltag berichten und die besonderen Bildungsziele der Kloster-Universitäten Tibets verdeutlichen. Tibet bewahrte den indischen Buddhismus in der ausgereiften Form, wie er im 10. Jhd. in den Zentren des buddhistischen Wissens in der Gangesebene vorlag, dort jedoch durch nachhaltige Zerstörungswellen zentralasiatischer Eroberer ausgelöscht wurde. Durch akribische Übersetzungen und Systematisierungen der umfangreichen indischen Schriften und der aktiven Anwendung und lebendigen Weitergabe ihrer Inhalte bis zum heutigen Tag, bietet die einzigartige Kultur der Tibeter einen Zugang zu einer dem Westen weitgehend unbekannten philosophischen Wissenswelt der Antike Asiens und ihrer Kunst.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 05. Februar 2018, 18.30 Uhr
Naturschutzgebiet Wernershöhe. Herkunft und Wanderung der Ackerwildkräuter

Liebe Vortragsgäste, 
aus organisatorischen Gründen muss der ursprünglich für heute, 05.02.2018, geplante Vortrag "Reformen nach der Reformation" entfallen. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Für den heutigen Abend konnten wir allerdings adäquaten Ersatz gewinnen und so wird der Hildesheimer Bernd Galler über das Thema "Naturschutzgebiet Wernershöhe. Herkunft und Wanderung der Ackerwildkräuter" referieren. 

Zunächst wird hierbei kurz das Gebiet selbst mit seiner Geschichte und seine Verbindung mit Wrisbergholzen vorgestellt. Die Geschichte der Landschaft und des Ackerbaus seit ca 11.000 Jahren ("Goldener Halbmond", Anatolien) sowie die Herkunft und Wanderung der Ackerwildkräuter bilden einen weiteren Abschnitt.  
Den Hauptteil des Vortrags werden selbstverständlich die "Unkräuter" ausmachen, speziell die Arten von Wernershöhe. Zur Sprache kommen weitere Aspekte wie Biodiversität, natürliche Systeme sowie Landwirtschaft und Naturschutz.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 29. Januar 2018, 18.30 Uhr
Heka, Bes und Isis – Rituale und Wirkungsmacht im pharaonischen Ägypten

Prof Dr. Regine Schulz, Hildesheim


Magie war für die alten Ägypter ein wesentlicher Bestandteil ihrer religiösen Vorstellungswelt. Sie gingen davon aus, dass sie in allen Bereichen der Schöpfung im Dies- und Jenseits, im Himmel und auf Erden wirksam sei. Voraussetzung dafür war die feste Überzeugung, dass alle materiellen und immateriellen Aspekte der Schöpfung verstehbar, erklärbar und beeinflussbar sind. Magie spielte vor allem dann eine wichtige Rolle, wenn die Menschen gefährlichen, schwierigen oder irrationalen Situationen gegenüberstanden; sie war aber auch ein unverzichtbarer Bestandteil der religiösen Rituale, der medizinischen Praxis und der Gefahrenprofilaxe. Darüber hinaus ging man davon aus, dass Magie auch beim Streben nach Glück oder Macht hilfreich sei. Die dahinter stehende Kraft wurde Heka genannt und galt als erste Hervorbringung des Schöpfergottes noch bevor Raum und Zeit und die anderen Götter entstanden. Magische Kraft wohnte aber auch den Göttern inne, die diese zum Wohle der Menschen einsetzen konnten. Allen voran sei hier die Göttin Isis genannt, aber auch der kleinwüchsige, halb-löwengestaltige Gott Bes war äußerst populär. 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 22. Januar 2018, 18.30 Uhr
Anmut & Schönheit - Wie die sog. Tanagräerinnen (Tonstatuetten junger Frauen) erst Athen, dann die antike hellenistische Welt und schließlich Europäer des 19. Jhs. in ihren Bann schlugen

Tanagräerin, Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin -Preussischer Kulturbesitz-

Dr. Sven Kielau, Hildesheim

Im Hellenismus entstand ein überaus produktives Werkstattwesen, das in großer Zahl Tonfiguren hervorbrachte, die zu universellen, die hellenistische Welt umspannenden Figurentypen wurden. Die am besten erhaltenen Stücke stammen oft aus Gräbern, die weniger gut erhaltenen aus Heiligtümern und Wohnhäusern.
Ein solch universeller Figurentyp war die stoffreich bekleidete, bunt bemalte, für moderne Augen elegant wirkende junge Frau. Der erste bedeutende Fundort dieser Figuren im 19. Jh. waren die Gräber von Tanagra: Eine ganze Kleinkunstgattung bekam so den Namen "Tanagräerinnen". Besonders ihre Beliebtheit wuchs in antiker Zeit so rasant, dass beinahe jeder Ort der griechischen Welt den Typ adaptierte, produzierte, reproduzierte oder importierte. In der frühen römischen Kaiserzeit endete ihre Beliebtheit.
Es dauerte lange, bis - unter ganz anderen Vorzeichen - eine erneute Produktion einsetzte: Im Antikenkunsthandel des späteren 19. Jahrhunderts war die Nachfrage nach den anmutigen und farbenprächtigen Tanagräerinnen wieder so groß, dass er mit zahlreichen Fälschungen angereichert wurde.
Der Vortrag beleuchtet die rasante antike Verbreitung der Terrakotten und die durch neuzeitliche Fälschungen entstandenen Irrwege, auf die sich beinahe alle westlichen privaten und musealen Sammlungen begaben.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 15. Januar 2018, 18.30 Uhr
Leben im ewigen Eis – Die Inuit („Eskimo“)

Dr. Sabine Lang, Hildesheim

Europäischen Menschen erscheint die Arktis als unwirtlich und lebensfeindlich. Die Inuit ("Eskimo") in Grönland, Kanada, Alaska und Sibirien haben sich aber den extremen Umweltbedingungen seit Jahrtausenden perfekt angepasst. Bemerkenswert sind dabei ihre traditionell auf Wasser- oder Landsäugetiere (Karibu) ausgerichtete Wirtschaftsform, ihre Sozialorganisation ohne "Stämme" oder andere übergeordnete politische Instanzen, ihr elaborierter Schamanismus sowie die technischen Erfindungen, die ihnen eine Anpassung an ihre harten Lebensbedingungen ermöglichen. Die Ethnologin Dr. Sabine Lang erläutert die Inuit-Kulturen unter anderem anhand einer vielseitigen Sammlung von etwa 50 Objekten von den Yup'ik in Alaska, die Ende des 19. Jahrhunderts an das Roemer- und Pelizaeus-Museum gelangte.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 13. November 2017, 18.30 Uhr
Ägyptomanie in Preußen. Die Tafelskulptur zur Hochzeit im Königshaus 1804

Dr. Friederike Werner, München

Ein Tafelaufsatz der Bronzefabrik Werner & Mieth in Berlin birgt ein Geheimnis. - Ein Heiliger Hain mit Apis-Stier, Apis-Priestern, Palmen, Greifen, Osiris-Canopus und Sphingen erzählt berückende mythologische Geschichten. Hinzu kommt die anziehende poetische Schönheit der künstlerischen Ausführung. Das bislang übersehene Meisterwerk der Ägyptomanie aus schwarzer und feuervergoldeter Bronze auf blauem Grund sowie aus weißem Flussglas ist im Schlossmuseum Darmstadt beheimatet. Das Ensemble stand auf der Berliner Hochzeitstafel des Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs Friedrich Wilhelm III., und Prinzessin Marianne von Hessen-Homburg. Der Vortrag von Dr. Frederike Werner, München, ist dem einzigartig fantasievollen und herrschaftlichen Tafelprogramm auf der Spur.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 6. November 2017, 18.30 Uhr
Mythos Olympia. Die häufigsten Missverständnisse über Olympia und seine Spiele

Manfred Blank, Hildesheim

 

Nach fast 500-jähriger Unterbrechung fanden 1896 in Athen offiziell die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Damit sollte der Geist des Olympischen Gedankens erneuert werden: die Jugend der Welt war zu einem sportlichen Wettstreit aufgerufen. Olympia war zu einem Mythos geworden.Manfred Blank, Hildesheim, wird über die häufigsten Missverständnisse über Olympia und seine Spiele sprechen.

 

 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 30. Oktober 2017, 18.30 Uhr
150 Jahre Hildesheimer Silberfund

Prof. Dr. W. Schuhr, Magdeburg, Hannover

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 23. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Die Tempel im Alten Reich

Prof. Dr. Richard Bußmann, Köln

Die Tempel Ägyptens gehören zu den großartigen Bauwerken der Pharaonen: steinerne Denkmäler, gemacht für die Ewigkeit. Doch jüngere Ausgrabungen zeichnen ein völlig anderes Bild der frühen Epochen Ägpytens. Die Tempel des Alten Reichs, ca. 2700-2300 v. Chr., waren kleine Lehmziegelheiligtümer fernab vom Königtum. Sie dienten lokalen Gemeinschaften als Zentrum ihrer religiösen Praxis. Der Vortrag entfaltet die Geschichte der frühen Göttertempel Ägyptens im Licht archäologischer und schriftlicher Hinterlassenschaften. Er zeigt, wie die altägyptischen Könige nach und nach in die lokalen Kulte eingedrungen sind und sie in die Königsideologie eingebunden haben.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 16. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Theologie und Frömmigkeit in Hermopolis Magna

Prof. Dr. Regine Schulz und Claudia Schindler, Hildesheim

Die antike Kulturlandschaft von Hermopolis Magna und der zugehörigen Nekropole von Tuna el-Gebel steht im Zentrum eines von der VW-Stiftung unterstützten wissenschaftlichen Kooperationsprojektes des Roemer-und Pelizaeus-Museums mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Kairo.

Der Fokus liegt auf der Theologie von Hermopolis, die sich vor allem mit Fragen nach der Entstehung der Welt beschäftigt hat. Die Nekropole Tuna el Gebel ist nicht nur für den eindrucksvollen Friedhof der Stadtbewohner (zu nennen ist hier das berühmte Grab des Petosiris) bekannt, sondern auch für die unterirdischen Anlagen mit seinen hunderttausenden von Tierbestattungen. Die Kapelle für den Schöpfergott Thot in Roemer- und Pelizaeus-Museum stammt aus dieser Nekropole.

Grundlage des 3-jährigen Forschungsprojektes sind die Sammlungsbestände des RPM, die Grabungsdokumentation von Hermann Roemer im Stadtarchiv Hildesheim, die Ausgrabungen der Joint Mission der Cairo University und der Ludwig-Maximilians-Universität in München sowie andere schriftliche und bildliche Quellen der altägyptischen Religion.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Pronaos des Thot-Tempels zur Zeit der Napoleonischen Expedition (1798–1801), Description IV, 51, ©RPM

Montag, 9. Oktober 2017, 18.30 Uhr
Ägypten im Nationalmuseum der Schönen Künste in Havanna

Prof. Dr. Maria Castro Miranda, Havanna
(Zusammen mit dem Kestner Museum Hannover)

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 12. Juni 2017, 18.30 Uhr
"Ägypten – Zwischen den Revolutionen (1952 und 2011) und danach"

Mamdouh Habashi, Kairo

Mamdouh Habashi ist ein erfolgreicher Architekt, der in Kairo und Berlin studiert hat, heute in Ägypten lebt und z. B. im letzten Jahr für den Neubau des Goethe-Instituts in Kairo verantwortlich war. Noch bekannter ist er allerdings (auch IN Deutschland) als engagierter internationaler Politiker und zurzeit Mitglied des Polit-Büros der Sozialistischen Volksallianz in Ägypten sowie mehrerer nationaler und internationaler Organisationen.

Mamdouh Habashi interessiert sich aber nicht nur für die aktuelle ägyptische und internationale Politik, sondern er ist auch ein profunder Kenner der modernen ägyptischen und internationalen Geschichte, weshalb das Roemer- und Pelizaeus-Museum ihn eingeladen hat über die Entwicklung des modernen Ägypten, die derzeitige Situation und die Zukunftsperspektiven des Landes zu sprechen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Geschichte des modernen Ägypten sowie der internationalen Einflussnahme seit der Eroberung durch Napoleon (1798). Dabei geht es im ersten Teil um die Einbindung Ägyptens in das Osmanische Reich, die Herrschaft Mohamed Alis (ab 1805) und der Orabi Revolution (1881); die Britische Besetzung (ab 1882) und die Revolution nach dem Weltkrieg I. (1919) sowie das Ende der Mohamed Ali Dynastie mit der Revolution von 1952.

Der zweite Teil befasst sich mit der Zeit von Gamal Abel Nasser, den Krisen des Landes bis hin zum Suez-Krieg (1956) und der Heroisierung Nassers auf nationaler und internationaler Ebene sowie der Zeit Sadats und Mubaraks.

Der dritte Teil fokussiert auf die Revolution von 2011 und die Folgesituation unter der Herrschaft des Supreme Council of the Armed Forces, der Muslim-Brüder und unter Abdel Fattah as-Sisi. Der Vortrag schließt mit einer Gesamtanalyse mit Fokus auf die aktuelle Situation sowie Überlegungen zu Zukunftsperspektiven. 

Im Anschluss steht Herr Habashi gerne für Fragen oder Diskussionen zur Verfügung. 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 10.04.2017, 18.30 Uhr
„Wir haben nie kapituliert“

© Evelyn Camille

Evelyn Camille, Tk’emlúps Indian Band, Kamloops B.C., Kanada

Wenn von „Indianern“, American Indians“ oder „Native Americans“ die Rede ist, denken viele wohl zunächst an die Geschichte der USA, an große Häuptlinge wie Sitting Bull, Red Cloud, oder vielleicht Crazy Horse, vielleicht sogar an Leonard Peltier. Gängige gegenwärtige Karten, die die heutigen Reservate zeigen, enden im Norden mit der Grenze zu Kanada, darüber ist oft nur noch eine weiße Fläche zu sehen, als ob es in Kanada keine Reservate gäbe. Dass es in Kanada außer den Irokesen, Inuit, Haida und Kwakiutl auch noch eine Vielfalt anderer First Nations („Ureinwohner“) gibt, ist oft nur wenigen bekannt.

Die Vortragende des Abends, Evelyn Camille, ist Mitglied der Secwepemc Nation, oder auch „Shuswap“, die im zentralen Britisch Kolumbien leben, auf der Hochebene zwischen den Cascade-Mountains im Westen und den Rocky Mountains im Osten.

Evelyn Camille, geboren 1939, war lange Jahre Mitglied des Band Council (Gemeinderat), verantwortlich u.a. für Bildungsfragen, natürliche Ressourcen und Rechtsfragen.

Seit langen Jahren bemüht sie sich um die offenen Landrechtsfragen, um die Anerkennung der Aboriginal Rights and Titles und um den Schutz der natürlichen Ressourcen. Sie war und ist an vielfältigen Protestbewegungen beteiligt, wie z.B. dem Constitution Express, Concerned Aboriginal Women, Bringing back the Children, sowie gegenwärtigen Aktionen gegen den Raubbau an den natürlichen Ressourcen (z.B. Standing Rock Water Protection, Kinder Morgan Pipeline) oder gegen die Versuche, die indigenen Landansprüche zu eliminieren (Bill C-45). Heute ist sie auch Mitglied des Aboriginal Community Justice Council in Kamloops B.C., den sie mit aufgebaut hat und dessen Aufgabe darin besteht, First Nation Personen, die mit dem kanadischen Justizsystem konfrontiert sind, zu unterstützen.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 13.03.2017, 18.30 Uhr
«Handbuch» für die Reise ins Jenseits. Das außergewöhnliche Bildprogramm spätzeitlicher Holzsärge aus el-Hibeh

Dr. Beatrix Gessler-Löhr, Universität Heidelberg

Die kostbaren Särge, Mumien und Grabbeigaben aus allen wichtigen Epochen Ägyptens üben zurecht eine besondere Anziehungskraft auf die Besucher des Pelizaeus-Museums aus. Bei den Särgen fasziniert einmal ihre enorme Vielfalt: die Bandbreite reicht von monumentalen Sarkophagen aus Rosengranit über farbig bemalte und z.T. vergoldete, kasten- oder mumiengestaltige Holz- und Kartonagesärge bis hin zu einer fragilen römerzeitlichen Mumienhülle mit Porträttafel. Zum anderen finden sich darunter höchst ungewöhnliche Exemplare in bezug auf Qualität, Ausstattung und Seltenheit. So werden die einzigartigen Mumifizierungsszenen auf zwei Hildesheimer Särgen zwar in beinahe jeder Publikation zu Totenkult und Jenseitsvorstellungen im alten Ägypten abgebildet, ohne jedoch Herkunft, archäologischen Kontext oder das komplexe Dekorationsprogramm dieses speziellen Sargtyps zu berücksichtigen. Der Vortrag bietet eine Einführung in diese Themen, während die Darstellungen in das auch aus anderen Text- und Bildquellen überlieferte Ritualgeschehen eingebettet, illustriert und erläutert werden.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 20.02.2017, 18.30 Uhr
"Hermann Roemer im Briefwechsel mit seinen Brüdern"

Dr. Helga Stein, Hildesheim

Die Geschwister Roemer in ihrer Korrespondenz
Alle kennen Hermann Roemer als Museumsgründer, als Parlamentarier, als Denkmalpfleger und nicht zuletzt als Geologen. Wie war er aber als Mensch? Wie sah er aus? Wie vertrug er sich mit seinen Geschwistern. Die umfangreiche Korrespondenz der Geschwister Roemer befindet sich im Stadtarchiv Hildesheim Best 345. Sie umfasst Hunderte von Briefen. Ein großer Teil behandelt Mitteilungen, wie sie unter Familienmitglieder ausgetauscht werden. Ein fast ebenso großer behandelt seine wissenschaftliche und politischeTätigkeit,180 Briefpartner. Zum Jubiläum des Museums, 1995, wurden diese Briefe transliteriert und für den Band "Gesammelte Welten" ausgewertet. Der Vortrag wird sich mit den persönlichen Problemen der Familie Roemer auseinandersetzen: mit ihrem Vermögen, ihrer Wohnung, ihrer Gesundheit u.a.m.
Dr. Helga Stein gibt aus den Briefen eine heiter-ernste Schau auf das Leben der sieben Geschwister.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 13.02.2017, 18.30 Uhr
"Das Vorholz - ein Kleinod vor den Toren Hildesheims. Beobachtungen in einem wenig bekannten Waldgebiet"

Hannelore Genuit-Leipold, OVH Hildesheim

Das Vorholz ist ein kleiner Höhenzug, der sich vom Galgenberg bei Hildesheim bis zum Ohrberg bei Luttrum erstreckt. In ihrem Vortrag wird Hannelore Genuit-Leipold vor allem den wenig bekannten östlichen Teil des Höhenzuges mit seinen botanischen Seltenheiten und einigen geologischen und historischen Besonderheiten vorstellen. 

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 30.01.2017, 18.30 Uhr
"Der Skalp des Wassermonsters - Geschichte und Symbolik indianischer Federhauben"

Jens Matuschek, Universität Göttingen

Der Kopfschmuck aus Adlerfedern ist der vielleicht wichtigste Bestandteil des bei uns vorherrschenden Indianerbildes. Dabei ist die Federhaube weit mehr als eine bloße Kopfbedeckung.
In seinem Vortrag hinterfragt der Göttinger Ethnologe Jens Matuschek dieses Klischeebild und geht der spannenden Entwicklung der Federhaube in verschiedenen indigenen Kulturen Nordamerikas nach.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 16.01.2017, 18.30 Uhr
"Das Archäologische Museum von Ismailia - Alte Schätze neu entdeckt"

Dr. Helmut Brandl, Humboldt Universität zu Berlin

Das archäologische Museum von Ismailia wurde bereits 1934 eröffnet. In enger Abstimmung mit dem ägyptischen Ministerium für Altertümer arbeitet das Berliner Uni-Projekt "Museen im Nildelta" derzeit an einem Katalog, der erstmals seine Hauptwerke einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt.
Die Exponate stammen aus der Region des Suez-Kanals und wurden überwiegend beim Bau dieser Wasserstraße und einer weiteren, des Ismailia-Kanals, gefunden. Neben Skulpturen aus den auch aus der Bibel bekannten Tempelstätten Pithom und Bubastis handelt es sich um archäologische Funde aus Siedlungen und Gräbern aus drei Jahrtausenden und aus ganz Ägypten. Ergänzt wurde die Sammlung durch Ankäufe von Aegyptiaca, die von Jean Clédat, einem für die Suez-Kanal Gesellschaft tätigen Koptologen und Archäologen, für das Ismailia-Museum vorgenommen wurden.
Der Vortrag des Projektleiters Dr. Helmut Brandl gibt Einblicke in die fotografisch gut dokumentierte Arbeit der Mitarbeiter_innen und erläutert eine Reihe bedeutsamer Exponate.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 21. November 2016, 18.30 Uhr
"Naturkundliche Reise nach Argentinien"

Prof. Dr. Georg Rüpel und Dagmar Hilfert-Rüpell, Braunschweig

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 19. November 2016, 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

Assunta Verrone: Identität und Präsenz: Der Leib in der Malerei

Eintritt: frei

Montag, 14. November 2016, 18.30 Uhr
"Geschlechterrollenwechsel bei nordamerikanischen Indianern"

Dr. Sabine Lang, Hamburg

In unserer Kultur gibt es nur zwei Geschlechter, anderswo auf der Welt bisweilen drei oder vier, so etwa traditionell in vielen indigenen Gesellschaften Nordamerikas. Außer Frauen und Männern waren dort früher zusätzliche Geschlechter für Mannfrauen und Fraumänner fest verankert, für Menschen, die Weibliches und Männliches in sich vereinten. Innerhalb von Weltbildern, in denen Wandel und Uneindeutigkeit Teil der natürlichen Ordnung sind, galten sie keineswegs als „abnorm“, sondern oft aufgrund ihrer Doppelgeschlechtlichkeit als etwas Besonderes. Man glaubte, sie seien von übernatürlichen Mächten gesegnet und verfügten über spezielle Gaben.

Die Ethnologin Dr. Sabine Lang hat Feldforschung zu diesem Thema durchgeführt und berichtet von Geschlechtersystemen, die sich grundlegend von unserem unterscheiden, von den traditionellen Rollen der Mannfrauen und Fraumänner, aber auch von ihrem fast völligen Verschwinden im Laufe des 20. Jahrhunderts, als euroamerikanische Normen und christliche Moralvorstellungen zunehmend die Weltbilder indigener Kulturen Nordamerikas überlagerten.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 12. November 2016, 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

Prof. Dr. Regine Schulz,
Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums:
 
Graffiti der Freiheit - Bilder des Arabischen Frühlings

Kunst hat nicht nur mit Schönheit zu tun, sondern kann auch als Mittel der Befreiung eine wichtige Rolle spielen. So waren Bilder und Graffiti während und unmittelbar nach dem "Arabischen Frühling" 2011 in Ägypten ein wichtiges Ausdrucksmittel junger Künstler mit denen sie die Ablehnung des alten Regimes, aber auch die Hoffnung nach einer neuen Ordnung zum Ausdruck brachten. Deutlich kam hierin der Wunsch nach einer Regierung zum Ausdruck, die den Menschen des Landes ein stärkeres Mitspracherecht einräumen sollte. Die Herrschaft der Muslimbruderschaft und die folgende Gegenreaktion zerstörten viele dieser Träume. Und so ist es ganz besonders schade, dass die einzige Publikation, die eine Dokumentation der Bilder und Graffiti liefert, heute in Ägypten verboten ist. Denn die meisten dieser Bilder gibt es heute nicht mehr; sie wurden von den Wänden gelöscht und überstrichen. Der Vortrag zeigt viele dieser Bilder und beschäftigt sich mit der damaligen und der heutigen Situation in Ägypten.

Eintritt: frei

Montag, 7. November 2016, 18.30 Uhr
"Seifenblasen und Glaubenssätze. Zwei Erwerbungen Hermann Roemers für sein Museum"

Dr. Johannes Köhler, Hildesheim

Hermann Roemer war immer daran gelegen, die Sammlungen seines Museums zu erweitern. Darunter sind zwei besondere Erwerbungen: Die Katechismustafel, die Nikolaus von Kues anlässlich seines Aufenthalts in Hildesheim 1451 in der Lambertikirche aufhängen ließ, lagerte lange verborgen in einem Abstellraum und wurde um 1871 von Roemer in das Museum gebracht. Kurz vor seinem Tod erwarb er Reste aus dem niedergebrannten Schloss Ruthe bei Sarstedt, darunter die seifenblasenden Putti auf einem Fliesentableau, hergestellt in Wrisbergholzen.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 31. Oktober 2016, 18.30 Uhr
"Hitlers Rache - Das Stauffenberg-Attentat und seine Folgen für die Familien der Verschwörer"

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase © SCM-Verlag, Sophia Wald

Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm von Hase, Mannheim

Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat vom 20. Juli 1944 wurden die Angehörigen der Verschwörer unter Gewaltanwendung in Sippenhaft genommen. Zu ihnen gehört Friedrich-Wilhelm von Hase, der Enkel Dietrich Bonhoeffers und Sohn des Berliner Stadtkommandanten Paul von Hase, der im August 1944 hingerichtet wurde. Er hat die Dokumente der Familien von Hase, Stauffenberg, Goerdeler und anderer veröffentlicht und trägt daraus Abschnitte vor.

Berührende Schilderungen verdeutlichen die menschliche Dimension des Attentats für die Angehörigen. Erläutert werden darüber hinaus geschichtliche Hintergründe, darunter die wenig bekannte christliche Motivation der Verschwörer.

Friedrich-Wilhelm von Hase, geboren 1937, Sohn von Generalleutnant Paul von Hase, wurde mit sieben Jahren als Sippenhäftling nach Bad Sachsa verschleppt. Er ist Professor für Archäologie und als Berater für internationale Ausstellungsprojekte der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim tätig.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 29. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Vortrag und Buchvorstellung im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

© Monika Antes

Vortrag und Buchvorstellung im Rahmen des 5. Festivals der Philosophie.

Monika Antes liest aus ihrem Buch:"Die Vermessung der Liebe"Die erfolgreiche Deutsch-italienische Buchautorin untersucht italienische Biografien und zeigt uns die Unendlichkeit bestimmter Fragen. Heutiges Objekt: Paolo Montegazza, ein erfolgreichen italienischer Arzt und Autor des letzten Jahrhunderts. Er hat das Buch "Die Physiologie der Liebe" verfasst und behauptet,die Liebe zu durchschauen. Die heutige Wissenschaft übrigens auch.Und wenn mit F. Schiller Schönheit Freiheit sei, ist sie auch Liebe, die höchste Form der Freiheit, die jedes rationale Gesetzt überschreitet.
Kann man die Liebe vermessen? Und wenn ja, womit? Das wird Monika Antes an diesem Abend versuchen uns zu erklären.

Im Roemersaal des Roemer- und Pelizaeus-Museums (Eintritt frei)

http://www.philosophiefestival.com/programm-2/

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

© Prof. Dr. Uwe Wolff

Vortrag 
Prof. Dr. Uwe Wolff (Stiftung Universität Hildesheim): Frauen: Eine Kulturgeschichte der Schönheit

Niemand bezweifelt es: das Streben nach Schönheit interessiert mehr die Frauen, aber sie tun es nicht für sich, alle profitieren davon

Eintritt: frei

Montag, 24. Oktober 2016, 18.30 Uhr
"Zwischen Steinzeit und Tiefseebergbau. Erfahrungen aus 40 Jahren in Papua-Neuguinea"

Rudolf und Cynthia Lies, Husum

Das Ehepaar Lies hat insgesamt zehn Jahre (1979 - 84 und 2009 - 14) in Papua-Neuguinea, Rudolf Lies war in den vergangenen 40 Jahren pro Jahr ein bis zwei Mal für die Breklumer Mission vor Ort tätig.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Donnerstag, 6. Oktober 2016, 18.30 Uhr
Die politische Entwicklung Ägyptens von Nasser bis heute

Mamdouh Habashi, Kairo

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Samstag, 24. September 2016, 18.30 Uhr
Vortrag und Buchvorstellung im Rahmen der Sonderausstellung "Bilder der Freiheit"

Friedrich Wilhelm Korff (LUH) liest aus seinem neu erschienen Buch: "Das musikalische Aufbauprinzip der ägyptischen Pyramiden", Olms Verlag Hildesheim 2015

Eintritt: frei

Freitag, 9. September 2016, 18.00 Uhr
Die Stadt Hildesheim und die Begründer des Museumsvereins von 1844

Dr. Stefan Bölke, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 17.08.2016, 19.00 Uhr
Ein Schlüssel zur Vergangenheit: Kirchenbücher als sozial- und alltagsgeschichtliche Quelle

Dr. Thomas Scharf-Wrede, Bistumsarchiv Hildesheim

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Freitag, 12.08.2016, 18.00 Uhr
Schätze Chinas: Begehrt, gehandelt und nachgeahmt

Dr. Andrea Nicklisch, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 27.07.2016, 19.00 Uhr
Vom Tod zum Leben. Hildesheimer Heilige und ihre Reliquien

Prof. Dr. Michael Brandt, ehem. Dommuseum Hildesheim

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Dass die Namen unserer Kirchen nicht nur auf die heiligen Patrone verweisen, sondern dass damit auch ein Hinweis auf deren materielle Präsenz an diesen Orten gegeben ist, macht man sich heute kaum noch bewusst. Dabei berichtet schon die Gründungsüberlieferung des Mariendomes von einem dort verwahrten Reliquiengefäß, das unter anderem Haare der Gottesmutter enthalten soll. Der Vortrag geht der Frage nach, wie es im Christentum zu der uns heute fremd gewordenen Verehrung menschlicher Überreste kommen konnte und veranschaulicht diese Form der Heiligenverehrung exemplarisch an Hildesheimer Beispielen.

Prof. Dr. Michael Brandt: Studium der Germanistik, kath. Theologie., Philosophie, Erziehungswissenschaften und Kunstgeschichte in Münster, Trier und Braunschweig, 
Staatsexamen, Promotion in Kunstgeschichte, Honorar-Professor. der Universität Hildesheim, ehem. Direktor des Dommuseum Hildesheim, Stiftungsrat der Abegg-Stiftung CH Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen zum kulturhistorischen Kontext der mittelalterlichen Kunstschätze Hildesheims, u.a.:

  • Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen, Ausst.-Kat., 2 Bde., Hildesheim / Mainz 1993
  • Der vergrabene Engel. Die Chorschranken der Hildesheimer Michaeliskirche, Ausst.-Kat., Hildesheim 1995 - Abglanz des Himmels
  • Romanik in Hildesheim, Ausst.-Kat., Regensburg 2001
  • Zur Stuckdekoration der Hildesheimer Michaeliskirche - vor 1186. In: Hoch- und spätmittelalterlicher Stuck, Regensburg 2002, S. 99 - 105
  • Bernward und Byzanz. In: Buchkunst im Mittelalter und Kunst der Gegenwart, Nordhausen 2008, S. 43 - 54
  • Bernwards Säule, Regensburg 2009

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Mittwoch, 22.06.2016, 19.00 Uhr
Opferpraxis in Mesoamerika. Zwischen Selbst- und Menschenopfer

Dr. Andrea Nicklisch, RPM

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Das Opfern von Menschen war einst ein weltweites Phänomen. Sehr sichtbar rückte es jedoch mit der Eroberung der Amerikas in den Blickpunkt Europas und ist bis heute fast untrennbar mit vorspanischen Kulturen wie denjenigen der Azteken und Maya verknüpft. Spanische Chronisten berichteten von über 80.000 geopferten Menschen bei der Neueinweihung des Haupttempels in Mexiko-Tenochtitlan. In der Wissenschaft gab es hingegen zeitweilig Strömungen, die versuchten, die Opferung von Menschen in Mittelamerika vollkommen zu negieren.

Menschenopfer sind seit der olmekischen Zeit (ab 1500 v. Chr.) in Mesoamerika überliefert, zumeist in bildlichen Darstellungen auf Stein, Wandmalereien oder in den vorspanischen Bilderhandschriften. Aber auch Tiere, Blumen oder das eigene Blut brachte man den Göttern als Opfergabe dar.

Wo lagen die Wurzeln dieser für die Spanier so verabscheuungswürdigen Praxis? Waren die Azteken „blutrünstiger“ als andere mesoamerikanische Ethnien?

Andrea Nicklisch:
Im Anschluss an das Studium der Fächer Altamerikanische Sprachen und Kulturen, Ethnologie sowie Vor- und Frühgeschichte an der Universität Hamburg folgte ein Volontariat am Ethnologischen Museum Berlin im Fachreferat Amerikanische Archäologie Mesoamerika. Zwischen 2005 und 2009 Tätigkeit als Projektkoordinatorin und Ko-Kuratorin für nationale und international Ausstellungen des Ethnologischen Museums Berlin. Von 2009 bis 2013 Promotion im DFG-geförderten Emmy-Noether-Projekt „Text, Bild, Performanz“ am Historischen Seminar der Universität Hamburg, Arbeitsbereich Außereuropäische Geschichte, zu multiplen Lesarten von Bildern auf kirchlichen Silberarbeiten aus dem bolivianischen Altiplano.

Seit Juli 2015 Kuratorin der ethnografischen Sammlung des Roemer- und Pelizaeus-Museums Hildesheim.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Montag, 13.06.2016, 18.30 Uhr
Ein Buch für die Ewigkeit. Das Totenbuch der Alten Ägypter

Dr. Annik Wüthrich, Münster

Im Theben der 13. Dynastie (um ca. 1780-1650 v.Chr.) erscheint auf dem Sarg der Königin Mentuhotep unter den alten Sargtexten ein neuer Typ funerärer Kompositionen. Sie werden von Ägyptologen als „Totenbuch“ bezeichnet. Das Totenbuch stellt die letzte Bearbeitung religiöser Texte, deren Herkunft auf die Epoche des Pyramidenbaus zurückgeht, dar. Dieses Textkorpus unterläuft mehreren Entwicklungsphasen, bis zum letzten datierten Totenbuch, das 63 n. Chr. hergestellt wurde.

Diese religiösen Texte sind vor allem auf Papyri, die eigentlichen Totenbücher, geschrieben, aber man findet sie auch auf verschiedenen anderen Textträgern, wie Grabwänden, Mumienbinden, Sarkophagen, etc.

Das Totenbuch ist eine Sammlung von ca. 200 Sprüchen und Vignetten, die der Verstorbene benötigt, um sein Überleben in der Unterwelt zu gewährleisten. Es handelt sich um eine Art Enzyklopädie, die die wichtigsten Kenntnisse zur Unterwelt beinhaltet: die Namen der verschiedenen Wesen, die die Unterwelt bevölkern; Sprüche, mittels derer dem Verstorbenen im Jenseits Nahrung und ideale Lebensumstände sicher sind; ein Atlas der verschiedenen Regionen der Unterwelt; magische Sprüche, die die physische und moralische Integrität des Verstorbenen wiederherstellen; Hinweise über die solarische Wiedergeburt, etc. Diese Texte wurden mit polychromen und später strichgezeichneten Vignetten illustriert.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Freitag, 10.06.2016, 18.00 Uhr
Hermann Roemer als Geologe

Dr. Jürgen Vespermann, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 06.06.2016, 18.30 Uhr
Mumien – Archive des Lebens und ihre Erforschung

Dr. Wilfried Rosendahl, Mannheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 01.06.2016, 19.30 Uhr
Osiris und Re - Leben, Tod und Erneuerung im pharaonischen Ägypten

Prof. Dr. Regine Schulz, RPM

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen zur Sonderausstellung "Mumien der Welt" im RPM.

Dies- und Jenseits, Himmel, Erde und Unterwelt galten im pharaonischen Ägypten als Einheit und die Weiterexistenz im Totenreich, im Unterschied zu vielen anderen antiken Kulturen, als erstrebenswert. Wer sich während des diesseitigen Lebens an die vorgegebenen ethischen Normen hielt, konnte das Totengericht überstehen und als „gerechtfertigter Verstorbener“  weiterexistieren. Wer diesen Status aber nicht erhielt, wurden aus dem Erneuerungszyklus der Schöpfung ausgeschlossen und war erst dann endgültig tot. Der Vortrag beschäftigt sich aber nicht nur mit abstrakten Vorstellungen, sondern auch mit bildlichen und schriftlichen Zeugnissen von Todesfurcht und -überwindung, Trauer und Zweifel sowie der Hoffnung auf ein gutes oder sogar besseres Leben nach dem Tode.

Regine Schulz ist Direktorin der Roemer- und Pelizaeus-Museums und des Stadtmuseums Hildesheim sowie Professorin für Ägyptologie und Koptologie an der Universität München. Sie ist außerdem Mitglied in der Geschäftsführung des Internationalen Museumsrates und korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts. Ihre Forschungsschwerpunkte sind altägyptische, nubische und vorderasiatische Kulturgeschichte, Kunst und Religion. Darüber hinaus ist sie Ko-Projektleiterin der Ausgrabungen in der Ramsesstadt (Ägypten) sowie des Hermopolis Magna/Tuna el-Gebel-Projektes des RPM mit den Universitäten in München und Kairo. Regine Schulz studierte und unterrichtete an den Universitäten in Berlin, München, Kairo und Baltimore. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Fachpublikationen und Ausstellungskataloge.

"KulturSpitzen" ist eine Kooperation von Bistumsarchiv Hildesheim, Dombibliothek und Dommuseum Hildesheim, HAWK, Hornemann Institut, Stadtarchiv Hildesheim, RPM und Stadtmuseum.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Montag, 30.05.2016, 18.30 Uhr
Was Mumien uns erzählen - Ötzi, Tutanchamun und die moderne Mumienforschung

Prof. Dr. Albert Zink (Institute for Mummies and the Iceman, EURAC European Academy of Bolzano/Bozen)

Als 1991 in den Ötztaler Alpen der natürlich konservierte Leichnam eines Mannes aus der Jungsteinzeit gefunden wurde, gelangte die Wissenschaft in den Besitz einer einzigartigen Quelle unschätzbar wertvoller Informationen über das Leben im Neolithikum. Die später als Ötzi bekannt gewordene Mumie veränderte und erweiterte den Wissenschaftsstand über diese frühe Epoche der Menschheitsgeschichte in Europa in ungeahnter Weise. Die Eismumie ist ein hervorragendes Beispiel für den hohen Wert der Mumien als historische Quellen, den die Wissenschaft lange verkannt hatte. Heute wird die Eismumie in einem Forschungsinstitut in Bozen wissenschaftlich untersucht. Der Direktor des Institute for Mummies and the Iceman, der international renommierte Mumienexperte Albert Zink, wird in seinem Vortrag über den derzeitigen Kenntnisstand zu der Ötztaler Mumie berichten, aber auch den Bogen zu ägyptischen Mumien und zu erhaltenen Körpern aus anderen Kulturen schlagen und so zeigen, wie die Körper Verstorbener noch heute von ihrem einstigen Leben berichten. Albert Zink, der von Haus aus Anthropologe ist, war auch einer der ganz wenigen, die die Mumie des Pharaos Tutanchamun untersuchen konnten. Er ist zweifellos einer der bedeutendsten Mumienforscher weltweit und wird so einen Überblick über den aktuellsten Stand der Mumienforschung geben.

Im Rahmen der Vortragsreihe der Fördervereine des RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 23.05.2016, 18.30 Uhr
Chinesische Mumien – Konservierende Bestattungstraditionen im Reich der Mitte

Oliver Gauert, M.A., Hannover

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 11.05.2016, 19.00 Uhr
Die Angst vor dem Scheintod - Über eine weit verbreitete Hysterie im 18. und 19. Jahrhundert

Dr. Michael Schütz, Stadtarchiv Hildesheim

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Die Angst, lebendig begraben zu werden, tritt schon in mittelalterlichen Schriftquellen hervor und ist in ganz Europa verbreitet gewesen. Sie resultierte vor allem aus ungenügend vorhandenen medizinischen Kenntnissen über den exakten Eintritt des Todes. Im 18. und besonders im 19. Jahrhundert entwickelte sich diese Angst in Deutschland zu einer wahren Hysterie, die sich in einer Vielzahl von Publikationen niederschlug und auch „Sicherheitssärge“ und „Rettungswecker“ hervorbrachte. Sie gipfelte schließlich in der Forderung, Bestattungen erst dann vorzunehmen, wenn eindeutige Zeichen des Todes – also die Verwesung – erkennbar waren. Um diese Forderung ohne eine hygienische Beeinträchtigung der Lebenden zu gewährleisten und gegebenenfalls erwachende „Tote“ medizinisch betreuen zu können, wurde schließlich die Institution des Leichenhauses begründet. Ein solches Leichenhaus wurde 1842 auch in Hildesheim errichtet, von dem sich Baupläne, Ausstattungsverzeichnisse und Anweisungen an das Personal erhalten haben. Kulturgeschichtlich gesehen führte die Angst vor dem Scheintod zu weitreichenden Veränderungen im Bestattungswesen und wirkt bis in die heutige Zeit nach.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Freitag, 06.05.2016, 18.00 Uhr
Begraben, Gefunden, Zerstückelt, Gesammelt. Fragmente altägyptischer Bestattungen in der Sammlung des Pelizaeus-Museums

Dr. Christian Bayer, RPM

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Mittwoch, 13.04.2016, 19.00 Uhr
Mumfizierung - ein weltweites Phänomen

Oliver Gauert, M.A., Hannover

Im Rahmen der Vortragsreihe "?Tod! im kulturellen Vergleich" der Hildesheimer KulturSpitzen.

Eintritt: 4,00 € / Ermäßigt: 2,00 € / Mitglieder der Fördervereine der Veranstalter: frei

Montag, 14.03.2016, 18.30 Uhr
Auf den Spuren meines Urgroßonkels Ernst Ohlmer - Vom Schiffsjungen zum Träger des chinesischen Drachenordens

Dr. Frauke Dettmer, Rendsburg

Gegen den Willen seines Vaters setzte Ernst Ohlmer seinen Traumberuf durch: Mit 14 Jahren heuerte er auf seinem ersten Frachtsegler an. Als er 1866 als Schiffbrüchiger in China landete, sollte sein Leben eine ganz andere Wendung nehmen. 

Die Urgroßnichte Dr. Frauke Dettmer folgt Ernst Ohlmer und seiner Frau Luise durch China. Wie sah der Lebensstil eines europäischen Paares vor 1914 aus? Ernst Ohlmer war eine prägnante Persönlichkeit. Wie wurde er von ausländischen und chinesischen Zeitgenossen wahrgenommen?

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 07.03.2016, 18.30 Uhr
Die Verlängerung der Ewigkeit – Restaurierung von Mumien und Grabausstattung

Dipl.-Rest. Jens Klocke, Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 29.02.2016, 18.30 Uhr
Frau 6Affe und Herr 8Hirsch. Genealogien in mixtekischen Bilderhandschriften

Andrea Nicklisch, M.A., Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 22.02.2016, 18.30 Uhr
Der vergessene Friedhof – Erste anthropologische Ergebnisse

Dr. Birgit Großkopf, Göttingen

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 15.02.2016, 18.30 Uhr
"Und jedermann verließ seine Stadt, um sich in ihr anzusiedeln..." Neues aus der Ramses-Stadt

Dr. Henning Franzmeier, University College London, Abteilung Doha und Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 01.02.2016, 18.30 Uhr
Rotmilan und Windkraft. Artenschutz und Energiewende

Alistair Hill, Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 25.01.2016, 18.30 Uhr
Der Domhügel im 8. und 9. Jahrhundert

Prof. Dr. Karl Bernhard Kruse, Braunschweig/Hildesheim

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 18.01.2016, 18.30 Uhr
Palmyra geht uns alle an

Univ.-Prof. Dr. Andreas Schmidt-Colinet, Wien

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 11.01.2016, 18.30 Uhr
Von Hildesheim nach China und zurück: Das Leben des Ernst Ohlmer

Prof. Dr. Regine Schulz, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim 

Das Roemer- und Pelizaeus-Museum verdankt Ernst Ohlmer eine der besten China-Porzellan-Sammlungen Europas.

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem spannenden Leben dieses in 1847 in Betheln bei Hildesheim geborenen Mannes, der zunächst als Seemann vor der Küste Chinas Schiffbruch erlitt, dann als einer der ersten Fotografen in China arbeitete und später eine Karriere im chinesischen Seezolldienst bis zum Direktor in Tsingtau (heute Qingdao) durchlief. 1911 kehrte er schließlich nach Deutschland zurück. Teile der für das Roemer- und Pelizaeus-Museum von ihm erworbenen Objekte, gingen leider während des Ersten Weltkriegs verlorenen, so dass er schließlich seine eigene, private Sammlung dem Museum übereignete.

Der Vortrag steht in Zusammenhang mit der neuen Sonder- und Dauerausstellung „Schätze für den Kaiser“ im Roemer- und Pelizaeus-Museum.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

Montag, 23.11.2015, 18.30 Uhr
Guanyin: Facetten einer buddhistischen Heilsgestalt in der chinesischen Kunst

Dr. Annette Bügener, Universität Heidelberg

Avalokiteshvara („Der die Rufe der Welt beachtet“, chin. Guanyin, jap. Kannon) ist der bekannteste und bedeutendste Bodhisattva („Erleuchtungswesen“) Ostasiens und die Verkörperung des grenzenlosen Mitgefühls im Buddhismus. Um seine Taten der Barmherzigkeit zu vollbringen, kann er unterschiedlichste Erscheinungsformen annehmen, von denen 33 festgeschrieben wurden. Der Vortrag gibt anhand ausgewählter Meisterwerke aus internationalen Sammlungen einen Überblick über die ikonografische Vielfalt dieses „Nothelfers“ in der chinesischen Kunst vom 5. Jahrhundert n. Chr. bis zum Ende der Kaiserzeit (1911). In Nordindien im 5. Jahrhundert v. Chr. begründet, erreichte der Buddhismus China über die Seidenstraßen Zentralasiens um die Zeitenwende; sein durchschlagender Erfolg beruhte in vielerlei Hinsicht auf seiner erstaunlichen Wandlungsfähigkeit, auch als Sinisierung bezeichnet. In diesem Zusammenhang beleuchtet der Vortrag die Entwicklung von der geschlechtsneutralen bzw. männlichen Erlöserfigur zur weiblichen, Kinder schenkenden Gottheit, wobei neuere Forschungen und aktuelle Ereignisse auf dem Kunstmarkt berücksichtigt werden.

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 1,50 € / Mitglieder der Fördervereine: frei

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Sonntag, 19.07.2020, 15.30 Uhr - ausgebucht

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